Schnarchen beeinträchtigt den Schlaf

Schnarch-Geräusche während des Schlafes werden durch die Einengung der oberen Luftwege verursacht.

Schnarchen ist zwar meist keine Krankheit, Übermüdung und Schlafmangel können sich jedoch auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit auswirken. Zwei von drei Männern schnarchen, und fast jede zweite Frau schnarcht zumindest ab und zu. Schnarchen kann den Schlafrhythmus beeinträchtigen und somit den Schlaf stören. Oft belasten die störenden nächtlichen Geräusche auch die Nachtruhe des Partners, in manchen Fällen bringen sie für den Schnarchenden zudem gesundheitliche Risiken mit sich. Die Lautstärke des Schnarchens ist mit 17 bis 26 Dezibel mit dem Brummen eines Kühlschranks vergleichbar, ab 40 Dezibel wird sie als störend empfunden und kann bis zu 90 Dezibel erreichen, was der Geräuschkulisse eines Lastwagens entspricht.

Ursachen

Im Schlaf erschlafft die Muskulatur des Rachenbereiches. Dadurch verengt sich der hintere Rachenbereich. Durch den sich erhöhenden Druck und die veränderte Strömungsgeschwindigkeit der Atemluft beginnen die Weichteile zu vibrieren, und die typischen Schnarchgeräusche entstehen. Zusätzlich engt die in Rückenlage nach hinten verlagerte Zunge den Rachen ein. Übergewicht ist der Risikofaktor Nr. 1 für Schnarchen. Weitere Faktoren, die Schnarchen begünstigen, sind:

  • anatomische Anomalien wie z. B. ein zurückgestellter Unterkiefer, Vergrößerung der Mandeln
  • Alkoholgenuss vor dem Schlafen
  • Medikamente, Schlaf- und Beruhigungsmittel
  • schiefe Nasenscheidewand
  • vergrößerte Nasenmuscheln und Polypen
  • verlängerter weicher Gaumen mit langem Zäpfchen

Menschen schnarchen auch, wenn die Nase verengt ist – etwa durch eine Erkältung oder Allergie. Dies zwingt dazu, überwiegend durch den Mund zu atmen, und Schnarchen wird gefördert.

Komplikationen: Schlafapnoe (Atemstillstand)

Schnarchen kann erhöhte Morgen- und Tagesmüdigkeit mit Einschlafneigung, Leistungsschwäche, verminderte Belastbarkeit des Herz-Kreislaufsystems, Bluthochdruck, Abgeschlagenheit und unruhigen Schlaf verursachen. Insbesondere Frauen, die schnarchen, haben ein mehr als doppelt so hohes Risiko, unter einer extrem starken Tagesschläfrigkeit zu leiden.

Schnarchen kann auch das Zeichen einer sogenannten obstruktiven Schlafapnoe sein, also einer ernsthaften Erkrankung, wobei es zu mehreren Atemaussetzern innerhalb einer Stunde kommen kann. Schlafapnoen sind Atemstillstände, die während des Schnarchens unter schiedlich lange und unterschiedlich häufig auftreten können. Das Blut wird mit weniger Sauerstoff angereichert und Herz und Gehirn werden nicht ausreichend damit versorgt. Die Defizite reichen von Vergesslichkeit, Gedächtnisstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Reizbarkeit bis zu schweren Einschränkungen der Gehirnfunktion.

Mögliche Folgen:

  • sexuelle Funktionsstörungen, Impotenz
  • Herzrhythmusstörungen, koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Kopfschmerzen
  • erhöhte Unfallgefahr, Sekundenschlaf

Diagnose

Bei sehr lautem Schnarchen und Atemstillständen sollte eine Untersuchung im Schlaflabor durchgeführt werden. Die genaue Feststellung der Ursachen für Schnarchen erfolgt durch einen Facharzt für HNO.

Maßnahmen gegen Schnarchen

Bei der Beseitigung von Schnarchgeräuschen können im Einzelfall helfen:

  • Körpergewicht abbauen
  • Alkoholkonsum reduzieren
  • auf Zigaretten verzichten
  • Schlafmittelkonsum vermeiden
  • in Seitenlage oder auf dem Bauch schlafen
  • Zahnschienen
  • technische Mittel zur Erweiterung des Gaumenraums, z. B. Anti-Schnarchspange
  • operative Eingriffe an Nase und Gaumen

Schnarch-Linderung aus der Apotheke

In der Apotheke gibt es unter anderem Rachensprays oder Gaumen-Streifen mit speziellen Wirkstoffen, die sich als feiner Film auf die Rachen-Schleimhaut legen. Das Zusammenfallen des Weichteilgewebes im hinteren Rachenbereich wird verhindert, das betroffene Gewebe wird gestrafft und geglättet und auf diese Weise das Schnarchen durch Mund und Nase reduziert. Dies sorgt für lang anhaltende Schnarchlinderung bis zu acht Stunden und damit für einen erholsamen Schlaf. Auch spezielle Nasensprays helfen gegen Schnarchen, indem die Nasengänge befeuchtet und die Luftwege geöffnet werden. Schnarchschienen ziehen den Unterkiefer nach vorne und spannen so die Rachenmuskulatur, wodurch die Luftwege während des Schlafens freigehalten werden. Nasenpflaster werden ganz einfach vor dem Zubettgehen auf die Nase geklebt werden. Dadurch werden die Nasenflügel leicht geweitet, womit ein ausreichender Sauerstoffaustausch gewährleistet ist. Weitere Anti-Schnarch-Maßnahmen sind Nasenöffner („Nasenschmetterling“) oder auch ein Anti-Schnarch-Rucksack, der die Rückenlage im Schlaf verhindert. Dies kann auch z. B. durch Einnähen von zwei Tennisbällen ins Rückenteil des Schlafanzugs vermieden werden. Die meisten „harmlosen“ Schnarcher schlafen nahezu geräuschfrei, wenn sie auf der Seite liegen.

All diese Mittel wirken nur, so lange sie im Einsatz sind, sie müssen also jede Nacht genommen werden.

Eine gute Schlafhygiene ist Basis für den Erfolg jeder Behandlung. Günstig ist es, einen regelmäßigen Schlafrhythmus einzuhalten und vor dem Schlafengehen auf Alkohol oder Schlaftabletten zu verzichten.