Führung und Pflege der Hausapotheke

Zur Gewährleistung der Sicherheit im Umgang mit Arzneimitteln muss vorausgesetzt werden, dass dies verantwortungsvoll und sachgerecht geschieht. Eine Reihe von Grundregeln ist deshalb zu beachten:

! Der Umgang mit dem Inhalt der Hausapotheke ist nur Erwachsenen und Jugendlichen erlaubt.
! Die Aufbewahrung soll übersichtlich geordnet sein, möglichst bei Raumtemperatur und vor Sonnenlicht geschützt; Lebensmittel haben hier nichts zu suchen.
! „Hausmittel“ und persönliche Arzneimittel in kompletter Verpackung inklusive Beipackzettel aufbewahren (Kaufdatum und Anbruch, z. B. bei Augentropfen, notieren), um die Haltbarkeit immer zweifelsfrei klären zu können.
! Das Vermischen von Arzneimitteln aus verschiedenen angebrochenen Packungen ist nicht zu empfehlen, weil sie aus mehreren Chargen (Herstellungsprozessen) stammen und unterschiedlich alt sein können. Die Überprüfung der Haltbarkeit wird dadurch unmöglich, zusätzlich besteht Verwechslungsgefahr.
! Aufgebrauchte leere Packungen müssen weggeworfen werden; ggf. ist eine umgehende Neubeschaffung erforderlich.
! Die Vorräte an Arzneimitteln und Materialien sollten dem jeweiligen Bedarf angemessen sein.
! Ein- bis zweimal jährlich sollte der gesamte Inhalt der Hausapotheke überprüft werden, und zwar auf Vollständigkeit, auf Verfalldaten und auf intakte Inhalte, auf Sterilität (unbeschädigte Umhüllung). Eine kleine Notiz, wann die Überprüfung stattgefunden hat, ist sinnvoll.
! Ist das Haltbarkeitsdatum abgelaufen, müssen Arzneimittel entsorgt werden. Altmedikamente können mittlerweile im normalen Hausmüll entsorgt werden: Umkarton und Beipackzettel kommen in den Papiermüll, Tabletten, Tropfen, Cremes etc. kommen in den Restmüll (schwarze Tonne). Viele Apotheken nehmen Arzneimittel mit überschrittenem Verfalldatum als Serviceleistung dennoch entgegen. Altmedikamente sollten auf keinen Fall über die Toilette entsorgt werden.
! Ein Inhaltsverzeichnis der Hausapotheke ist vielleicht aufwändig, gibt aber einen optimalen Überblick und kann die regelmäßige Kontrolle erheblich erleichtern.

Eine Liste mit wichtigen Adressen und Telefonnummern auf der Innenseite der Schranktür ist im Ernstfall sehr hilfreich. Hier sollten die Nummern Ihres Apothekers, Hausarztes, Pfarrers, des zuständigen Krankentransportes, des Roten Kreuzes, sowie von Feuerwehr und Polizei notiert sein. Auch Namen und Telefonnummern aller Personen, die in einem Notfall zu benachrichtigen sind.

Bei älteren Menschen, die alleine leben, sollte eine Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und, sofern erforderlich, auch eine Betreuungsvollmacht auf dem Nachttisch oder an einem anderen, gut sichtbaren Ort gelagert werden, damit Ärzte und Sanitäter sie im Notfall finden können.