Verdauungs- und Magenbeschwerden

Viele negative Einflüsse des Alltags zeigen sich nicht nur in unseren Redewendungen, sondern auch konkret mit Störungen im Magen-Darm-Bereich. „Etwas ist einem auf den Magen geschlagen“ oder „es dreht sich einem der Magen um“, um nur einige Beispiele zu nennen.

Zwischen Speiseröhre und Darmausgang wird die aufgenommene Nahrung verarbeitet, die lebensnotwendigen Nährstoffe daraus entzogen und in den Organismus weitergeleitet. Sodbrennen, Völlegefühl, Blähungen, Übelkeit – diese Missbefindlichkeiten zählen zu den so genannten funktionellen Magenbeschwerden. Bei einigen Menschen können diese Beschwerden längerfristig oder regelmäßig wiederkehrend auftreten, was aufeinen Reizmagen und/oder einen Reizdarm schließen lässt. Sowohl akute Beschwerden als auch chronische Probleme lassen
sich mit Phytopharmaka gut behandeln. Ein erster Schritt kann auch die Nutzung heimischer Gewürze und verdauungsfördernder Kräuter in der Küche sein! Daneben ist es sinnvoll, auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralien sowie Ballaststoffe zu achten.

Um die normale Darmtätigkeit wieder in Schwung zu bringen, dienen lösliche Ballaststoffe (z. B. Opti Fibre) den wichtigen, „gesunden“ Darm-bakterien (z. B. Bifidus, Lactobazillus) als Nahrung und regen deren Vermehrung an.

! Hinweis: Wenn sich Magen-Darm-Beschwerden häufen oder ver-schlimmern, ist eine ärztliche Untersuchung notwendig, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen.

Ohne Leber und Galle wäre eine Verdauung der Nahrung in unserem Körper nicht möglich. Beide sind maßgeblich an den Verdauungsprozessen beteiligt. Eine wichtige zusätzliche Aufgabe der Leber ist die Entgiftung unseres Körpers.

Auch die Schlussphase des Verdauungsprozesses zeigt sich nicht immer von der besten Seite. Durchfall und Verstopfung sind häufige Erscheinungsformen, wobei man selbst oft dazu neigt, zu früh von einer Verstopfung zu sprechen (ein Mal täglich bis ein Mal wöchentlich sind normal!). Der Durchfall ist in der Regel nur eine vorübergehende Störung, beispielsweise bedingt durch Reisen, bei denen ungewohntes Essen oder die Änderung der klimatischen Verhältnisse auslösend sind.

Bei Durchfall ist es wichtig, den Flüssigkeits- und Mineralienverlust auszugleichen – ganz besonders bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Personen. Zusätzlich ist darauf zu achten, dass der Durchfall zwar gestoppt wird, aber die Erreger weiterhin aus dem beruhigten Darm herausgespült werden.

! Hinweis: Wenn bei Durchfall nach drei bis vier Tagen der Selbst-medikation keine Besserung der Beschwerden auftritt, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Phytotherapie bei Verdauungs- und Magenbeschwerden
Artischocke
• Magenbeschwerden aufgrund von Leber-Galle-Störungen
• Enthalten z. B. in Hepar SL forte, Hepar-POS
Eibischwurzel/-blätter
• Reizlinderung bei Schleimhautentzündungen im Magen-Darm-Bereich
• Enthalten z. B. in Teemischungen oder einzeln
Enzianwurzel
• Magenbeschwerden wie z. B. durch mangelnde Magensaftbildung; Appetitanregung
• Amara Tropfen, Wala Bitterelixier
Fenchel (bitterer)
• Blähungen und krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern
• Enthalten z. B. in Teemischungen oder einzeln
Frauenmantelkraut
• Zur Unterstützung der Therapie akuter, unspezifischer Durchfallerkrankungen; Magen-Darm- Störungen bei Erwachsenen und Kleinkindern
• Enthalten z. B. in Teemischungen oder einzeln
Heidelbeeren (getrocknete)
• Unterstützung bei akuten, unspezifischen Durchfallerkrankungen bei Erwachsenen und Kleinkindern
• Enthalten z. B. in Teemischungen oder einzeln
Kamille
• Stärkung des Verdauungssystems, Linderung von Entzündungen
• Enthalten z. B. in Gastritol
Kümmel
• Völlegefühl, Blähungen und leichte, krampfartige Magen-Darm-Störungen; Verdauungsbeschwerden bei Säuglingen
• Enthalten z. B. in Carminativum Hetterich, Iberogast
Lavendelblüten
• Bei Appetitlosigkeit; bei funktionellen Oberbauchbeschwerden
(nervöser Reizmagen), nervösenDarmbeschwerden
• Enthalten z. B. in Teemischungen oder einzeln
Leinsamen
• Innerliche Anwendung: Verstopfung, durch Abführmittelmissbrauch
geschädigter Dickdarm; Reizdarm; Entzündung von Darmdivertikeln; in Form einer Schleimzubereitung auch bei Entzündungen der Magen-schleimhaut und des Darmes
• Lose abgefüllt, auf Wunsch auch gemahlen, in der Apotheke, Linusit Gold
Malvenblätter/-blüten
• Reizlinderung bei Schleimhautentzündungen im Magen-Darm-Bereich
• Enthalten z. B. in Teemischungen oder einzeln
Mariendistel
• Leberschutz und -regeneration; Erhöhung der Leistungs- und Widerstandsfähigkeit der Leber
• Enthalten z. B. in Legalon Madaus, Alepafort, Silymarin
Pfefferminzblätter/-öl
• Blätter: Magen-, Darm- und Gallebeschwerden; Öl/innerliche Anwendung: Krampfartige Beschwerden im oberen Magen-Darm-Bereich und der Gallenwege
• Enthalten z. B. in China-Oel, JHP Pfefferminzöl
Rosmarinblätter
• Innerliche Anwendung: Völlegefühl, Blähungen, leichte, krampfartige Magen-, Darm- und Gallebeschwerden
• Enthalten z. B. in Teemischungen oder einzeln
Salbeiblätter
• Unterstützung der Behandlung von Magen-Darm-Katarrhen
• Enthalten z. B. in Salbei Curarina, Salvysat Bürger
Schafgarbenkraut
• Leichte, krampfartige Magen-, Darm-, Gallebeschwerden; Magenkatarrh; Appetitanregung
• Enthalten z. B. in Schafgarben-Tropfen, Saft oder Tees
Sennesblätter
• Stark abführend. Dosierung beachten!
• Enthalten z. B. in Bekunis Tee, Neda Früchtewürfel
Süßholz
• Beschleunigung der Verdauung; Anregung der Magensaftsekretion; Magengeschwüre
• Enthalten z. B. in Gastritol
Taubnesselblüten (weiße)
• Unterstützung der Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden wie Magenschleimhautreizungen, Völlegefühl, Blähungen
Tausendgüldenkraut
• Appetitlosigkeit; Verdauungsbeschwerden; besonders bei funktionellen Störungen des ableitenden Gallesystems
• Enthalten z. B. in Teemischungen; selten einzeln, da sehr bitter
Wacholderbeeren
• Verdauungsbeschwerden wie Aufstoßen, Sodbrennen und Völlegefühl
Wermutkraut
• Magenbeschwerden, z. B. durch mangelnde Magensaftbildung; Appetitanregung; funktionelle Magen-Darm-Erkrankungen
• Enthalten z. B. in Abdomilon, Gastritol oder Teemischungen; selten einzeln, da sehr bitter

Homöopathie bei Verdauungs- und Magenbeschwerden
Um das passende Präparat zu finden, ist der Rat eines kundigen Apothekers oder Therapeuten sinnvoll.
Acidum sulfuricum
• Magenschmerzen, Sodbrennen
Bismutum subnitricum
• Durchfall, Gastritis
Cerium oxalicum
• Übelkeit
Colchicum
• Durchfall, Magenschmerzen, Übelkeit

Schüssler Salze bei Verdauungs- und Magenbeschwerden
Nr. 3 Ferrum phosphoricum (D 12)
• Magenbeschwerden
Nr. 9 Natrium phosphoricum (D 6)
• Verdauungsbeschwerden
Nr. 10 Natrium sulfuricum (D 6)
• Verdauungsschwäche

Spagyrik bei Verdauungs- und Magenbeschwerden
Solunat Nr. 19 Stomachik I
• entkrampft den Magen-Darm-Trakt
Solunat Nr. 20 Stomachik II
• bei chronischen und entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen
• bei bakteriellem Befall