Diabetes

Symptome
Diabetes mellitus hat zwei Ausprägungen. Der Typ 1 zeigt sich normalerweise bereits im Kindes- oder Jugendalter, er kann nur mit Insulin behandelt werden. Die Symptome sind hauptsächlich häufiges Wasserlassen, großer Durst, Müdigkeit und Gewichtsverlust.

Der Typ 2 hingegen tritt meist in der zweiten Lebenshälfte auf, aber auch jüngere Menschen erkranken immer häufiger daran. Diese Form entwickelt sich meistens beschwerdefrei, wird oft zufällig im Rahmen ärztlicher Untersuchungen oder durch bereits eingetretene Folgeerkrankungen erkannt. Zu den Spätfolgen zählen insbesondere Durchblutungsstörungen an den Füßen sowie Augenprobleme, Nervenleiden, eingeschränkte Nierenfunktion.

Ursachen
Während Typ-1-Diabetiker aufgrund einer Autoimmunerkrankung dauerhaft kein Insulin produzieren können, ist der Typ 2 in aller Regel eine Folge des eigenen Lebensstils. Die Erkrankung selbst kann nicht vererbt werden, lediglich die Veranlagung, die Krankheit zu entwickeln. Entscheidende Faktoren beim Diabetes Typ 2 sind Ernährung und Bewegung. Die Mehrheit der Typ-2-Diabetiker ist übergewichtig und das vorhandene Insulin reicht zur Verdauung der aufgenommenen Speisen nicht aus.

Gesundheit aus Ihrer Apotheke
Zum Alltag eines Diabetikers gehört die regelmäßige Selbstkontrolle des Blutzuckerspiegels. Eine Beratung in der Apotheke erleichtert die Auswahl des individuell passenden Blutzuckermessgerätes. Neben dem Messgerät sind Stechhilfen und Lanzetten notwendig, beide sind nur für den einmaligen Gebrauch vorgesehen. Viele Messgeräte speichern die Daten und ermöglichen die Dokumentation über Computer oder Apps. Eine Alternative ist das handschriftliche Führen eines Blutzuckertagebuches.

Verschreibungspflichtige Arzneimittel, die beim Typ-2-Diabetes zum Einsatz kommen, wenn der Blutzucker durch eine Umstellung des Lebensstils nicht oder nicht weiter gesenkt werden kann, können entweder die Insulinausschüttung anregen oder die Insulinwirksamkeit verbessern. Unterstützend lassen sich rezeptfreie Arzneimittel einsetzen, die Einnahme ist aber mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Zu diesen Präparaten zählen zum Beispiel Vitamin- und Mineralstoffprodukte (vor allem mit Zink und Magnesium). Verschreibungsfreie Medikamente mit Alpha-Liponsäure können Nervenmissempfindungen positiv beeinflussen. Nahrungsergänzungsmittel mit Zimt oder Maulbeerblattextrakt sollen positiv auf den Blutzuckerspiegel wirken, allerdings fehlt der wissenschaftliche Nachweis.

Wann ein Arztbesuch nötig ist
Der regelmäßige Arztbesuch ist für Diabetiker ein Muss. Dabei wird der aktuelle Blutzuckerwert bestimmt und das so genannte Blutzucker-Gedächtnis, der HbA1c-Wert, sowie die Werte von Eiweiß und Blutfett. Die Untersuchung von Haut und Füßen ist Teil der regelmäßigen Kontrolle und ebenso ein EKG. Die Beobachtung dieser Werte hilft, Spätfolgen zu vermeiden. Wichtig ist das ‚Metabolische Syndrom‘, bestehend aus Diabetes Typ 2, Übergewicht, Bluthochdruck und erhöhten Blutfettwerten: Alle vier Krankheiten können sich unbehandelt in ihrem Fortschreiten gegenseitig beeinflussen.

Das sollte man tun
Eine Änderung des Lebensstils, vor allem gesündere Ernährung und mehr Bewegung, liegt in der Selbstverantwortung des Diabetikers.

Das kann man tun
Wer als Diabetiker Insulin spritzt oder blutzuckersenkende Medikament einnimmt, sollte eine Unterzuckerung vermeiden. In Notfällen hilft etwas Traubenzucker, Würfelzucker oder ein Glas eines zuckerhaltigen Getränkes, auch gibt es spezielle Zuckerlösungen in Tuben. Haut- und vor allem eine professionelle Fußpflege sind für Diabetiker  essenziell. Der ‚diabetische Fuß‘ hat häufig ein vermindertes Schmerzempfinden und kann daher leicht durch spitze oder scharfe Gegenstände verletzt werden. Spezielle Haut- und Fußpflegeprodukte sind auf die besonderen Bedürfnisse der sehr trockenen Haut des Diabetikers abgestimmt.

Das sollte man besser lassen
Wer Insulin spritzen muss, wird nach einiger Zeit ‚seine‘ bestmöglichen Hilfsmittel für die Injektion finden. So genannte Pens vereinfachen das Spritzen und werden von vielen Herstellern in unterschiedlichen Varianten angeboten. Notwendig für die Injektion sind Pen-Nadeln, die sehr dünn und komfortabel eine Insulingabe ermöglichen. Die Nadeln sind für den einmaligen Gebrauch bestimmt, mehrfaches Anwenden ist unsteril, lässt die Applikation schmerzhaft werden und kann zu Hautverhärtungen an der Einstichstelle führen.