Mit Obst und Gemüse gesund bleiben

Reichlich buntes Obst und Gemüse essen bringt Farbe auf den Teller, hilft gesund zu bleiben und macht gute Laune. Doch was sagt die Farbe über die Inhaltsstoffe von Obst und Gemüse aus und warum ist die Farbenvielfalt so wichtig?

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Ein Gemüsetopf mit Karotten, Sellerie und Kohl, eine Obstschale voller Äpfel, Birnen, Trauben sowie Beeren erfreuen nicht nur Augen und Gaumen, sondern liefern viele wichtige Inhaltsstoffe für den Körper. Diese bunte Vielfalt schließt sowohl tierische als auch pflanzliche Lebensmittel ein und bedeutet Abwechslung beim täglichen Essen. Besonders die prächtige Farbenvielfalt der pflanzlichen Nahrungsmittel sichert die Versorgung mit allen Nährstoffen.

Sekundäre Pflanzenstoffe bringen Farbe auf den Teller

Zuständig für die Rottöne in Beerenobst und Rotkohl, für die Gelb-orange Nuancen in Karotten und Aprikosen sind vor allem sekundäre Pflanzenstoffe. Fachleute schätzen, dass es bis 100.000 verschiedene dieser Gesundheitshelfer gibt. Sekundäre Pflanzenstoffe sind farb-, geruchs- und geschmacksintensiv. Die Pflanzen selbst machen sich diese Duft- und Farbstoffe zunutze, indem sie z. B. nützliche Insekten anlocken. Weiter hin schützen sie die Pflanze vor schädlichem Sonnenlicht, Bakterien und Pilzen. Für den Menschen stellen diese sekundären Stoffe ebenfalls hochwirksame Helfer für Gesundheit und Wohlbefinden dar, da sie das Immunsystem beeinflussen, als Schutz gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen antreten und sogar den Cholesterinspiegel sowie den Blutzuckerspiegel günstig beeinflussen. Darüber hinaus wird die krebshemmende Wirkung als sehr hoch und effektiv angesehen.

Zwei wichtige Vertreter, die vor allem für die bunte Färbung verantwortlich sind, sind die Carotinoide und die Flavonoide. Carotinoide geben Früchten und Gemüse die intensive gelb, orange bis rötliche Färbung. Aber auch in grünen Gemüsen und Blattsalaten stecken Carotinoide, sie werden nur vom grünen Farbstoff Chlorophyll überdeckt. Flavonoide färben nicht nur gelb-orange, sondern sorgen für die blau-violette bis rote Färbung bei Rotkohl, Beeren, blauen Trauben und Auberginen. Weniger für die Färbung, mehr für einen intensiven Geruch und Geschmack sorgen die Saponine und Glucosinolate. Glucosinolate geben Meerrettich, Senf und vielen Kohlarten ihr typisches Aroma. Die einen lieben den Geruch und Geschmack von Knoblauch und Zwiebeln, die anderen verteufeln ihn. Verantwortlich dafür ist Allicin, als typischer Vertreter aus der Stoffgruppe der Saponine. Je bunter und vielfältiger die Obst- und Gemüseauswahl ausfällt, desto besser und umfangreicher ist die Versorgung mit diesen Stoffen. Die Gesundheit wird so mit einem riesigen Wirkspektrum aktiv unterstützt.

Gelb und orange: gut für Augen und Haut

Gelb-orange Lebensmittel, wie Karotten, Aprikosen, aber auch Zitrusfrüchte und Melonen enthalten verschiedene Carotinoide, die nicht nur für die Farbe verantwortlich sind, sondern auch die Vitamin A-Versorgung sichern. Der Großteil der Carotinoide dient als Vorstufe zum Vitamin A, da unser Körper in der Lage ist, diese Provitamine in das wirksame Vitamin umzubauen. Vitamin A beeinflusst den Sehvorgang und ist gut für die Augen und die Haut. Normalerweise sind tierische Lebensmittel Hauptlieferanten von Vitamin A. Da dieses Vitamin fettlöslich ist, sollte zur besseren Ausnutzung etwas Öl, z. B. im Salat, mit verwendet werden. Carotinoide wirken gemeinsam mit den Vitaminen A, C und E als Antioxidantien und schützen so die Haut und Augen vor schädigenden UV-Strahlen. Ein Grund weshalb sie auch aktiv der vorzeitigen Hautalterung vorbeugen.

Rot schützt das Herz

Ein spezieller Farbstoff aus der Gruppe der Carotinoide ist das Lycopin. Diese zellschützende Substanz gibt der Tomate ihre wunderschöne Farbe und wird aus dem gleichen Grund in Lebensmitteln als Farbstoff eingesetzt. Lycopin findet sich in hoher Konzentration nicht nur in Tomaten, sondern auch in Hagebutten, rosa Grapefruit und Wassermelonen. Da Lycopin sich , wie einige andere Carotinoide, als recht hitzestabil erweist, ist interessanterweise der Gehalt an Lycopin in Tomatenprodukten um ein vielfaches höher als in rohen Tomaten. Eine Erklärung ist, dass sich das Lycopin bei verarbeiteten und erhitzten Produkten sehr gut aus den Zellen lösen kann und somit besser verfügbar ist. Das Ganze wird noch durch die Zugabe von Fett begünstigt. Ein Teelöffel Olivenöl in die Tomatensoße ist bereits ausreichend. Lycopin schützt vor Herzinfarkt, Schlaganfall und beugt Gefäßveränderungen vor.

Blau, violett: wichtig fürs Gehirn

Aus der Gruppe der Flavonoide geben die Anthocyane Rotkohl, Auberginen, Beeren, blauen Trauben, Pflaumen und Kirschen ihre typische rot bis blau-violette Färbung. Sie haben eine herausragende antientzündliche und gefäßschützende Wirkung. Außerdem wird ihnen nachgesagt, dass sie ebenfalls den Sehvorgang und die Denkleistung des Gehirns positiv beeinflussen.

Weiß senkt das Schlaganfallrisiko

Besonders weiße Lebensmittel, wie etwa Äpfel, Birnen, Zwiebel und Lauch, sollen eine schützende Wirkung auf Körper und Geist haben. Quercetin, ein leicht gelbliches Flavonoid, kommt in diesen Lebensmitteln in größeren Mengen vor. Es wirkt wie die Vitamine A, C und E als Radikalfänger und hat somit ein hohes antioxidatives Potential. Auch eine krebshemmende Wirkung wird diesem Flavonoid nachgesagt. Da sich diese Gesundheitshelfer vorzugsweise direkt unter der Schale und in den Randschichten befinden, reduziert sich der Flavonoidgehalt drastisch durchs Schälen von Obst und Gemüsen. Deshalb sollte man besser Äpfel und Birnen mit Schale genießen.

Fazit: Bunt hält gesund. Wichtig ist es, reichlich Obst und Gemüse zu essen, am besten die empfohlenen fünf Portionen jeden Tag. Der bekannte englische Satz „One apple a day keeps the doctor away!“ macht es einfach, weiße Früchte zu bevorzugen. Jedoch sollte Obst und Gemüse aus jeder Farbgruppe verzehrt werden, denn so kann jeder Krankheiten vorbeugen und seine Gesundheit aktiv unterstützen.