Bewährte Hausmittel aus der traditionellen Heilkunde

Wenn sich eine Erkältung mit Schnupfen, Husten und Halsweh ankündigt, legen immer mehr Menschen Wert auf natürliche Behandlung mit bewährten Hausmitteln und Kräutern. Auch gegen andere Befindlichkeitsstörungen wie Schlafstörungen und Verdauungsprobleme hält die Natur zahlreiche Hausmittel parat. Diese und die moderne Medizin sollten sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern gemeinsam zu Heilerfolgen führen. Die Anwendung sollte aber immer mit dem Arzt oder Apotheker besprochen werden.

1. Natürliche Hilfe bei grippalen Infekten

In der Naturheilkunde gibt es zahlreiche Kräuter, die die Symptome eines grippalen Infekts lindern, das Immunsystem stärken und den Heilungsprozess beschleunigen können. Viele Kräuter werden vor allem als Tee zubereitet. Ein heißer Erkältungstee lindert meist recht schnell typische Symptome wie Halsschmerzen und sorgt dafür, dass die Schleimhäute gut befeuchtet werden. So regt Ingwertee die Durchblutung an, stärkt dadurch die Abwehrkräfte, unterstützt die Schleimlösung in den Atemwegen und wirkt entzündungshemmend. Holunderblüten sind ein bewährtes Heilmittel gegen Erkältungskrankheiten. Die in den Blüten enthaltenen Flavonoide wirken in Kombination mit dem ätherischen Holunderblütenöl fiebersenkend, schweißtreibend und entzündungshemmend. Daher ist ein frisch aufgebrühter Tee aus Holunderblüten eine gute Maßnahme, eine Erkältung rasch zu kurieren. Das gilt auch für Lindenblüten: Diese Heilpflanze gilt wie Holunder als schweißtreibend und entkrampfend, ist aber hauptsächlich bekannt durch ihre Fieber senkende und beruhigende Wirkung. Nicht nur Tee, auch Hühnersuppe stärkt das Immunsystem: Hühnersuppe ist nicht nur nahrhaft, sondern wirkt vor allem entzündungshemmend und antibakteriell.

Hartnäckiger Husten
Zum Gurgeln und Spülen sind reizmildernde, entzündungshemmende und antibakteriell wirkende Pflanzen geeignet wie Eibisch, Huflattich, Salbei, Spitzwegerich und Thymian, aus denen Arzneitees zubereitet werden. Die Wirkstoffe sind auch in vielen Hustenbonbons und Hustenmedikamenten aus der Apotheke enthalten. Gegen hartnäckigen Husten kann auch ein schleimlösender Sirup aus Zwiebeln helfen: Dazu werden drei Esslöffel Honig und eine fein geschnittene Zwiebel gut vermischt. Die Mischung sollte man mindestens sechs Stunden ziehen lassen, danach ist der Hustensirup fertig. Es empfiehlt sich, mehrmals täglich einen Teelöffel davon einzunehmen.

Inhalationen und Bäder
Das Einatmen von leicht kochsalzhaltigem Wasserdampf, eventuell mit einem Zusatz von ätherischen Ölen wie Fichte, Pfefferminze, Eukalyptus, Wacholder, Kümmel, Fenchel oder Rosmarin, dient der Befeuchtung der Schleimhäute. Tipp für unterwegs: Einige Tropfen auf ein Taschentuch geben und tief einatmen. Fichtennadel- oder Eukalyptusbäder, die nicht zu heiß sein sollten, regen die Durchblutung an und erleichtern die Atmung.

Wickel
Bei Husten und Katarrh helfen beruhigende und durchblutungsfördernde Wickel wie Zwiebelwickel und Kartoffelwickel oder Brustkompressen mit Ingwer: Dazu zwei Teelöffel Ingwer-Pulver in einen halben Liter heißes Wasser einrühren, ein gefaltetes Kompressentuch darin tränken, ausdrücken und auf die Haut legen, eventuell mit einer Wärmflasche warm halten und 45 bis 60 Minuten einwirken lassen.
Halsschmerzen
Bei Halsschmerzen hilft ein Glas Tee mit Honig oder auch die altbewährte Honigmilch, denn Honig wirkt entzündungshemmend und leicht desinfizierend.

2. Alte Heilmittel sorgen für starke Nerven und guten Schlaf

Baldrian
Baldrian ist ein altes Heilmittel bei nervösen Beschwerden aller Art. Sowohl Monopräparate mit Baldrianextrakt als auch Kombinationen mit Hopfenzapfen, Melissenblatt oder Passionsblumenkraut zeigen gute Wirksamkeit bei leichten bis mittelschweren Einschlaf- wie auch Durchschlafstörungen.

Lavendel
Die Öle der violetten Pflanze beruhigen die Nerven und lindern Ängste. In Studien wurde nachgewiesen, dass Lavendelöl so gut wie synthetische Mittel wirkt.

Melisse
Die Blätter der Melisse liefern heilsame Öle, die seit Jahrhunderten als Stärkungs- und Beruhigungsmittel eingesetzt werden. Die Melisse wirkt krampflösend, beruhigend und verdauungsfördernd und hat antibakterielle und antivirale Eigenschaften.

Passionsblume
Die Passionsblume (die „Angstlöserin“) ist eine Kletterpflanze mit weißen, blauen, violetten und roten Blüten. Die Passionsblume zeichnet sich durch Angst lösende, beruhigende und entkrampfende Wirkung aus. Anwendungsgebiete sind daher nervöse Unruhe, Übererregbarkeit und nervöse Einschlafstörungen.

3. Hausmittel gegen Magen-Darm-Beschwerden

Angelikawurzel
Engelwurz hat sich zur Linderung von Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl und Krämpfen im Magen-Darm-Trakt bewährt.

Benediktenkraut
Das Benediktenkraut, auch Distelkraut genannt, wird innerlich zur Behandlung von Appetitlosigkeit und bei Verdauungsbeschwerden angewendet.

Gänsefingerkraut
In der Volksmedizin wird das Gänsefingerkraut bei krampfartigen Beschwerden eingesetzt und deshalb auch Krampfkraut genannt. Das Kraut mildert Bauchschmerzen und Durchfallerkrankungen sowie auch Menstruationsbeschwerden.

Kamillenblüten
Kamillenblüten enthalten ätherisches Öl mit ihren Hauptbestandteilen Alpha-Bisabolol und Chamazulen. Diese Substanzen wirken entzündungshemmend und krampflösend. So beruhigt das beliebte Hausmittel den Magen und lindert Blähungen.

4. Bewährt bei Kopfschmerzen

Die Natur bietet viele verschiedene Heilpflanzen, die bei Kopfschmerzen eine Wirkung zeigen. Besonders geeignet sind Kräuter wie Melisse oder Lavendel. Auch die ätherischen Öle aus der Pfefferminze können Schmerzen im Kopfbereich lindern.
Häufig verschwinden Kopfschmerzen bei einer Steigerung der Trinkmenge. Menschen, die öfter unter Kopfschmerzen leiden, sollten ihre Trinkmenge auf mindestens zwei Liter Wasser pro Tag erhöhen.
Ein Espresso mit dem Saft einer halben Zitrone hemmt durch die Kombination von Koffein und Vitamin C verschiedene Botenstoffe im Gehirn, die für die Schmerzübertragung zuständig sind. Somit wirkt das Getränk ähnlich wie die bekannten Schmerzmittel.
Ein ansteigendes Fußbad ist ebenfalls eine gute Hilfe bei Kopfschmerzen. Die ansteigende Wassertemperatur regt die Durchblutung im gesamten Körper an, was Schmerzen lindern kann.

Tipps aus der Apotheke

Ihre Apotheke empfiehlt gerne ein passendes Hausmittel. Für Schwangere, Stillende, Säuglinge und Kinder sowie ältere Menschen gelten andere Richtlinien. Falls sich die Symptome unter der Selbstbehandlung nicht verbessern, ist der Gang zum Arzt nötig.