Wunden- und Narbenpflege

Kleine Schnitte, Schürfwunden oder Kratzer können ohne sichtbare oder spürbare Folgen verheilen. Um die Wundheilung zusätzlich zu unterstützen, einer Narbenbildung vorzubeugen und bakteriellen Erregern entgegenzuwirken, empfiehlt sich eine Erstversorgung mit einem desinfizierenden Wundtherapeutikum (Tyrosur, Octenisept). Je größer und tiefer die Hautverletzung, umso wichtiger wird die desinfizierende Wundversorgung, allerdings auch die nachfolgende Behandlung mit einer Wundsalbe (Bepanthen, Hametum, Calcea Wala), damit keine Narbe zurück bleibt. Wenn eine Wunde genäht werden muss, dann immer so schnell wie möglich!

Dehnungsstreifen wie beispielsweise nach starken Gewichtsveränderungen oder Schwangerschaftsstreifen sind als Narben anzusehen. Diese entstehen, weil der Körper versucht, die Verletzung zu reparieren. Er baut Gewebeersatz auf, allerdings ohne Blutäderchen oder Schweißdrüsen. Präparate gegen Dehnungsstreifen gibt es von etlichen Firmen, beispiels-weise von Vichy und Weleda Birkenöl. Gerissenes Gewebe oder Narben sind oft heller als die umliegende Haut und mangels elastischer Fasern auch trockener und straffer. Die individuelle Veranlagung entscheidet mit über Größe und Aussehen einer Narbe, aber auch die persönliche Pflege spielt eine Rolle, wie sich eine Narbe entwickelt. Zur Narbenbehandlung eignen sich z. B. Kelofibrase Sandoz, Hansaplast med Narbenreduktionspflaster, Kelo-Cote, Strataderm Narbentherapeutikum.

Verletzte Hautareale sollen geschont werden – was allerdings beispiels-weise in der Nähe von Gelenken nicht immer möglich ist. Hier kommt es meist zu spürbaren oder sichtbaren Erhebungen. Oft erhöht sich die Hautspannung im Narbenbereich und die Beweglichkeit der Gelenke wird beeinträchtigt. Speziell für diese Bereiche ist das regelmäßige Eincremen mit Wund- und Heilsalbe wichtig (siehe oben). Bedenken Sie auch, dass sich Narbengewebe bis zu zwanzig Jahre nach einer Verletzung verändern
kann. Daher sollte eine Narbe gepflegt werden, auch wenn sie bereits wie ein alter Freund zu einem gehört. Mit der richtigen Narbenpflege lässt sich verhindern, dass das Gewebe weiter verhärtet.

Inhaltsstoffe so genannter Narbentherapeutika, beispielsweise Harnstoff (Urea), zielen direkt auf die Bedürfnisse des empfindlichen Gewebes, liefern Feuchtigkeit und sorgen für eine bessere Durchblutung und mehr Elastizität. Zusätzlich wirkt der Massageeffekt des Auftragens und Einreibens positiv auf die Narbe, auf die Hautspannung und Hautdurchblutung.