Sonnenschutz – möglichst immer und überall

Sonnenbrand ist die häufigste gesundheitliche Beeinträchtigung bei Touristen. Das Eincremen mit einem Sonnenschutzpräparat sollte daher Pflicht sein – übrigens nicht nur in den sonnigen Tropen, sondern auch beim Urlaub auf dem heimischen Balkon oder bei grau scheinendem Himmel. Der richtige Lichtschutzfaktor hängt von zwei Bedingungen ab: Der Eigenschutzzeit der Haut, die je nach Hauttyp verschieden ist, und der Intensität des Sonnenlichts. In Deutschland erhältliche Sonnenschutzmittel sind in der Regel auf die Mittagssonne im Sommer in Mitteleuropa ausgerichtet. Bei einem Aufenthalt am Meer kommt aber die reflektierende Wirkung des Wassers hinzu – dann ist ein höherer Lichtschutzfaktor nötig.

Hauttyp 1 – Extrem empfindliche Haut
Der keltische Typ hat eine sehr helle Haut mit Sommersprossen, blaue Augen und blonde oder rötliche Haare. Menschen mit diesem Hauttyp bräunen nicht, reagieren sehr empfindlich auf die Sonne und bekommen immer einen Sonnenbrand.
Eigenschutzzeit: 5 bis 10 Minuten
Empfohlener Lichtschutzfaktor: 30 bis 50+

Hauttyp 2 – Empfindliche Haut
Kennzeichen des germanischen Typs sind blonde Haare und blaue, graue oder grüne Augen. Diese Menschen bräunen sehr langsam, bekommen jedoch schnell einen Sonnenbrand.
Eigenschutzzeit: 10 bis 20 Minuten
Empfohlener Lichtschutzfaktor: 15 bis 50

Hauttyp 3 – Normal empfindliche Haut
Der Mischtyp hat dunkelblonde bis braune Haare, graue oder braune Augen. Menschen mit dieser Haut werden relativ schnell braun und bekommen nur manchmal einen Sonnenbrand.
Eigenschutzzeit: 15 bis 25 Minuten
Empfohlener Lichtschutzfaktor: 15 bis 30

Hauttyp 4 – Wenig empfindliche Haut
Der mediterrane Typ ist dunkelhaarig, hat eine dunkel getönte Haut und dunkle Augen. Diese Menschen werden schnell und deutlich braun und bekommt selten einen Sonnenbrand.
Eigenschutzzeit: 20 bis 50 Minuten
Empfohlener Lichtschutzfaktor: 10 bis 15

Beim Eincremen sollte nicht gespart werden. Zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Haut sind die empfohlene Menge, um einen ausreichenden Schutz zu gewährleisten. Das entspricht einer Gesamtmenge von rund sechs Teelöffeln: Einer für das Gesicht, einer für die Arme, einer für den Oberkörper, einer für den Rücken sowie je einer pro Bein. Beim Sonnenbaden selbst sind kurze und häufige Intervalle ungefährlicher als ein langes Sonnenbad. Am besten ist es, hin und wieder einen Schattenplatz aufzusuchen oder sich etwas überzuziehen. Die Mittagssonne meidet man generell besser.

Sollte es trotz aller Vorsicht doch zu einem Sonnenbrand gekommen sein, ist die Sonne zu meiden und die Haut durch lockere Kleidung vor der Strahlung zu schützen. Salben können eine Linderung der Beschwerden herbeiführen, aber auch Hausmittel wie zum Beispiel Quark- oder Joghurt-Auflagen bewirken eine erste Besserung. Bei starken Rötungen oder Blasenbildung sollte allerdings unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

Vor allem für Allergiker ist es wichtig, auf die Inhaltsstoffe des Sonnenschutzmittels zu achten und möglichst solche ohne Duft- und
Konservierungsstoffe zu verwenden. Aber auch UV-Strahlen alleine können bei hautsensiblen Menschen eine Sonnenallergie auslösen, die sich in Rötung, Juckreiz und Bläschenbildung äußert. Eine Sonderform ist die so genannte Mallorca-Akne mit entzündlichen Reaktionen in Form von Papeln und Pusteln.

Durch Sonne, Wind und Wasser kann die Haut außerdem bis zu 30 Prozent ihrer Feuchtigkeit verlieren. Pflegende und oft auch kühlende After-Sun-Produkte helfen ihr, schneller zu regenerieren, und können bei kleineren Sonnenbränden auch für eine Schmerzlinderung sorgen.

Gefährdet sind auch die Augen: Starke UV-Bestrahlung kann zu Entzündungen der Binde- und Hornhaut führen und langfristig zur Trübung der Augenlinse (Katarakt, Grauer Star). Minderwertige Sonnenbrillen erhöhen das Gesundheitsrisiko sogar noch. Daher unbedingt darauf achten, dass die Sonnenbrille ein CE-Zeichen besitzt und das gesamte Spektrum des UVLichts absorbiert – meist ist das durch die Aufschrift „UV 400“ gekennzeichnet. Wie stark eine Brille getönt ist, ist für die UVAbsorbtion unwichtig. Hierbei geht es nur um den Blendschutz. Für unsere Breitenlagen genügt in der Regel ein Blendschutz der Kategorie 2; für den Strand, die Berge oder die (Sub-)Tropen wird Kategorie 3 empfohlen.