Augenbeschwerden: Entzündete und trockene Augen treten häufig auf

Wenn die Augen jucken, brennen und tränen, steckt häufig eine Entzündung der Bindehaut (Konjunktivitis) hinter den Beschwerden. Neben Entzündungen sind trockene Augen (Keratokonjunktivitis sicca, Sicca- Syndrom) die häufigste Erkrankung der Sehorgane.

Die Bindehaut

Die durchsichtige Bindehaut überzieht den vorderen Teil des Augapfels sowie die Innenseite der Augenlider und ist für die Versorgung der Hornhaut zuständig. Bei jedem Lidschlag wird der Tränenfilm auf den Augen erneuert und verteilt. Damit sie ihre Aufgabe als Versorgungsorgan erfüllen kann, ist die Bindehaut von zahlreichen feinen Blutgefäßen und Nervenfasern durchzogen. Bereits kleinste Verletzungen und Fremdkörper werden deshalb als sehr unangenehm empfunden.

Ursachen

Eine Bindehautentzündung kann durch Umweltreize wie Zugluft, UV-Strahlung, Kälte, Abgase, lange Bildschirmarbeit oder auch Chlor aus dem Wasser im Schwimmbecken verursacht werden. Andere Auslöser sind Allergien und Krankheiten, etwa Masern und Windpocken. Bisweilen steckt aber auch körperliche Überanstrengung oder einfach nur eine falsche Brille hinter der Entzündung.

Trockene Augen

Hornhaut und Bindehaut müssen ständig von einem Tränenfilm überzogen sein, damit beschwerdefreies Sehen möglich ist. Mit jedem Lidschlag wird der Tränenfilm neu über der Augenoberfläche verteilt. Er dient nicht nur als Schutz, indem er Fremdkörper aus dem Auge spült sowie als Schmierstoff wirkt und mit dessen Hilfe die Lider ohne Reibung über die Augenoberfläche gleiten können, sondern er hat auch einen wichtigen Anteil am Stoffwechsel der Hornhaut, da er einen ungehinderten Nähr- und Sauerstofftransport zulässt. Die Produktion der Tränenflüssigkeit ist nicht immer gleichmäßig und schwankt im Laufe des Tages.

Ursachen

Wird zu wenig Tränenflüssigkeit produziert oder hat die Tränenflüssigkeit eine falsche Zusammensetzung, reißt der Tränenfilm auf, und die Hornhaut oder Konjunktiva werden an diesen Stellen geschädigt. Die damit verbundenen Beschwerden wie Juckreiz, Fremdkörpergefühl („Sand im Auge“) oder Augenbrennen sind äußerst unangenehm und beeinträchtigen die Lebensqualität zum Teil massiv. In Deutschland leiden etwa 10 bis 12 Millionen Menschen unter trockenen Augen.
Während das trockene Auge in der Vergangenheit größtenteils als Problem der älteren Bevölkerungsschicht angesehen wurde, hat sich die Situation durch vermehrte Bildschirmarbeit und Umweltbelastungen inzwischen gewandelt, sodass auch immer mehr jüngere Menschen davon betroffen sind.

„Office Eye Syndrome“

Ursächlich für trockene Augen ist häufig Bildschirmarbeit, bei der sich die Lidschlagfrequenz stark verringert („Office Eye Syndrome“). Mit zunehmendem Alter geht außerdem die Produktion der Tränenflüssigkeit zurück, dabei kann die hormonelle Umstellung im Alter eine große Rolle spielen. Dafür spricht die Tatsache, dass das Leiden häufig bei Frauen in den Wechseljahren auftritt: Zwei Drittel der Betroffenen sind Frauen zwischen 40 und 70 Jahren. Weitere mögliche Ursachen sind Rauchen, umweltbedingte Einflüsse sowie trockene Raumluft, Klimaanlagen und Zugluft. Auch chronische Krankheiten spielen eine Rolle: Besonders Personen mit Schilddrüsenkrankheiten, Gefäßerkrankungen und Rheuma sind dafür sensibilisiert. Darüber hinaus können nicht korrigierte Fehlsichtigkeit oder falsch angepasste bzw. unkontrolliert getragene Kontaktlinsen trockene Augen verursachen. Auch verschiedene Medikamente wie hormonelle Kontrazeptiva, Schlafmittel, Psychopharmaka und Betablocker schaden den Augen.

Therapie

Ziele der Therapie sind:
1) die Stimulation der körpereigenen Tränenproduktion
2) eine Reinigung der Augenoberfläche
3) eine Tränensubstitution
4) die Reduktion der Entzündungsreaktion am Auge

Tipps aus der Apotheke

Die Beschwerden lassen sich meist gut durch Tränenersatzmittel in Form von Tropfen oder Gelen behandeln, die in der Apotheke erhältlich sind. Sie überziehen die Oberfläche des Auges mit einem feinen Flüssigkeitsfilm und lindern dadurch die Beschwerden. Zu den verwendeten Substanzen gehören viskositätserhöhende Stoffe wie Hyaluronsäure oder Dextrane. Sie weisen mitunter zusätzlich Wirkstoffe wie Dexpanthenol und Vitamin A auf, die die Regeneration der Hornhaut fördern. Produkte ohne Konservierungsstoffe haben ein geringeres allergenes Potenzial und sollten daher bevorzugt verwendet werden. Diese Präparate sind entweder in Behältnissen zur Einmalentnahme oder in speziellen Entnahmesystemen abgefüllt, die einen Keimbefall verhindern.
Liegt eine bakterielle Bindehautentzündung vor, kommen Kombinationen mit Antibiotika zum Einsatz. Eine Behandlung sollte nur unter ärztlicher Beratung erfolgen. Auch homöopathische Komplexmittel nehmen einen wichtigen Stellenwert in der Therapie von Augenbeschwerden ein. Die Augenmittel werden mehrmals täglich in den Bindehautsack des betroffenen Auges eingetropft. Beim Einträufeln ins Auge zieht man das Unterlid etwas nach unten und achtet dabei darauf, dass die Tropfenspitze das Auge nicht berührt. Vor der Anwendung sollte man sich immer gründlich die Hände waschen.

Tipps gegen trockene Augen:
• für hohe Luftfeuchtigkeit sorgen
• regelmäßige Pausen bei Computerarbeiten
• Rauch und Staub meiden
• täglich mindestens zwei Liter Wasser trinken
• Zugluft vermeiden –die Lüftung im Auto sollte nicht frontal auf die Augen gerichtet sein
• ausreichend schlafen – durch Schlafmangel verschlechtern sich die Beschwerden meist deutlich