Brand- und Schürfwunden

Symptome
Bei Schürfwunden handelt es sich um oberflächliche Verletzungen der Oberhaut. Typischerweise entsteht durch diese Hautabschürfung eine nässende Wunde mit unregelmäßigen Wundrändern und einem deutlichen Wundschmerz. Schürfwunden bluten in der Regel wenig bis gar nicht, allerdings tritt Gewebeflüssigkeit aus. Die Schürfwunde kann stark verunreinigt sein, zum Beispiel nach einem Sturz auf Asphalt. Ohne sachgemäße Reinigung und Desinfektion kann sich eine Infektion entwickeln.

Verbrennungen vom Grad 1 (beispielsweise ein Sonnenbrand) und Grad 2 (einhergehend mit Blasenbildung) spürt man deutlich an den Schmerzen. Bei Verbrennungen dritten Grades sind Schmerzen hingegen zunächst selten, da die Nerven ebenso wie Haut und darunter liegendes Gewebe geschädigt oder zerstört sind.

Ursachen
Schürfwunden entstehen, wenn die Haut unter Druck raues Material, unverputzte Mauern oder Straßenbelag, streift. Vielfach kommt es durch einen Sturz vom Fahrrad oder beim Inlineskaten zu Schürfwunden an Knien, Händen und Ellbogen. Auch wenn sie sich meist auf die oberste Hautschicht beschränken, sind Schürfwunden oft sehr schmerzhaft, da zahlreiche Nervenendigungen freigelegt werden.

Verbrennungen und Verbrühungen sind meistens die Folge von etwas Unachtsamkeit im Haushalt: Bügeln, Kochen, Grillen geht mit hohen Temperaturen einher und nicht immer ist man dabei voll konzentriert. Bei trockener Hitze (zum Beispiel durch Herdplatten oder Feuer) spricht man von Verbrennungen, Verbrühungen sind das Ergebnis heißer Flüssigkeiten, auch von Dämpfen.

Gesundheit aus Ihrer Apotheke
Heute basiert Wundmanagement auf dem Prinzip des so genannten feuchten Milieus, das Abheilen einer Wunde an der Luft ist immer verbunden mit dem Auftragen einer Heilsalbe. Die Produktpalette für eine optimale Wundversorgung ist groß: Pflaster, schmerzstillende, entzündungshemmende und abschwellende Gele, Salben oder Sprays sowie Verbandmaterial. Feuchte Wundauflagen (Hydrokolloide, Hydrogele) eignen sich besonders gut bei nässenden Wunden, da eine Krustenbildung vermieden und der Heilungsprozess gefördert wird.

Pflaster, bei denen die Mullauflagen silberbeschichtet sind, haben den Vorteil, dass der Mull nicht mit der Wunde verkleben kann und die Silberbeschichtung desinfizierend wirkt. Zur wasserdichten Abdeckung kleinerer Wunden sind dünne Kunststofffolien geeignet; allerdings nicht für Dauerverbände, da die Wundheilung unter völligem Luftabschluss nicht optimal verläuft.

Um die Wundheilung zusätzlich zu unterstützen, einer Narbenbildung vorzubeugen und bakteriellen Erregern entgegenzuwirken, empfiehlt sich eine Erstversorgung mit einem desinfizierenden Wundtherapeutikum – umso wichtiger, je größer und tiefer die Hautverletzung. Antiseptika mit den Wirkstoffen Octenidin und Polyhexanid sind hautverträglich, farblos und wirken effektiv gegen zahlreiche Keime. Jedoch sollten diese Wirkstoffe nur kurze Zeit verwendet werden.

Bei Verbrennungen hält man als Erste-Hilfe-Maßnahme den betroffenen Bereich unter fließendes kaltes Wasser – so lange, bis es unangenehm wird. Damit können oft Blasenbildung und größere Hautschäden vermieden werden. Aus medizinischer Sicht wird danach das Auftragen einer Brandsalbe empfohlen, auch spezielle Brandwunden-Verbandauflagen verschaffen Abhilfe.

Wann ein Arztbesuch nötig ist
Handelt es sich um großflächige Abschürfungen, kann sich die Wunde ernsthaft entzünden, besonders dann, wenn sie stark verschmutzt ist. Hier wird eine ärztliche Versorgung notwendig. Kommt es zu pochenden Schmerzen oder wenn eitriges Sekret erkennbar ist, tritt eine Schwellung,
Rötung oder Überwärmung auf, so deutet das auf eine Wundinfektion hin und erfordert einen Arztbesuch. Platz-, Riss- und Quetschwunden gehören unbedingt in ärztliche Hände, ebenso Bisswunden.

Brandwunden bei Kindern sollten auf jeden Fall von einem Arzt begutachtet werden, bei Erwachsenen ist der Arztbesuch abhängig von Schwere und Ausmaß: Ab 18 Prozent Körperoberfläche besteht schon bei Verbrennungen zweiten Grades Lebensgefahr.

Das sollte man tun
Generell sollte man selbst vor dem Behandeln oder Verbinden nicht nur blutender Wunden die Hände gründlich waschen und desinfizieren.
Schürfwunden erfordern zunächst eine Wundreinigung mit sauberem, handwarmem Wasser sowie eine Desinfektion; kleinere Schürfwunden
heilen anschließend normalerweise unproblematisch ab. Falls eine Schürfwunde verbunden werden muss, erfolgt dies mit sterilem Verbandmaterial. Das Auswaschen oder Entfernen eines Fremdkörpers sollte ein Arzt oder die Ambulanz vornehmen.

Verletzte Hautareale sollen geschont werden – was allerdings beispielsweise in der Nähe von Gelenken nicht immer möglich ist. Hier kommt es meist zu spürbaren oder sichtbaren Erhebungen. Oft erhöht
sich die Hautspannung im Narbenbereich und die Beweglichkeit der Gelenke wird beeinträchtigt. Speziell für diese Bereiche ist das regelmäßige Eincremen mit Wund- und Heilsalbe bzw. speziellen Narbentherapeutika wichtig. Narbengewebe kann sich bis zu zwanzig Jahre nach einer Verletzung verändern. Daher sollte eine Narbe gepflegt werden, auch wenn sie bereits wie ein alter Freund zu einem gehört.

Jede noch so kleine Hautverletzung stellt eine Eintrittspforte für Krankheitserreger dar. Auch für die in Erde und Schmutz befindlichen Tetanusbakterien, die einen Wundstarrkrampf auslösen können, eine letztendlich lebensgefährliche Erkrankung. Ein regelmäßiger Blick in den Impfpass und eine Auffrischung der Tetanusimpfung ist ein guter Schutz.

Das sollte man besser lassen
Keine alten, abgelaufenen Verbandmaterialien verwenden. Desinfektionsmittel sind kein Ersatz für die Wundreinigung, deshalb diese immer nur auf die gereinigte Wunde auftragen. Salben, die die Hautporen luftdicht verschließen, sowie Puder, die eine harte Kruste oder Verklumpungen auf der Wundoberfläche bilden, darf man nicht auf Wunden auftragen.

Es ist ratsam, einige Tage keinen Sport zu treiben, damit eine Kruste durch die Bewegung nicht wieder aufreißt. Auch auf lange Vollbäder und Wassersport sollte man etwa eine Woche lang verzichten.