Kräutererlebnisse im Tölzer Land
„Immer schön rühren und stampfen!“ Ja, doch! Ich rühre und stampfe, was das Zeug hält. So ein Kräuter- Auszug im Schnelldurchgang hat es in sich. Aber: Im Handumdrehen wird aus Blüten und einigem mehr eine Ringelblumensalbe, die ich selbst zusammengerührt und -gestampft habe. Hexenwerk ist das nicht. Überhaupt: Kräuterhexen bin ich hier keinen begegnet, aber jeder Menge Kräuterpädagoginnen. Zugegeben, ich hatte so meine Befürchtungen. Kräuterpädagogin, wie das schon klingt! Irgendwie nach Schule, Tests und Noten. Nur nicht nach Urlaub. Kräuterferien, um genau zu sein. Würde ich überhaupt ein Kraut erkennen? Und am Ende eines Weges noch wissen, was ich am Anfang gehört habe? Ganz zu schweigen am nächsten Tag? Oder Gerüche wahrnehmen und Aromen schmecken? Und kann man beim Anrühren und -mischen von Salben, Cremes und Duftsäckchen womöglich viel falsch machen? Also: Ein weiblicher Miraculix wird sicher nicht aus mir. Aber ich bin nach wie vor erstaunt, was an scheinbar vergessenem Basiswissen wiedergekommen und wie schnell Neues hängen geblieben ist – bei all‘ den Streifzügen durch Klostergärten und Kräuterparks, über Bergalmen und entlang von Wegen im Tal. Nicht zu vergessen die interaktiven Workshops in kleinen Küchen und heimeligen Ladenecken. Aber ich hatte auch echt starke Lehrmeisterinnen: Powerfrauen, im wahrsten Sinne des Wortes. Und gar nicht schulmeisterhaft, sondern supernett. Mit übersprudelndem Wissen, aber nie überfordernd. Klug anleitend und nur eingreifend, wenn nötig: „Immer schön rühren und stampfen!“
Reise-Tipps
 »
Heilklima: Einmal tief durchatmen
Wer Asthma, Heuschnupfen oder Hauterkrankungen hat, fährt gerne dahin, wo die Luft reiner und schadstoffärmer ist. Aber auch Normalreisende wählen immer öfter ihr Reiseziel nach dem Aspekt Reiz- oder Schonklima aus. Denn da, wo die Luft gut und die Landschaft reizvoll ist, fühlen sich auch Gesunde wohl. Luftholen kann man doch immer und überall, meint man. Es ist aber doch ein Unterschied, ob man mitten in der Großstadt an einer Hauptverkehrsstraße wohnt oder in einem Dorf in den Bergen. Industrie und Autos pusten Stickoxide, flüchtige organische Verbindungen, Ruß und andere Partikel in die Luft – nicht jede Lunge verkraftet das gut. Hängt dann im Winterhalbjahr ein zäher Smog über der Stadt, bezahlen nicht wenige das Luftholen mit ständigen Hustenattacken. Luftschadstoffe tragen ihren Teil dazu bei, dass es in Deutschland immer mehr Fälle von Allergien, Asthma, chronischer Bronchitis und Herz-Kreislauf- Erkrankungen gibt. Wie ein Balsam wirken deshalb die anregenden Reize, die durch Sonne, Wind und Wetter und vor allem durch die klare Luft vermittelt werden. In Deutschland widmen sich Heilklimatische Kurorte und Seebäder der Wiederherstellung der angegriffenen Gesundheit. Diese Kurorte findet man abseits von Industrieballungsgebieten, Großstädten oder schadstoffbelasteten Regionen, aber in durchaus sehr verschiedenen Klimazonen. „Das Heilklima“ gibt es nicht; es kommt ganz auf die individuellen Beschwerden an, welches Klima für wen am besten geeignet ist.
Reise-Tipps
 »
Entspannt im Nahetal
Licht, Luft, Wasser und Erde: Diesen Elementen kommt man an der Nahe ganz nahe. Zum einen durch die Kur des „Lehmpastors“ Emanuel Felke, dessen Tradition in Bad Sobernheim gepflegt wird. Zum anderen durch die vielfältige Landschaft zwischen Fluss, Wald und Weinbergen. Das ist nun auch mal eine spannende Erfahrung, denke ich mir, als ich in einer Wanne sitze und mich mit flüssigem, kühlem Lehm-Brei einschmiere. Gewöhnungsbedürftig ist das aber nur im ersten Moment. Es wird angenehm, als die Lehmschicht durch die eigene Körpertemperatur erwärmt wird. Die Lehmpackung wirkt abschwellend, entzündungshemmend, schmerzstillend und durchblutungsfördernd, sagt man mir. Sie sei gut für die Gefäße, für die Haut und für rheumageplagte Gelenke. Selbst als einigermaßen Gesunder spüre ich die belebende Nachwirkung, als ich, vom Lehm befreit, durch die stille, abgeschiedene Parkanlage von Menschels Vitalresort spaziere und das Lichtbad genieße. In dem schön gelegenen Bio-Hotel bei Bad Sobernheim im Nahetal folgt man den Rezepten Emanuel Felkes, durch die Heilkraft von Licht, Luft, Wasser und Erde den Körper wieder in seine natürliche Balance zu bringen. Die Heilkraft der Natur Dem Naturheilkundler und Homöopathen Emanuel Felke hat der Kurort Bad Sobernheim viel zu verdanken, denn hier hat er von 1915 bis 1926 gelebt und durch seinen Kurbetrieb das Städtchen an der Nahe überregional bekannt gemacht. Felke steht in einer Reihe mit naturheilkundlichen Therapeuten wie Sebastian Kneipp, Vincenz Prießnitz und Adolf Just. Durch eigene Erfahrung und Beobachtung kam er zu dem Schluss, dass Wasser- und Lehmanwendungen, Bewegung, gesunde Ernährung und die Balance von
Reise-Tipps
 »