Mund gut, alles gut

Zahnkrankheiten wie Karies und Parodontitis zerstören die Zähne, beeinträchtigen das Aussehen und schaden der Gesundheit des ganzen Körpers. Doch mit der richtigen Pflege bleibt im Mund alles gesund.

Ein Lächeln verschönt jedes Gesicht, öffnet Herzen und Türen – aber nur, wenn zwischen den freundlichen Lippen auch schöne Zähne hervorstrahlen. Tatsächlich wirkt wenig so abstoßend wie ein Mund voller schadhafter, verfärbter Zähne oder sogar mit größeren Lücken. Dagegen kann ein gesundes, gepflegtes Gebiss wesentlich zu einem guten ersten Eindruck beitragen. Ganz zu schweigen natürlich von seiner Funktion: Herzhaft in den knackigen Apfel beißen, schmerzfrei Steak oder Vollkornbrot kauen – nur mit heilen Beißern ist Essen ein echter Genuss.

Schlechte Zähne beeinträchtigen aber nicht nur das Aussehen und behindern das Kauen, sie haben in manchen Fällen auch eine Reihe negativer Folgen für die Gesundheit des ganzen Körpers – vom „harmlosen“ Mundgeruch bis hin zum tödlichen Herzinfarkt. Denn Keime aus dem Mundraum können sich über die Blutgefäße im ganzen Körper ausbreiten. Insbesondere Parodontitis, eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparats, ist hier gefährlich. Sie erhöht unter anderem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Rheuma und Frühgeburten. Karies kann unbehandelt zu Zahnverlust, Wurzel- und Kieferentzündungen führen und ebenfalls auf andere Organe übergreifen. Eine gute und gründliche Zahnhygiene und regelmäßige Zahnarztbesuche dienen also nicht nur einem schönen Lächeln, sondern sollten ganz elementar zur allgemeinen Gesundheitsvorsorge gehören.

Gut putzen gegen Beläge
Das Gute daran ist: Seine Zahnhygiene hat jeder selbst in der Hand und kann so die eigene Mundgesundheit aktiv fördern. Die Basis ist dabei natürlich regelmäßiges und gründliches Putzen. Mindestens zweimal täglich müssen die Zähne mit der Bürste gereinigt werden – morgens nach (!) dem Frühstück und abends vor dem Zubettgehen. Denn Zahnbelag (Plaque) bildet sich innerhalb von etwa vier bis zwölf Stunden neu. Gegebenenfalls kann nach zuckerhaltigen Mahlzeiten oder mittags auch nochmals geputzt werden. Die Zahnbürste sollte einen kurzen Kopf und abgerundete Bürsten der Härte weich oder mittel haben. Elektrische Zahnbürsten reinigen ebenfalls gut, trotzdem ist es sinnvoll, auch die manuelle Methode zu beherrschen. Bei der Zahnpasta kann man bei gängigen Sorten nicht viel falsch machen, sie sollte aber auf jeden Fall Fluorid enthalten.

Für eine gründliche Reinigung die Bürste etwa im 45-Grad-Winkel in Richtung Zahnfleisch an die Zähne ansetzen und dann mit leicht kreisenden oder noch besser rüttelnden Bewegungen putzen. Nicht zu stark aufdrücken, nur auf den Kauflächen darf etwas kräftiger geschrubbt werden. Am besten geht man nach der KAI-Methode vor, wie sie auch Kindern beigebracht wird: erst die Kauflächen, als nächstes die Außenflächen, dann die Innenflächen. Die Reihenfolge kann aber auch variiert werden. Mindestens drei, besser noch fünf Minuten putzen – bis jeder Zahn von jeder Seite dran war.

Zahnseide nicht vergessen!

Mit dem Zähneputzen allein ist es für eine gute Mundhygiene aber nicht getan. Denn einen erheblichen Teil der Zahnoberflächen erreicht man mit der Bürste nicht. Die Zahnzwischenräume sind nur mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen richtig sauber zu bekommen, die einmal täglich zum Einsatz kommen sollten.

Zahnseide ist eigentlich immer anwendbar, auch bei eng zusammenstehenden Zähnen. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen – gewachst, ungewachst, glatt, aufgeraut, ein- oder mehrfädig. Am besten ausprobieren, was für einen persönlich am besten funktioniert. Die Anwendung erfordert anfangs etwas Übung: Man wickelt ein 40 bis 50 Zentimeter langes Stück so um beide Mittelfinger, dass sich zwischen den Daumen etwa zwei bis vier Zentimeter fest spannen lassen. Dann führt man das gespannte Stück vorsichtig mit leichten Zickzackbewegungen zwischen zwei Zähne und reinigt deren Oberflächen im Zwischenraum mit vorsichtigen Auf- und Abbewegungen. Dabei die Zahnfleischtaschen nicht vergessen. Es kann sein, dass das Zahnfleisch bei den ersten Anwendungen von Zahnseide blutet, weil es durch Beläge gereizt ist. Doch das hört in der Regel schnell wieder auf, wenn man die Anwendung konsequent fortsetzt.

Wer Schwierigkeiten mit der Benutzung von Zahnseide hat, kann auch spezielle Halter verwenden. Sie ersparen das Wickeln und Abreißen, sind aber auch etwas „sperriger“. Interdentalbürstchen sind ebenfalls recht einfach anzuwenden und besonders für größere Lücken geeignet, etwa unter Brücken oder bei Implantaten. Es gibt sie in den verschiedenen Stärken und sowohl als gerade und auch als abgewinkelte Form. So lässt sich für jeden Bedarf die richtige finden.

Mundwasser – ja oder nein?
Ob man nach der mechanischen Reinigung noch ein Mundwasser oder eine Mundspülung benutzen sollte, ist umstritten. Auf jeden Fall können sie Zahnbürste und Zahnseide nicht ersetzen. Medizinische Mundwässer enthalten meist den bakterientötenden Wirkstoff Chlorhexidin. Ihre Anwendung ist in bestimmten Fällen sinnvoll, etwa nach einer Zahn-OP, im Rahmen einer Parodontitisbehandlung oder bei Menschen, die aufgrund einer Behinderung keine optimale Zahnpflege betreiben können. Für einen dauerhaften Einsatz sind sie allerdings meist nicht zu empfehlen, da neben den schädlichen Keimen auch nützliche Bakterien der normalen Mundflora abgetötet werden. Außerdem können sie zu bräunlichen Verfärbungen an den Zähnen führen, die sich aber nach dem Absetzen wieder entfernen lassen. Nicht-medizinische Mundwässer und Mundspülungen gelten als Kosmetikprodukte. Sie können den Atem angenehm erfrischen, die Fluoridversorgung verbessern und das Zahnfleisch etwa mit Kräuterextrakten pflegen. Personen mit Alkoholproblemen sollten aber darauf achten, keine alkoholhaltigen Lösungen zu verwenden.

Ab und zu muss der Profi ran
Selbst bei der besten Pflege und auch wenn keine sicht- oder spürbaren Probleme bestehen, sollten die zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahrgenommen werden. Denn der Profi kann sogar kleine Veränderungen schon früh erkennen und durch geeignete Maßnahmen eine Verschlimmerung verhindern. Zusätzlich raten viele Zahnärzte, ein- bis zweimal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung durchführen zu lassen. Dabei werden mit speziellen Geräten Zahnbeläge und vor allem Zahnstein von allen Zähnen gründlich entfernt. Anschließend folgt das Polieren und Glätten der Oberflächen, um ein Festsetzen neuer Beläge zu erschweren. Zum Schluss wird noch ein Fluoridlack aufgetragen, der den Zahnschmelz härtet und so vor Karies schützen kann. Als angenehme Nebenwirkung sehen die Zähne nach der Prozedur meist auch etwas heller aus, weil sie wirklich blitzblank sauber sind. Zusammen mit einer guten Mundhygiene zuhause kann so eine regelmäßige Reinigung beim Profi dazu beitragen, die Zähne gesund zu erhalten – für ein strahlendes Lächeln bis ins hohe Alter.

Tipp!
Wie entstehen Plaque und Zahnstein?

Schon kurz nach dem Zähneputzen geht es wieder los: Zunächst lagert sich auf den Zahnoberflächen eine dünne Schicht aus Eiweißen aus dem Speichel ab. In dieser lassen sich Bakterien nieder und es bildet sich ein klebriger Biofilm. Essensreste, ganz besonders Kohlenhydrate wie Zucker, begünstigen das Wachstum der Mikroorganismen und lassen den Film immer dicker werden, bis er als sichtbarer Zahnbelag (Plaque) zu erkennen ist. Bei der Verstoffwechselung der Kohlenhydrate produzieren die Bakterien außerdem Säuren, die den Zahnschmelz angreifen und Karies auslösen können.

Plaque ist noch weich und kann durch gründliches Putzen mit Zahnbürste und Zahnseide entfernt werden. Passiert das nicht, lagern sich mit der Zeit Mineralien – insbesondere Kalziumphosphate – aus dem Speichel in den Belag ein und verhärten ihn. Es entsteht Zahnstein, der mit seiner rauen Oberfläche noch bessere Lebensbedingungen für Keime bietet. Gegen Zahnstein kommen Bürste und Spülungen nicht mehr an, er muss vom Zahnarzt bzw. bei einer professionellen Zahnreinigung entfernt werden.