Hämorrhoiden richtig behandeln

Hämorrhoiden sind natürliche Schleimhautpolster aus Venengeflechten, Bindegewebe und Muskelfasern im untersten Teil des Mastdarms, die neben dem eigentlichen Schließmuskel für den Feinverschluss des Enddarms verantwortlich sind. Bei starkem Pressen infolge ständiger Verstopfung, Übergewicht, vorwiegend sitzender Tätigkeit oder Schwangerschaft kann es zur Vergrößerung der Hämorrhoiden und zu damit verbundenen Beschwerden kommen. Man spricht dann vom sogenannten „Hämorrhoidalleiden“.

Hämorrhoidalleiden bzw. -beschwerden sind nicht selten. Schätzungen zufolge sind 50 bis 70 Prozent der über 50-Jährigen davon betroffen. Sehr oft sind leiden auch Schwangere oder junge Mütter nach der Geburt darunter.

Ursachen

Zu den häufigsten Ursachen zählt eine angeborene oder erworbene Bindegewebsschwäche. Häufig wiederkehrende Verstopfungen, ballaststoffarme Ernährung, die regelmäßige Einnahme von Abführmitteln oder starkes Pressen beim Stuhlgang begünstigen ebenfalls die Entstehung von Hämorrhoiden. Hämorrhoiden treten oft auch bei Menschen auf, die sitzende Berufe ausüben oder lange stehen müssen. Darüber hinaus können Übergewicht, Bewegungsarmut und Schwangerschaft durch den erhöhten Druck auf den Bauchraum Hämorrhoiden auslösen.

Symptome

Meist verursachen Hämorrhoiden Juckreiz und Nässen, seltener auch Schmerzen. Im weiteren Verlauf zeigen sich entzündliche Veränderungen und Wundsein. Blutungen können, müssen aber nicht auftreten. Juckreiz ist oft wesentlich quälender als Schmerzen. Reflexartiges, kaum unterdrückbares Kratzen ist die Folge und führt zu einer weiteren Reizung der Haut, so dass nach einer kurzen Linderung der Juckreiz sich verstärkt.

 Diagnose

Jede Art von anhaltender Stuhlunregelmäßigkeit, Schmerzen im Analbereich oder Blutungen aus dem After sollte der betroffene Patient ernst nehmen und daher sofort einen Facharzt aufsuchen, denn auch andere Erkrankungen des Enddarmes können sich auf diese Weise bemerkbar machen. Um festzustellen, ob ein Hämorrhoidalleiden vorliegt, ist eine sogenannte Mastdarmspiegelung notwendig. Hierfür wird in der Regel der Spezialarzt ein kurzes Röhrchen mit Innenbeleuchtung (Proktoskop) in den After einführen. Damit können Hämorrhoiden festgestellt und in der Größe eingeteilt werden. Diese Untersuchung ist für den Patienten schmerzlos.

Es werden vier Krankheitsstadien unterschieden:

Grad I: Die Hämorrhoiden treten auch beim Pressen nicht nach außen, sondern können nur bei der Untersuchung mit einem speziellen Sichtgerät gesehen werden.

Grad II: Beim Pressen werden die Hämorrhoiden sichtbar, ziehen sich aber wieder in den Enddarm zurück.

Grad III: Die Hämorrhoiden verschwinden nicht mehr spontan, sondern müssen mit dem Finger in den Analkanal zurückversetzt werden.

Grad IV: Die Hämorrhoiden können nicht mehr zurückgeführt werden, sondern bleiben außen sichtbar.

Therapie

Die jeweilige Therapie orientiert sich am Ausmaß der krankhaften Veränderungen. Unabhängig davon, wie ausgeprägt das Hämorrhoidalleiden jeweils ist, leiden die meisten Patienten unter  analem Juckreiz bei vorhandenem Analekzem und/oder Schmerzen beim Stuhlgang. Präparate gegen Hämorrhoiden kann man zur Behandlung ohne Rezept in der Apotheke kaufen. Zur Linderung des Ekzems und des analen Juckreizes können dem Patienten entzündungshemmende Salben und Zäpfchen verschrieben werden. Zudem gibt es Zäpfchen, die lokal schmerzstillend wirken oder auch gefäßverengende Substanzen enthalten, was die Beschwerden auch lindern kann. Auch die Anfälligkeit für Entzündungen und Infektionen des betroffenen Gewebes wird dadurch vermindert. In schweren Fällen müssen auch Präparate mit Kortison verschrieben werden. Operative Maßnahmen kommen nur bei fortgeschrittenen Stadien oder nach sogenannter konservativer Therapie, die nicht zur Beschwerdefreiheit geführt hat, in Betracht. In der Regel müssen diese in der Klinik in Narkose durchgeführt werden.

Prophylaxe

Wesentlicher Bestandteil der Therapie ist darüber hinaus das Vermeiden von Verstopfung. Dies kann häufig durch Änderung der Essgewohnheiten und zusätzliche Aufnahme von Ballaststoffen erreicht werden. Dadurch kann auch eine Verschlimmerung eines bestehenden Hämorrhoidalleidens verhindert werden.

Wichtig ist eine gute Analhygiene. Unterwäsche aus reiner Baumwolle ist besonders hautfreundlich und atmungsaktiv. Nach dem Stuhlgang empfiehlt es sich, den After mit weichem Papier oder Einmalwaschlappen und lauwarmen Wasser zu reinigen und trocken zu tupfen.

Hämorrhoidalleiden lindern bzw. verhindern

  • lange Sitzungen auf der Toilette mit starkem Pressen vermeiden
  • Sitzbäder z. B. mit Kamillen- und Eichenrindenzusatz lindern Juckreiz und Entzündungen
  • viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte, viel Wasser trinken
  • Verzicht auf Abführmittel
  • ausreichend Bewegung

Fazit

Eine Behandlung von Hämorrhoidalproblemen richtet sich in erster Linie nach der Beschwerdesymptomatik. Die absolute Mehrheit der Patienten kann durch schmerzfreie Maßnahmen zur Beschwerdefreiheit gebracht werden. Nur bei fortgeschrittenen Befunden sind operative Maßnahmen angezeigt. Die gefürchteten Schmerzen nach einer Hämorrhoiden-Operation können durch schonende Operationstechniken gering gehalten werden.