Die richtige Pflege für Tattoos und Piercings

Tattoos und Piercings haben in allen gesellschaftlichen Gruppen Einzug gehalten. Für die einen ist es ein besonderer Körperschmuck ohne spezielle Bedeutung, andere verbinden damit eine Erinnerung. Manche Menschen lassen aufgrund bestimmter Erlebnisse und Ereignisse Tattoos oder Piercings machen.

Dabei sollte bedacht werden, dass Tätowierungen und Piercings medizinische Eingriffe am Körper sind und gesundheitliche Nachteile mit sich bringen können. Eine Tätowierung strapaziert die Haut, denn durch die vielen feinen Nadelstiche wird sie perforiert, und die frisch tätowierte Haut wird sich im Bereich des neuen Bildes etwas röten. Ein Tattoo lässt sich anfangs am besten mit einer Hautabschürfung vergleichen. In den ersten Tagen kommen aus dieser „Schürfwunde“ Wundsekret und überschüssige Farbe heraus, die mit einer sauberen Küchenrolle abgetupft werden. Nach vier Tagen bildet sich eine Kruste. Die Kruste muss von selbst abfallen, man darf sie nicht entfernen.

Wichtig: Diese kleinen Verletzungen  brauchen konsequente und adäquate Pflege, damit  die Haut sauber und problemlos verheilen kann. Die Hände müssen vor dem Kontakt mit dem Tattoo unbedingt jedes Mal gereinigt werden.

Die korrekte Nachbehandlung von Tattoos

Das Tattoo wird mit einer Salbe und einer Folie abgedeckt, damit keine Kleidungsstücke ankleben können und damit kein Schmutz in die Wunde gelangt. Nach frühestens drei Stunden kann die Folie vorsichtig entfernt werden. Die Haut wird dann mit einer milden pH-neutralen Seife nur mit der Hand, ohne Waschlappen oder Schwamm,  von Rückständen vorsichtig gereinigt und anschließend mit einem fusselfreien Tuch vorsichtig abgetupft. Bitte nicht reiben! Nachdem das Tattoo etwa  15 Minuten an der Luft getrocknet ist, wird es mit einer fettenden Wundheilsalbe bedeckt, die dünn aufgetragen und sanft einmassiert wird. Die Salbe hilft die Haut feucht zu halten. Spezielle Tattoo-Salben gibt es in der Apotheke.

Während des Heilungsprozesses wird das Tattoo mehrmals am Tag vorsichtig mit der Wundheilsalbe eingecremt. Nachdem die Kruste abgefallen ist, schält sich die Haut noch, und die Salbe wird weiter aufgetragen, bis die Haut normal wirkt. Je nach Hauttyp verheilt das Tattoo nach zwei bis drei Wochen.

Das ist während der Abheilzeit zu beachten

  • keine direkte Sonnenbestrahlung, auch kein Solarium
  • keine Vollbäder
  • beim Duschen den Wasserstrahl nicht direkt auf das Tattoo richten
  • möglichst nicht Schwitzen, kein Sport
  • kein Chlor- oder Meerwasserkontakt
  • nicht kratzen oder reiben
  • keine einengende Kleidung und keinen Schmuck tragen
  • zum Schlafen ein T-Shirt aus Baumwolle anziehen
  • Schmutz oder Staub vermeiden
  • Sonnenmilch mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden

Da jede Haut anders reagiert, kann es vorkommen, dass ein Nachstechen notwendig ist. Etwa sechs Wochen nach dem Stechen kann man erkennen, ob es eine Korrektur braucht. Wenn das der Fall ist, wird das Tattoo kostenlos nachgestochen – jedoch nur bei richtiger Pflege des Tattoos. Falls es zu Komplikationen kommt, umgehend das Studio und einen Hautarzt konsultieren!

Tätowieren verboten

Während der Schwangerschaft und Stillzeit sind Tätowierungen nicht erlaubt. Darüber hinaus dürfen Menschen, die unter Grippe oder Erkältung, Epilepsie, Hämophilie (Bluterkrankheit) oder Diabetes leiden, sowie Personen unter Alkohol- und Drogeneinfluss nicht tätowiert werden.

Tattoos entfernen

Tätowierungen können weggelasert werden. Diese Behandlung ist mit hohen Kosten verbunden, benötigt mehrere Sitzungen und ist meist schmerzhaft. Manchmal vernarbt das Gewebe stark. Großflächige Tattoos oder spezielle Farben wie z. B. Grün- oder Gelbtöne sind schwieriger zu entfernen. Je nach chemischer

Beschaffenheit der Farben bleibt eine Art „Resttattoo“ übrig. Wer seine Tätowierung nicht mehr haben möchte, wendet sich an einen Hautarzt mit Erfahrung in der Tattoo-Entfernung.

Piercing

Ein Piercing ist ein gezieltes Durchstechen verschiedener Haut- und Körperstellen. Dieser traditionelle Körperschmuck wird schon seit jeher von verschiedenen Kulturen praktiziert.

Manche Menschen sind auf bestimmte Metalle allergisch. Piercingschmuck sollte z. B. niemals aus Nickel sein. Silber und Gold sind auch nicht unproblematisch. Piercingschmuck besteht meist aus Chirurgenstahl oder Titan, was im Allgemeinen gut verträglich ist. Allergiker sollten vor einem geplanten Piercing mit einem Arzt sprechen.

Auch beim Piercing gilt: Nur ein gepflegtes Piercing ist ein schönes Piercing. Die Heilungsphase dauert je nach Piercing ein bis sechs Monate. In den ersten zwei Wochen sind Baden, Schwimmen, Solarium, Sauna und zu enge Kleidung tabu. Unnötige Berührungen, Druck oder Reibung sollten vermieden werden. Nach zwei Wochen erfolgt die Nachkontrolle im Studio.

Frisch gestochene Piercings sollten dreimal täglich behandelt und gepflegt werden. Gründliches Händewaschen ist Voraussetzung bei der Pflege von Piercings. Krusten werden mit einem Wundspray angefeuchtet und mit einem Wattestäbchen vorsichtig entfernt; Krusten die nicht leicht zu entfernen sind, dürfen nicht weggekratzt werden.

Besonderheiten bei Lippen- und Zungenpiercings

Es wird empfohlen, nach jedem Getränk oder jeder Mahlzeit den Mund zu spülen, damit sich Bakterien und Keime nicht ansiedeln können. Ferner macht es Sinn, in der ersten Woche keine Milchprodukte wie Käse oder Joghurt zu verzehren, da sie Milchsäurebakterien enthalten. Diese verzögern den Heilungsprozess. Auch heißes oder scharfes Essen kann zu Schmerzen und Entzündungen führen.

Tipps aus der Apotheke

In der Apotheke gibt es spezielle Wundheilsalben und -sprays sowie Mundspülungen, die den Heilungsprozess unterstützen. Zudem beraten Apotheker darüber, was nach einer Tätowierung oder einem Piercing beachtet und vermieden werden sollte.

Folgende Mittel dürfen niemals für die Pflege eines Piercings verwendet werden:

  • alkoholische Desinfektionsmittel
  • Wasserstoffperoxid
  • Betaisadona-Lösung und -Salbe
  • Salzwasserlösung: Dieses verunreinigt sehr schnell und kann dann Infektionen begünstigen.
  • ätherische Öle: hohes Allergie-Potential