Bayerischer Wald: Heilsame Auszeit vom Alltag

Foto: Andreas Hub

Ob Kloster, Pilgerweg oder Traumpfad – selten war sie so gefragt wie heute: Die Stille, die den Besucher an diesen Orten empfängt und begleitet. Im Bayerischen Wald finden Erholungssuchende das Besondere, nachhaltige Ruhe und anhaltende Erholung.

Die „stade Zeit“: Dieser aus Bayern und Österreich stammende mundartliche Ausdruck bedeutet nichts anderes als „ruhige“ oder „stille“ Zeit. In unserer heutigen Zeit der Reizüberflutung wird das einfache Gut „Ruhe“ zum seltenen und begehrenswerten Schatz. Im Bayerischen Wald lassen sich bis heute allerorten solche Refugien des Rückzugs und der inneren Einkehr finden.

Kloster auf Zeit

Seit jeher waren Klöster besinnliche Inseln der Ruhe und der Entschleunigung, lange bevor der Ausdruck in Mode kam. Tritt man durch den Torbogen, scheint die Zeit unweigerlich stillzustehen. Das Außen wird
unwichtig, verblasst. Das Hier und Jetzt gewinnt an Bedeutung, Gedanken schwemmen an die Oberfläche, die im Alltag tief unter Pflichten und Erwartungen vergraben werden.

Foto: Stefan Gruber

Im Naturpark Oberer Bayerischer Wald befinden sich gleich zwei Klöster, die auf Zeit besucht werden können. Das Kloster Strahlfeld der Missionsdominikanerinnen in der Stadt Roding liegt idyllisch eingebettet in eine malerische Naturlandschaft. Das Seminarangebot dient sowohl der Persönlichkeitsentwicklung als auch der Entspannung. Das Redemptoristenkloster Maria Hilf in Cham bietet mit seinem Klostergebäude, Exerzitienhaus und Klostergarten einen geborgenen Rückzugsort der Meditation und Begegnung. Die Teilnahme an den Gebetszeiten, Gottesdiensten, Tagesimpulsen und Einzelgesprächen ist nicht verpflichtend, wird aber auch begleitet angeboten.

Eine Zeitreise in die Vergangenheit

Willkommen in den 1930er-Jahren. Gleich zu Beginn tauschen die Besucher auf Tilli’s Hof im Bayerischen Wald ihre gewohnte Alltagskleidung gegen das einfache Leinen von Mägden und Knechten. Denn hier lautet das Motto: „Heute leben wie damals“. In historischem Ambiente begeben sich die Besucher auf die Spuren der einfachen Leute von früher. Schnell wird dabei deutlich: Handarbeit und Handwerk verlangen neben geschickten Fingern auch einen wachen Geist. Denn bei den Seminaren zu Kräuterölherstellung, Dengeln, Mähen und Heu-Heinzen aufstellen oder Brot backen fließen neben Fingerspitzengefühl und körperlicher Kraft auch überliefertes Wissen und ein Stück der eigenen Seele in das Tagwerk ein. Atem- und Entspannungsübungen, Impulse zur Stressbewältigung, Kräuterbäder und angeregte Gespräche in der Gemeinschaft bieten Raum und Zeit zum Reflektieren und Entspannen.

Foto: Andreas Gruber

Wandeln auf Traumpfaden entlang der Ilz

Wer einmal Wandern war oder einen Berg erklommen hat, der weiß: Nichts
hilft besser gegen ein wildes Gedankenchaos im Kopf, als ein ausgedehnter Marsch inmitten der unberührten Natur. Die Konzentration liegt auf dem Moment, auf der Schönheit der umgebenden Landschaft und auf dem eigenen regelmäßigen Atem, dem kräftigen Herzschlag in der Brust. Lebenskraft strömt durch alle Glieder, der Kopf wird frei, die Gedanken leicht. Gerade der Ilztalwanderweg im Bayerischen Wald bietet sich hervorragend an, um in dessen Ruhe und landschaftlicher Schönheit den Alltag hinter sich zu lassen. Der in vier Etappen gegliederte Weg führt dabei von Ettlmühle nach Passau, immer entlang der „schwarzen Perle“, wie die Einheimischen das letzte große Wildwasser Ostbayerns – die Ilz – respektvoll nennen.

Die Staden Zeiten im Bayerischen Wald haben viele Gesichter, sodass jeder Besucher den individuell auf die eigenen Bedürfnisse angepassten Weg zu Ruhe und Gelassenheit finden kann. Die Schönheit der umgebenden Naturlandschaft bleibt dabei allgegenwärtig und empfängt den Reisenden zu einer entschleunigten und bewussten Auszeit von Alltagstrott, Lärm und Großstadthektik.

Wissenswertes

Die Klöster im Naturpark Oberer Bayerischer Wald sind Orte der inneren Einkehr. Hier kann man zur Ruhe finden, geistliche Impulse erhalten, neue Wege finden oder einfach auch stille Tage verbringen. Angebote findet man unter www.kloster-cham.de und www.kloster-strahlfeld.de.

Ausspannen in ländlicher Umgebung und eine Zeitreise in die bäuerliche Vergangenheit erleben, das kann man auf Tilli’s Hof mit dem Projekt „Heute leben wie damals“. Alles Weitere unter www.bayerischer-wald.de. Viele weitere nützliche Informationen sind zu finden unter www.ostbayerntourismus.de