Tipps für Venenpatienten
• Beim Sitzen in Ruhe möglichst die Beine hochlagern. • Längeres Stehen möglichst vermeiden. Ruhepausen mit Beinentlastung einlegen oder möglichst stündlich einige Minuten lang Venengymnastik durchführen. • Bequeme Kleidung tragen, die nicht die Atmung beeinträchtigt. • Möglichst viel barfuß auf weichem Untergrund laufen (z. B. am Strand). • Schuhwerk ohne hohe Absätze benutzen sowie auf ein gutes Fußbett achten. • Übermäßiges Gewicht abbauen, um Gelenke und Kreislauf zu entlasten. • „Venengerechte Sportarten” wählen und möglichst täglich eine Stunde aktiv an frischer Luft bewegen. • Sofern Kompressionsstrümpfe oder Verbände erforderlich sind (laut ärztlicher Anordnung) bereits morgens nach dem Aufstehen anlegen und ganztägig tragen; Behandlung nicht eigenmächtig unterbrechen, da sonst Komplikationen drohen! • Kompressionsstrümpfe halten länger, wenn sie in regelmäßigen Abständen gewaschen werden! – Kompressionsstrümpfe möglichst täglich wechseln und waschen. • Kompressionsbinden (Kurzzugbinden) sollten nach jeder Benutzung gewaschen werden (60 °C). Binden rollen, aber niemals bügeln, damit sie ihre wichtigen Materialeigenschaften nicht verlieren! • Direkte Sonneneinstrahlung auf die Beine möglichst vermeiden. • Kneipp´sche Anwendungen, wie z. B. den Schenkelguss, sinnvoll einsetzen – vor allem im Sommer, auch mehrmals täglich. • Beim Saunagang Beine hoch lagern und auf ausreichende Kaltwasseranwendungen an den Beinen achten! Bei bestehenden Venenleiden vor Saunabesuchen den zuständigen Arzt oder den Apotheker befragen. • Vorsicht bei gleichzeitigem Auftreten von Krampfadern, Rauchen und Einnahme der Antibabypille: die Thrombosegefahr steigt auch bei jungen Frauen dramatisch an! Den Frauenarzt auf dieses Problem aufmerksam machen! • Vorsicht bei Langstreckenflügen oder längeren Busreisen: möglichst bequemen Sitzplatz oder Platz am Gang wählen, möglichst alle 30 Minuten aufstehen und 5 Minuten Bewegungsübungen durchführen. Bei längeren Reisen rechtzeitig mit einem Arzt sprechen. Eventuell einige Tage vor Abflug mit der Einnahme eines Spezialpräparates – z. B. auf Rosskastanienbasis – zur Vorbeugung von Ödemen beginnen. Ratschläge des Arztes zur Kompressionstherapie genau beachten! • Bei Hautverletzungen am Bein besonders vorsichtig sein und den zuständigen Arzt informieren. • Bei plötzlichem Auftreten von unklaren Beinbeschwerden oder starken Schmerzen, wie z. B. Schwellungen, Rötungen oder Blässe, sofort den zuständigen Arzt informieren und die akuten Beschwerden schildern.
Ratschlag für Venenpatienten
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Venenerkrankungen: ein Volksleiden
Venenerkrankungen sind weit verbreitet. Jede fünfte Frau und jeder sechste Mann in Deutschland leidet an einer fortgeschrittenen chronischen Venenerkrankung. Etwa 80.000 Deutsche an einem offenen Bein. Noch immer werden Venenleiden häufig als ein kosmetisches Problem angesehen und nicht als das ernst zu nehmende medizinische Krankheitsbild, um das es sich dabei handelt. Venenerkrankungen können außer unschönen Hautveränderungen, Krampfadern und „offenen Beinen“ im ungünstigsten Fall auch zu einer gefährlichen Beinvenenthrombose führen. Die Folgen der chronischen Veneninsuffizienz sind Stauungserscheinungen, Schwellungen, Hautveränderungen und Ekzeme der Beine. Warum kommt es so häufig zu Venenerkrankungen? Die Hauptursache für das Auftreten von Krampfadern wird vor allem in dem entwicklungsgeschichtlichen Schritt zum aufrechten Gang des Menschen sowie der zivilisatorischen Umstellung der Lebensbedingungen mit den dadurch hervorgerufenen Veränderungen der venösen Durchblutung angesehen. Auch die Erbanlage spielt eine wichtige Rolle. Beim Menschen scheint der mit dem aufrechten Gang erschwerte Blutrücktransport zum Herzen aus den Beinen der entscheidende Ursachenfaktor für das menschliche Krampfaderleiden zu sein. Im gesamten Tierreich nämlich, auch bei extrem großen Tieren, wie z. B. dem Strauß, gibt es kein dem menschlichen Krampfaderleiden vergleichbares Krankheitsbild. Schwangerschaften stellen bei Frauen einen Risikofaktor für das Auftreten oder die Verschlimmerung einer bereits bestehenden Venenerkrankung dar.
Allgemeine Informationen
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Formen von Venenerkrankungen
1. Die Krankheitsbilder und ihre Ursachen Der Begriff der chronischen Veneninsuffizienz beschreibt ein Versagen der Entsorgungsfunktion des Venensystems. Das Blut wird nicht mehr bedarfsgerecht zurücktransportiert. In der Folge entwickelt sich eine chronisch venöse Stauung. Schmerzen, Spannungs-und Schweregefühl stellen sich ein. Das Bein wird dick, unangenehmes Wärme- oder auch Kältegefühl stören. Mancher Betroffene kann langes Sitzen, z. B. bei Autofahrten, nicht mehr ertragen. Es besteht dann ein quälender Drang zum Bewegen der Beine. Die chronisch venöse Stauung, die Blutbestandteile (Eiweiße) werden in das Gewebe abgepresst, und bleiben dort bei eingeschränkter Entsorgung liegen, löst chronische Entzündungsprozesse aus: die Haut wird hart (Fibrosierung) und sie färbt sich bräunlich an. Es bleiben Abbauprodukte von roten Blutzellen (Hämosiderin) im Gewebe liegen und es wird vermehrt Pigment (Farbstoffpartikel) in der Haut gebildet. Die feinsten Blutgefäße der Haut, die Kapillaren, die das arterielle Blut in der Haut verteilen, nehmen Schaden. Die bereits durch den fehlenden Abtransport venösen Blutes beeinträchtigte Hautversorgung verschlechtert sich dadurch weiter. Sobald die Ver- und Entsorgung den Ruhestoffwechsel der Zellen nicht mehr sicherstellen kann, gehen die Zellen zugrunde: es entsteht spontan eine meist noch sehr verzögert abheilende Wunde, meist im Innen oder Außenknöchelbereich am Unterschenkel. 2. Ursachen des Venenklappenuntergangs Die Ursachen der anlagebedingten, so genannten „primären Varikose“, also des umgangssprachlich „einfachen Krampfaderleidens“, sind noch nicht recht verstanden worden. Es gibt Hinweise auf eine gestörte Zusammensetzung der Venenwand (Kollagenvernetzung). Eine vorübergehende Behinderung des venösen Abstroms bei gleichzeitig hormonell bedingter Lockerung des Bindegewebes macht die Schwangerschaft zu einer besonders kritischen Phase, in der die Krampfaderbildung ausgelöst oder verstärkt wird. Immer wieder stark erhöhte Drucke in Beinvenen durch Pressatmung (Gewichtheben, das Tragen schwerer Lasten), werden auch als Ursache für die Entstehung von Krampfadern betrachtet. Die Erweiterung der Hautvenen betrifft auch die venösen Abschnitte, die Klappen tragen. Die Segel der Klappen weichen auseinander und allmählich wird die Klappe undicht und lässt das venöse Blut wieder Richtung Fuß zurück fließen. Die Funktion der Venenklappe als Ventil ist dann gestört, die Klappe wird insuffizient (geschwächt). Die katastrophalen Auswirkungen der Thrombose für die betroffenen Venenabschnitte sind ebenfalls bekannt. Zunächst verlegen die Blutgerinnsel die tiefen Leitvenen und blockieren den Rückfluss zum Herzen je nach Ausdehnung und Befallmuster. Während der ersten Tage und Wochen nach der Thromboseentstehung werden die Blutgerinnsel meist unvollständig vom Körper selbst aufgelöst, die verbleibenden Blutgerinnsel behindern aber den venösen Abstrom zum Herzen langfristig.
Ursache und Krankheitsbilder
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Untersuchungsmethoden bei Venenerkrankungen
Beim begründeten Verdacht auf eine akute Venenthrombose sollte sofort reagiert und ein Arzt hinzugezogen werden. Neuartige medizinische Behandlungsmethoden gestatten heute ein Entfernen oder ein Auflösen der gefährlichen Blutgerinnsel unter medizinischer Überwachung. Der Erfolg dieser Maßnahmen ist aber nur dann gegeben, wenn sie bereits in den ersten Stunden nach Auftreten der Thrombose ergriffen werden. Deshalb ist rasches Handeln erforderlich. Da das Venensystem aus einem oberflächlichen und einem tiefen System aufgebaut ist, können mit dem bloßen Auge bei einer Untersuchung nur die sichtbaren Veränderungen beurteilt werden, die sich an der Haut abspielen. Dazu zählen z. B. Besenreiservarizen, Krampfadern oder Stauungsekzeme. Zur weiteren Abklärung durch den Arzt kommen spezielle Untersuchungsmethoden und Geräte zum Einsatz. Neue technische Entwicklungen in den letzten Jahren haben dazu geführt, dass viele Untersuchungen mit Ultraschallwellen bzw. optischen Sensoren ungefährlich und schmerzfrei durchgeführt werden können. Das Ultraschall-Doppler-Verfahren benutzt Schallwellen, die über eine stiftartige Sonde eine Beurteilung von Blutfluss, Blutrichtung und möglichen Klappenschäden ermöglichen. In einer technischen Weiterentwicklung, der Farbduplex-Sonographie, können diese Ultraschallsignale sogar in Bilder umgewandelt werden, die die Blutströmung und evtl. Engstellen oder Thromben im Gefäß erkennen lassen. Die Farbduplex-Sonographie ersetzt zunehmend die früher übliche Phlebographie mit der risikoreicheren Kontrastmittelgabe und dem notwendigen Röntgen, so dass heute nur noch bei speziellen Fragestellungen auf die Phlebographie zurückgegriffen werden muss.
Vorbeugende Maßnahmen
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Behandlungsmethoden bei Venenerkrankungen
Die jeweilige Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung, den krankheitsbedingten Veränderungen und dem Leidensdruck der betroffenen Patienten. Auch das Alter und die Begleiterkrankungen spielen eine entscheidende Rolle, ob z. B. eine Operation angeraten wird oder andere Verfahren eingesetzt werden sollen. Kompressionstherapie bei Venenleiden Aus antiken Funden geht hervor, dass bereits seit vielen Jahrtausenden das Wickeln der Beine, bei venösen Erkrankungen mit Schwellungen und Hautveränderungen der Beine, angewendet wurde. Auf Felszeichnungen in der Sahara mit einem geschätzten Alter von über 4000 Jahren fanden sich Darstellungen von Tänzern mit „ödematös“ geschwollenen Beinen und angelegten Bandagen als erste Überlieferungen der Kompressionstherapie auf einfachstem Niveau. Unter medizinischer Kompressionstherapie ist dabei eine Behandlungsform zu verstehen, anstelle des bis dahin verbreiteten Wickelverbandes einen Druckverband zur Entstauung der Beine einzusetzen. Bis heute gehört die Kompressionstherapie zu den wirksamsten Methoden in der Behandlung von Venenerkrankungen, weil sie dem venösen Blutstau entgegen wirkt und die Transportmechanismen am Bein verbessert. Das verwendete Material und die Anlegetechnik spielen eine entscheidende Rolle, den therapeutisch erwünschten Druck zu erzeugen. Da sich bei krankheitsbedingten Venenwandveränderungen oder Klappenfunktionsstörungen die Venenklappen zum Innern der Vene nur noch mangelhaft schließen, kommt es durch den venösen Blutstau zu einer krankhaften Dehnung der Venenabschnitte, die wiederum weiter an Funktionstüchtigkeit verlieren. Der Blutstau in den Venen und die Dehnung der Gefäße lässt vermehrt Flüssigkeit durch die Venenwände austreten, was zur Schwellung des umliegenden Gewebes führt. Das Bein wird „dick“ und schwillt schmerzhaft an. Es kommt zu stauungsbedingten Gewebeschäden sowie zum Zelluntergang. Sichtbares Zeichen der gestörten Zellversorgung ist die Geschwürbildung am Unterschenkel mit der Bildung „offener Beine“.
Behandlung und Pflege
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Hautreinigung und -pflege bei Venenerkrankungen
Durch die Mangelversorgung der Hautzellen auf Grund der Durchblutungsstörungen ist die Haut meistens trocken und hochempfindlich. Darauf sollte bei der Hautreinigung und Pflege Rücksicht genommen werden. Auch wenn Hautpflege die Venenprobleme nicht heilen oder lindern kann, verbessert sie, richtig betrieben, jedoch den Hautzustand und lindert Hautsymptome wie Trockenheit, Spannungsgefühl, Juckreiz und Schuppung. Bei der Hautreinigung sollte Folgendes beachtet werden: Häufiges und langes Waschen, Duschen und Baden mit zu heißem Wasser (über 35 ºC), zu viel oder zu aggressiven Reinigungsmitteln kann die Haut reizen und die Austrocknung verstärken. Seife zerstört darüber hinaus als Lauge den hauteigenen Säureschutzmantel mit seinen Abwehrfunktionen gegen Krankheitserreger und schädliche Umwelteinflüsse. Milde, seifenfreie Reinigungsprodukt für empfindliche Haut mit einem pHWert von 5,5, die auf den Säureschutzmantel abgestimmt sind, werden dagegen selbst bei wunden Stellen sehr gut vertragen. Beim Duschen kann ein Präparat mit hohem Lipidanteil den Pflegebedarf der Haut bereits bei der Reinigung teilweise decken. Cremes und Lotionen zur Hautpflege sollten niemals zusammen mit oder unmittelbar vor bzw. nach der Anwendung von Arzneisalben auf den gleichen Hautstellen angewendet werden. Auch sollten Wunden bis zur vollständigen Abheilung nicht mit kosmetischen, sondern nur mit Arzneipräparaten behandelt werden. Die Auswahl der Pflegecremes oder -lotionen sollte mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden. Besonders aufnahmefähig für Pflege ist die Haut nach dem Waschen und Abtrocknen. Ein sanftes Einmassieren von den Knöcheln angefangen nach oben bis zu den Oberschenkeln sorgt für vollständiges Einziehen und fördert die Durchblutung.
Behandlung und Pflege
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Medikamente zur Therapie von Venenleiden
Ziel der Venenmedikamente ist vor allem eine Verringerung der Gewebswasserbildung („Ödem”) und damit das Verhindern schwerer, müder und geschwollener Beine. In den klinisch leichten bis mäßig schweren Krankheitsstadien der Venenerkrankung können entsprechende Venenmedikamente zu einer spürbaren Besserung führen. Auch bei Langstreckenflügen oder Busreisen kann die begleitende Einnahme von Venenmedikamenten medizinisch sinnvoll sein – auch als vorbeugende Maßnahme gegen eine mögliche Thrombose. Venenmedikamente können Krampfadern nicht zum Verschwinden bringen, aber in richtiger und ausreichender Dosierung die Symptome bessern. Dabei wirken Salbenpräparate eher in den oberen Hautschichten, während die Medikamente zur Einnahme auch die tiefer gelegenen Venenabschnitte mit beeinflussen. Venenpharmaka: Medikamentöse Therapie bei Venenerkrankungen Hinter dem Stichwort der „Venenmedikamente“ verbirgt sich eine Vielzahl unterschiedlicher Präparate und Inhaltsstoffe. Die Anwendungsformen der Venenpräparate reichen von verschiedenen Salben bis zur Einnahme spezieller Wirkstoffkombinationen. Im Folgenden soll ein grober Überblick gegeben werden. TIPP: Je nach der Zusammensetzung und Anwendung der Präparate sind folgende Wirkungsweisen erwünscht und erzielbar: • Eine Verringerung der Durchlässigkeit der Venenwand, um der Bildung von Wasseransammlungen im Gewebe entgegenzuwirken. • Eine Entwässerung des Gewebes durch eine Förderung des Rücktransportes von Ödemflüssigkeit im Gewebe.
Behandlung und Pflege
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Operative Eingriffe am Venensystem
Das kosmetische Resultat einer Sklerosierungsbehandlung entspricht jedoch oft nicht den hohen Erwartungen der Betroffenen nach einem makellosen Bein, so dass die Entscheidung zur Sklerosierungstherapie bei Besenreiservarizen sorgfältig überdacht werden sollte. Bei ausgedehnter Krampfaderbildung oberflächlicher Venen stellt die Venenoperation eine Möglichkeit dar, die nicht mehr funktionstüchtigen Venen auszuschalten. Betroffen sind typischerweise bei fast allen Patienten die große oder die kleine Rosenvene oder beide gleichzeitig. Sie ziehen jeweils vom Fuß zum inneren Leistenbereich bzw. in die hintere Kniekehlenregion und münden dort jeweils in tiefe Venenabschnitte. Sind die betroffenen Venenklappen defekt, kann Blut aus der Tiefe in umgekehrter „falscher“ Richtung in die Hautvenen fließen und neben einer zunehmenden Verschlechterung ihres Zustandsbildes auch zu ernsten Komplikationen führen. Deshalb ist das Entfernen dieser oberflächlichen Venen, die ihre Funktion eingebüßt haben, eine sinnvolle therapeutische Maßnahme. Viele Patienten stellen sich vor einem operativen Eingriff die berechtigte Frage, ob ihnen diese entfernten Venen später nicht fehlen werden. Da neunzig Prozent des venösen Blutes über die tiefen Leitvenen fließen, können diese die Funktion der „wegoperierten“ oberflächlichen Venen mit übernehmen. Voraussetzung ist allerdings, dass die tiefen Venen in einem einwandfreien Zustand sind. Zur eigentlichen Operation wird ein so genannter Stripper, ein Spezialkatheter, in die Vene an einem Ende eingelegt und bis zum anderen Ende durchgeschoben. Dort wird ein widerhakenähnlicher Sondenkopf aufgeschraubt und die gesamte Vene mit dem Stripper herausgezogen. Die Anschlussstellen werden sorgfältig vernäht und das Bein über mehrere Tage kräftig gewickelt, um die Bildung von Blutergüssen im Gewebe zu verhindern.
Behandlung und Pflege
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Behandlungsmöglichkeiten durch Kneipp´sche Anwendungen
Die nach Pfarrer Kneipp benannte Behandlungsmethode des „Kneippens“ kann bei richtiger Anwendung zu einer spürbaren Linderung der Beschwerden beitragen. Zwei Anwendungsformen des Wassers sind für den Venenkranken besonders sinnvoll. Zum einen handelt es sich dabei um das Wassertreten, wie es in Kneippkurorten in den Tretbecken praktiziert wird. Ähnliches ist auch zu Hause in der mit kaltem Wasser gefüllten Badewanne möglich, wenn keine Kureinrichtungen zur Verfügung stehen. Im so genannten „Storchengang“ wird das Bein aus dem Wasser angehoben, bis der Oberschenkel waagerecht ist, und das Bein senkrecht wieder in das Wasser eingetaucht. Auf einer rutschfesten Matte sollten Sie sich so einige Minuten bewegen. Anschließend die Beine leicht abtupfen und möglichst noch eine Weile umhergehen. Zum Unterschenkelguss kann ein einfacher Schlauch oder eine Brause eingesetzt werden. Das Wasser sollte kühl und weich auf der Haut auftreffen. Begonnen wird an der Vorderseite des rechten Fußes und außen am Bein hoch bis in die Kniekehle, dann auf der Innenseite fortgesetzt. Anschließend am linken Bein in gleicher Weise verfahren. Für jedes Bein sollten ca. 20 – 30 Sek. Zeit verwendet werden. Die Wirkungen des Schenkelgusses sind auch Stunden später noch spürbar – vor allem an warmen Sommertagen, bei morgendlicher Anwendung. Die Venenspannung nimmt zu und das Blut strömt schneller zum Herzen zurück. Im Tagesverlauf kann der Schenkelguss mehrfach wiederholt werden. Bei kreislauflabilen Personen sollten die Wasseranwendungen sicherheitshalber erst nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.
Behandlung und Pflege
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Venengymnastik
Es empfiehlt sich, die angegebenen Venengymnastikübungen mindestens 10 mal zu wiederholen und möglichst in den Alltag – auch am Arbeitsplatz oder zu Hause – zu integrieren. Optimal sind insgesamt 30 Minuten Gefäßtraining täglich. A. Übungen im Liegen Dazu Beine flach oder bequem auf einem Kissen lagern. 1. Beide Fußspitzen zunächst gleichzeitig, später dann gegensinnig, hoch ziehen und wieder strecken. 2. Die Zehen beider Füße möglichst rasch einkrallen und wieder strecken. 3. Die Füße aus dem Sprunggelenk einwärts und auswärts kreisen lassen. 4. Die Beine senkrecht nach oben strecken und mit den Füßen kreisen, später abwechselnd heben und senken. B. Übungen im Sitzen 5. Beide Beine gleichzeitig auf die Zehenspitzen aufstellen und zügig wieder bis auf die Fußsohlen aufsetzen. 6. Die Füße auf die Fersen aufstellen und abwechselnd den linken und rechten Vorfuß anheben und absenken. 7. Mit den Händen hinter dem Rücken am Stuhl festhalten und beide Beine kräftig mit den Zehen vom Boden abstoßen und langsam wieder aufsetzen. 8. Füße auf einen Ball oder eine Rolle aufsetzen und mit den Füßen möglichst weit nach vorne und nach hinten rollen, ohne den Kontakt zum Gerät zu verlieren. 9. Mit einem elastischen Band oder einem langen Handtuch eine Schlinge bilden und mit dem Fuß Widerstand aufbauen, wobei die Schlinge mit den Armen gehalten wird. C. Übungen im Stehen 10. Mit geschlossenen Beinen in den Zehenstand gehen und langsam wieder in den Stand absenken. 11. Mit den Zehen auf dem gebundenen Rand des Telefonbuches stehen, in die Streckung gehen und mit der Ferse langsam den Boden berühren.
Ratschlag für Venenpatienten
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