Harnwegsinfekte

Der Mensch besteht zu rund 70 Prozent aus Wasser. Für die Funktions- und Leistungsfähigkeit des Organismus ist die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit genauso wichtig wie deren Ausscheidung. Eine gute Trinkmenge sind etwa zwei bis drei Liter Flüssigkeit täglich. Bei älteren Menschen, die oft das Trinken vergessen, sind 1,5 Liter schon eine Leistung. Bei Beschwerden des Urogenitaltraktes, der Harnwegsorgane und der Prostata stellen pflanzliche Arzneimittel eine gute Wahl dar.

Harnwegsinfektionen, auch Blasenentzündungen genannt, zählen zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Ursache sind Bakterien, die in Harnwege und Blase gelangen. Auslösend können Unterkühlung, Ansteckung durch unhygienische sanitäre Anlagen, aber auch psychischer Stress oder die Menstruation sein. Bei Harnwegsinfektionen muss viel getrunken werden, Wasser oder besser Blasen-Nieren-Tee. Wer wenig trinkt, leert seltener die Blase – und der konzentrierte Harn ist der perfekte Nährboden für Keime und Bakterien, die hingegen bei jedem Wasserlassen ausgeschieden werden.

! Hinweis: Sobald Fieber oder Nierenschmerzen hinzukommen, wird ein Arztbesuch erforderlich.

Häufiger Harndrang ist eines der charakteristischen Kennzeichen, oft verbunden mit einem brennenden oder schmerzenden Gefühl beim Wasserlassen. Gerade Frauen sind häufig von einer Blasenentzündung betroffen: Eine kürzere Harnröhre sorgt beim weiblichen Geschlecht dafür, dass Krankheitserreger schneller bis zur Harnblase vordringen können. Außerdem liegen Harnröhre, Scheide und Darmausgang näher beieinander, sodass Bakterien leicht vom Darm in die Genitalregion vordringen und eine so genannte Schmierinfektion verursachen.

Auch ohne Entzündungsprozesse kann die Funktionalität der Blase gestört sein. Häufiger Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen können auch bei einer so genannten Reizblase auftreten, hier lassen die Beschwerden nachts meistens nach. Auch kann es unter körperlicher Belastung oder beim Niesen und Husten zu einem unwillkürlichen Wasserlassen kommen. Anders als bei infektiösen Erkrankungen können hier Antibiotika nichts ausrichten. Phytopharmaka wie beispielsweise auf der Basis von echtem Goldrutenkraut, mit Rosmarin- oder Bärentraubenblättern, Liebstöckelwurzel und Tausendgüldenkraut bieten bei Harnwegsinfekten und Reizblase sinnvolle Alternativen, die auch langfristig einsetzbar sind. Meist werden Kombinationspräparate eingesetzt, beispielsweise Canephron.

Mehr als die Hälfte aller Männer über 50 Jahren, so schätzt man, leiden unter gutartiger Vergrößerung der Prostata, der benignen Prostatahyperplasie. Die kurz BPH genannte Erkrankung ist eine Domäne der Phytotherapie: Gut zwei Drittel der eingesetzten Medikamente sind auf pflanzlicher Basis und stellen auch für Schulmediziner oft das „Mittel der Wahl“ dar.

Phytotherapie bei Harnwegsinfekten
Bärentraubenblätter
• Zur Unterstützung der Therapie von Blasen- und Nierenbeckenkatarrhen
• Enthalten z. B. in Cystinol akut, Arctuvan, Uvalysat Bürger
Birkenblätter
• Erhöhung der Harnmenge, Behandlung von Krankheiten, bei denen eine erhöhte Harnmenge erwünscht ist, z. B. bei Harngrieß zur Vorbeugung der Harnsteinbildung
• Enthalten z. B. in Betulacur, Bucco Nestmann
Bohnenschalen
• Erhöhung der Harnmenge zur Vorbeugung der Bildung von Harngrieß oder Harnsteinen
• Enthalten z. B. in Teezubereitungen, als Teeaufguss
Brennnesselblätter/-kraut
• Erhöhung der Harnmenge; Unterstützung der Behandlung von Schmerzen beim Wasserlassen
• Enthalten z. B. in Heilpflanzensaft, Prostagutt forte, Urtica Nestmann
Goldrutenkraut (echtes)
• Erhöhung der Harnmenge bei Entzündungen im Bereich von Niere oder Blase
• Enthalten z. B. in Solidago, Harntee Steiner, Cystinol long, Aqualibra, Harntee 400
Kürbissamen
• Reizblase; Beschwerden beim Wasserlassen im Rahmen der BHP
• Enthalten z. B. in GranuFink, Vesiherb
Weidenröschenkraut
• Prostataleiden
Schachtelhalmkraut
• Erhöhung der Harnmenge bei Katarrhen im Bereich von Niere und Blase
• Enthalten in Form von Tee
Tausendgüldenkraut
• Harnwegsinfekte und Reizblase; entzündungshemmend, entspannend für die Blasenregion, Unterstützung der Nierenfunktion
• Enthalten z. B. in Canephron N

Homöopathie bei Harnwegsinfekten
Um das passende Präparat zu finden, ist der Rat eines kundigen Apothekers oder Therapeuten sinnvoll.
Berberis, Staphisagria
• Blasenentzündung
Chimaphila umbellata
• Blasenentzündung, Prostataprobleme

Schüssler Salze bei Harnwegsinfekten
Nr. 3 Ferrum phosphoricum (D 12)
• Entzündungen

Spagyrik bei Harnwegsinfekten
Solunat Nr. 3 Azinat
• Entzündungshemmung
• Stärkung des Immunsystems
Solunat Nr. 16 Renalin
• verbessert die Nierenausscheidung