Erkältung vorbeugen und behandeln

Definition

Mit der übergreifenden Bezeichnung „Grippaler Infekt“ bzw. Erkältung“ werden Infektionen der oberen Atemwege bezeichnet. Die Beteiligung von Nasennebenhöhlen, Luftröhre oder Bronchien steht dabei nicht im Vordergrund, kann aber trotzdem vorhanden sein. Erkältungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen in westlichen Industrieländern. Jeder erwachsene deutsche Bundesbürger hat zwei- bis viermal im Jahr damit zu kämpfen. Kleinkinder sind mit sechs bis acht Erkrankungen pro Jahr noch öfter betroffen. Infekte der oberen Atemwege sind nicht nur die Hauptursache für ein Fehlen am Arbeitsplatz, sondern auch der häufigste Grund für einen Arztbesuch.

Ursachen

Eine Erkältung wird trotz ihres Namens nicht durch Unterkühlung, sondern wie auch die Grippe, durch Viren ausgelöst. Durch Kälteeinwirkung kann aber die Immunabwehr geschwächt sein, was es den Viren leichter macht, sich zu entfalten. Über 200 verschiedene Virustypen können eine gewöhnliche Erkältungskrankheit verursachen. Erkältungsviren lösen Entzündungen der oberen Atemwege, d. h. Nase, Rachen, Luftröhre und Bronchien aus. Übertragen werden sie vor allem durch Tröpfcheninfektion. Schon beim Sprechen, aber auch durch Husten, Niesen oder Händeschütteln gelangen die Tröpfchen auf die Schleimhäute von Kontaktpersonen. Allerdings steckt sich nicht jeder automatisch an. Bei Menschen mit einer starken Abwehr haben die Viren oft keine Chance.

Bakterien sind seltener die Ursache für Erkältungskrankheiten als Viren. Sie befallen die Schleimhäute meistens erst, nachdem Viren die lokale Abwehr geschwächt haben.

Symptome

Grippe und Erkältung werden häufig als Synonym verwendet. Doch während eine Erkältung lästig ist, aber zumeist problemlos ausheilt, kann eine Grippe („Influenza“) mit schweren Komplikationen einhergehen. Daher sollte so früh wie möglich zwischen den beiden Erkrankungen unterschieden werden.

Eine Erkältungskrankheit dauert ein bis zwei Wochen und äußert sich durch Schnupfen, Hals-/Ohrenschmerzen, Heiserkeit und Husten. Auch ein Druckgefühl im Kopf kann auftreten. Allgemeinsymptome sind in der Regel mild vorhanden. Mögliche Komplikationen von Erkältungskrankheiten sind Bronchitis, Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzündung.

Grippe

Die Influenza wird durch Influenza-A, B- oder C-Viren ausgelöst. Die Symptome der Influenza umfassen Fieber, Schüttelfrost, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Husten, Appetitlosigkeit und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Das Fieber steigt im Verlauf der ersten zwölf Stunden rasch auf Werte zwischen 38 °C und 39,5 °C mit Spitzen bis zu 41 °C. Die Symptome verschwinden in der Regel nach zwei bis sieben Tagen. Die Rekonvaleszenz dauert ein bis zwei Wochen, kann sich aber auch länger hinziehen.

Besonders Influenza gefährdet sind Kinder, ältere Menschen, Personen mit Abwehrschwäche oder chronischen Erkrankungen, wie z. B. Diabetes. Risikopersonen wird die Impfung gegen Grippe empfohlen – am besten im Herbst vor Beginn der Grippesaison.

Diagnose

Die Diagnose wird anhand der typischen Symptome und der körperlichen Untersuchung gestellt. Ziel ist es, zu unterschieden, ob eine Grippe oder eine Erkältung vorliegt.

Therapie

Antibiotika helfen bei einer klassischen viralen Erkrankung nichts und sind nur bei zusätzlichen bakteriellen Infektionen als Therapiemaßnahme geeignet. Ein übermäßiger Gebrauch von Antibiotika führt  außerdem dazu, dass sich zunehmend Resistenzen bilden und unnötige Nebenwirkungen auftreten.

In der Apotheke gibt es Produkte, die gegen das mit der Erkältung verbundene Krankheitsgefühl helfen. Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure oder Paracetamol können gegen Kopfschmerzen ein paar Tage lang eingenommen werden – Vorsicht ist hier jedoch bei Kindern geboten. Fiebersenkende Medikamente sollten ebenfalls nur zurückhaltend eingesetzt werden. Abschwellende Nasentropfen erleichtern die Atmung und helfen auch gegen Ohrenschmerzen. Gegen trockenen Reizhusten sind hustendämpfende Mittel für wenige Tage empfehlenswert. Bei feuchtem Husten können schleimlösende Hustensäfte eine Hilfe sein.

Auch Heilpflanzen wie Efeu, Sonnenhut, Thymian und Salbei haben sich bei Erkältungskrankheiten bewährt. Sie können Beschwerden effektiv und sanft lindern, und gleichzeitig unterstützen sie das Abwehrsystem im Kampf gegen die Krankheitserreger. Auf diese Weise lassen sich nicht nur die Symptome behandeln, sondern es ist mit Hilfe den richtigen Arzneipflanzen sogar möglich, die Erkältungsdauer deutlich zu reduzieren.

Tipps aus der Apotheke

Die vorbeugende Stärkung des Immunsystems ist immer noch die beste Medizin. Voraussetzung für eine gut funktionierende Erkältungsabwehr ist eine ausreichende Zufuhr aller lebensnotwendigen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, da viele von ihnen wichtige Funktionen im Immunsystem übernehmen.

Weitere Maßnahmen sind

  • sorgfältige Hygiene: oft Händewaschen, separates Geschirr
  • ausreichend Schlaf, Ruhe und Entspannung
  • gesunde Ernährung mit Vitaminen und Mineralstoffen, vor allem Zink
  • Inhalation mit Salzwasser, Kamille, Pfefferminze, Eukalyptus
  • regelmäßige Saunagänge oder Wechselduschen