Entspannt im Nahetal

Nahetal Touristik GmbH

Licht, Luft, Wasser und Erde: Diesen Elementen kommt man an der Nahe ganz nahe. Zum einen durch die Kur des „Lehmpastors“ Emanuel Felke, dessen Tradition in Bad Sobernheim gepflegt wird. Zum anderen durch die vielfältige Landschaft zwischen Fluss, Wald und Weinbergen.

Das ist nun auch mal eine spannende Erfahrung, denke ich mir, als ich in einer Wanne sitze und mich mit flüssigem, kühlem Lehm-Brei einschmiere. Gewöhnungsbedürftig ist das aber nur im ersten Moment. Es wird angenehm, als die Lehmschicht durch die eigene Körpertemperatur erwärmt wird. Die Lehmpackung wirkt abschwellend, entzündungshemmend, schmerzstillend und durchblutungsfördernd, sagt man mir. Sie sei gut für die Gefäße, für die Haut und für rheumageplagte Gelenke. Selbst als einigermaßen Gesunder spüre ich die belebende Nachwirkung, als ich, vom Lehm befreit, durch die stille, abgeschiedene Parkanlage von Menschels Vitalresort spaziere und das Lichtbad genieße. In dem schön gelegenen Bio-Hotel bei Bad Sobernheim im Nahetal folgt man den Rezepten Emanuel Felkes, durch die Heilkraft von Licht, Luft, Wasser und Erde den Körper wieder in seine natürliche Balance zu bringen.

Die Heilkraft der Natur

Dem Naturheilkundler und Homöopathen Emanuel Felke hat der Kurort Bad Sobernheim viel zu verdanken, denn hier hat er von 1915 bis 1926 gelebt und durch seinen Kurbetrieb das Städtchen an der Nahe überregional bekannt gemacht. Felke steht in einer Reihe mit naturheilkundlichen Therapeuten wie Sebastian Kneipp, Vincenz Prießnitz und Adolf Just. Durch eigene Erfahrung und Beobachtung kam er zu dem Schluss, dass Wasser- und Lehmanwendungen, Bewegung, gesunde Ernährung und die Balance von Aktivität und Entspannung den Menschen vor Krankheit bewahren können. Felke gilt darüber hinaus als Vater der Komplexhomöopathie – er begann als Erster, abweichend von Samuel Hahnemann, bei chronischen Krankheitsbildern verschiedene Wirkstoffe zu kombinieren.

Bad Sobernheim ist Deutschlands einziges Felke-Heilbad, wobei es in der Bäderlandschaft mit seinen privat geführten Kur- und Wellnesshäusern eine Sonderstellung einnimmt. Die drei privaten Felkekurhäuser liegen in naturnaher Umgebung und verfügen über eigene Kurmitteleinrichtungen, Licht-Luft-Parks und Hallenbäder. Felkes Rezepten folgt in Bad Sobernheim darüber hinaus der 3.500 Meter lange Barfußpfad. Wie eine Fußreflexzonenmassage regt der Gang über Lehm, Gras, Sand, Steine und Rindenmulch den gesamten Organismus an. Zu den Highlights zählen eine Furt durch die Nahe und eine Hängebrücke.

Zu Bewegung in der Natur hat man auch sonst an der Nahe reichlich Gelegenheit. Der 125 Kilometer lange, linke Nebenfluss des Rheins fließt durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Gesäumt wird der Fluss von den langgestreckten Höhenzügen des Hunsrücks und des Pfälzer Berglands, vorbei geht es an historischen Orten, kleinen Dörfern und mächtigen Ritterburgen. Beschauliche Wege führen durch die Weinberge, auf denen die Riesling-, Burgunder-, Dornfelder- und Silvaner-Trauben gedeihen, für die das Weinbaugebiet Nahe so bekannt ist. Ich leihe mir ein Rad und folge dem gut ausgebauten Nahe-Radweg, der mich erst flussaufwärts zur Edelsteinmetropole Idar-Oberstein führt, an einem anderen Tag dann flussab bis nach Bingen am Rhein, wo ich auf den Spuren Hildegard von Bingens wandle. Nicht minder schön ist es hier auch zu Fuß. So kraxle ich bei sonnigem Wetter die schmalen Pfade des Soonwaldsteigs hinauf durch einsame Laubwälder auf herb-schöne Hochflächen, die mich mit weiten Ausblicken belohnen.

An einem Regentag nehme ich aber gern auch mal die Dienste meines Autos in Anspruch und folge der Deutschen Edelsteinstraße, die rund um Idar-Oberstein historische Stätten der Edelsteinbearbeitung, kleine Manufakturen und Händler miteinander verbindet. Schon seit 500 Jahren werden hier in der Region Edelsteine geschliffen und zu Kunstwerken veredelt. Nur die wenigsten wissen, dass in Idar-Oberstein die größten Achatminen Europas zu finden sind. Das Kronjuwel der Edelsteinstraße ist das Deutsche Edelsteinmuseum in Idar-Oberstein, wo alle Schmuckstein- und Edelsteinarten der Welt in über 10.000 Exponaten zu bewundern sind. Ob die Edelsteine auch eine heilsame Wirkung haben wie Felkes Lehm, vermag ich nicht zu beurteilen, eine sinnliche Wirkung hat deren magisches Funkeln jedoch gewiss. Und das ist doch auch schon was.

Tipp:

Wellness in schöner Landschaft
Das Naheland ist eine ausgezeichnete Wellness-Region. Das Felke-Heilbad Bad Sobernheim und die Nachbarbäder Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein verbindet die Nähe zu unvergleichlicher Natur und zu Kulturdenkmälern wie der Ebernburg.