Die Schutz-Weste für das Herz
Der plötzliche Herztod ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Die einzige wirksame Behandlung ist die Defibrillation. Patienten mit einem dauerhaften Risiko werden in der Regel mit einem implantierbaren Cardioverter Defibrillator versorgt. Für Risiko-Patienten, bei denen sich die Herzfunktion wieder verbessern kann, ist die Defibrillatorweste eine Option. Trotz jahrzehntelanger Forschung ist es schwierig vorherzusagen, wer einen plötzlichen Herztod erleiden wird. Sicher ist so viel: Der plötzliche Herztod erfolgt in der Regel ohne Warnung. Ist das elektrische System des Herzens gestört, können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen innerhalb weniger Minuten zum Tod führen, wenn der Patient nicht adäquat behandelt wird. Die einzige Behandlung, die eine solche Herzrhythmusstörung beenden kann, ist eine Defibrillation, das heißt die Abgabe eines elektrischen Behandlungsschocks. Das Herz soll damit wieder einen normalen, koordinierten Rhythmus aufnehmen. Defibrillatorweste schützt vor plötzlichen Herztod Bei einem bekannten plötzlichen Herztod-Risiko helfen unterschiedliche Schutzmaßnahmen. Patienten mit einem dauerhaften Risiko werden in der Regel mit einem streichholzschachtelgroßen Cardioverter Defibrillator geschützt, der im Brustbereich eingesetzt wird. Für Patienten, bei denen hingegen die Chance auf Verbesserung des Zustandes besteht und bei denen noch kein permanentes Risiko festgestellt wurde, ist die Life-Vest Defibrillatorweste eine sichere, wirksame und zugleich schonende Option. Die LifeVest ist der erste Defibrillator, der direkt am Körper getragen und nicht implantiert wird. Patienten können mit seiner Hilfe ihr alltägliches Leben wie gewohnt weiterführen, arbeiten und – mit Erlaubnis des Arztes – sogar leichten Sport treiben. Sie haben gleichzeitig die Gewissheit, vor dem plötzlichen Herztod sicher geschützt zu sein. Neben dem zuverlässigen Schutz des Patienten, gibt die Defibrillatorweste dem Arzt Zeit, die Therapie zu optimieren und das Langzeitrisiko eines Patienten zu bestimmen: Patienten mit neu diagnostizierter Herzschwäche erhalten eine individuell auf sie abgestimmte, medikamentöse Therapie. Diese benötigt Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten und um gegebenenfalls die Herzfunktion zu verbessern. Währenddessen kann die Defibrillatorweste die Patienten vor dem plötzlichen Herztod schützen. Zudem unterstützt sie bei der Entscheidung, ob ein Patient von einer Cardioverter Defibrillator Implantation profitiert.
Rat und Tat
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Schutz für Nieren und Blase
Sie erfüllen lebenswichtige Aufgaben im menschlichen Körper, sind maßgeblich an seiner Entgiftung beteiligt, regulieren außerdem unter anderem Wasserhaushalt und Blutdruck. Darum sollte jeder gut auf den Schutz seiner Nieren und des Harnapparates achten, um Funktionsstörungen und Infektionen zu vermeiden. Das geht mir an die Nieren – so sagt man oft, wenn einen etwas sehr stark berührt, mitnimmt oder aufregt. Diese Redewendung geht bis in das Mittelalter zurück, als die Nieren als Sitz der Lebenskraft und Gemütsbewegungen galten. Tatsächlich sind die beiden Organe lebenswichtig für den Menschen. Gemeinsam mit den Harnwegen gehören sie zum lymphatischen System, weil sie in Zusammenarbeit mit der Leber Schadstoffe und Abfallprodukte aus dem Körper leiten. Das ist deshalb auch so wichtig, weil tagtäglich über Lebensmittel und die Umwelt Giftstoffe in unser Blut gelangen. Außerdem spielen die Nieren eine wichtige Rolle im Wasser-, Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt des Körpers. Die Nieren sind paarig angelegte Organe, die sich rechts und links der Wirbelsäule auf Höhe der unteren Rippenbögen befinden. Sie sind von einer schützenden Hülle umgeben, der Nierenkapsel, darunter liegen die Rindenschicht und das Nierenmark. In der Nierenrinde befinden sich die Nephronen, die eigentlichen Kläranlagen der Nieren. Hier wird das Blut gefiltert und der so genannte Primärharn gebildet, circa 180 Liter am Tag. In den Nierenkanälchen wird dieser dann konzentriert, wertvolle Stoffe ins Blut zurückbefördert. Schließlich gelangt der Endharn in das Nierenbecken und über die Harnleiter weiter in die Blase. Fünfmal pro Stunde fließt unser Blut durch die Nieren und filtert im Schnitt 1,8 Liter Urin pro Tag heraus – eine stolze Leistung. Unterschiedliche Ursachen können zur Funktionsbeeinträchtigung der Nieren führen – beispielsweise langjähriger Diabetes mellitus, übermäßige Einnahme bestimmter Schmerzmittel oder anderer Medikamente, Bluthochdruck oder entzündliche Nierenerkrankungen. Auch mit zunehmendem Alter schwächeln die Nieren. Bereits ab dem 30. Lebensjahr sinkt die Leistung um etwa ein Prozent pro Jahr. Das bereitet allerdings in der Regel keine Probleme, weil die von Natur aus große Kapazität der Nieren das normalerweise auffängt. Schließlich können Menschen in der Regel auch mit nur einer Niere gut leben. Wenn die Nierenfunktion allerdings vollständig erlischt, ist dies ohne Behandlung tödlich. Alle zwei Jahre zum Check Da die Organe sehr empfindlich sind, raten Experten, ab 35 Jahre die Nieren alle zwei Jahre checken zu lassen, Diabetiker und Bluthochdruckpatienten sogar jährlich. Der Test ist ganz einfach: Der Eiweißgehalt im Urin wird gemessen – ist er zu hoch, deutet das auf eine eingeschränkte Filterkraft der Nieren hin. Damit es möglichst erst gar nicht so weit kommt, und um irreversiblen Schäden der Nieren und des Harnapparates vorzubeugen, sollten sie gut geschützt und gepflegt werden. Dazu kann jeder selbst viel beitragen.
Rat und Tat
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Naturgenuss: Tipps für Stadtbewohner
Rund 74 Prozent der Menschen in Deutschland leben laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mittlerweile in Städten. Zwischen Asphalt, Beton und Autos ist es da nicht immer einfach, regelmäßig eine gesunde „Dosis“ Wald zu bekommen. Der Biologe Clemens G. Arvay gibt Stadtmenschen folgende Tipps: • In der Stadt sollte man so oft wie möglich Parks mit Bäumen aufsuchen. Solche Parks sind oft nach dem Vorbild der Savanne angelegt. Suchen Sie die Nähe von Bäumen, Laubbäumen und wenn möglich auch Nadelbäumen wie Fichten und Kiefern. • Begeben Sie sich nah an den Stamm heran, denn die Borke ist eine reiche Quelle für Terpene. Wir nehmen sie beim Atmen und über die Haut auf. • Suchen Sie in Parks nach Kiefern-, Fichten- und Tannenzapfen. Diese geben Terpene ab, denn Terpene sind Hauptbestandteil der ätherischen Öle, die wir riechen können. Sie können regelrecht an den Zapfen riechen. Sie enthalten besonders viel Pinen und Limonen – das sind jene Terpene, die laut Studien am effizientesten unsere natürlichen Killerzellen stärken. • Gehen Sie so oft wie möglich zu Fuß zur Arbeit, an die Uni oder zur Schule, sofern Sie dabei durch einen Park gehen können und nicht nur entlang stark befahrener Straßen. • Außerdem verfügt fast jede Stadt in Deutschland, Österreich und der Schweiz über ein öffentliches Verkehrsnetz, über welches man bis in umliegende Wälder oder naturnahe Gebiete am Stadtrand gelangen kann.
Wohlfühlen
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Die Heilkraft des Waldes
Bemooste Baumriesen, grünliches Licht und würziger Duft – der Wald hat eine ganz besondere Faszination und wird von vielen Menschen regelmäßig als Erholungs- und Rückzugsort genutzt. Doch er kann noch mehr: Für Körper und Seele ist ein Waldbesuch wahre Medizin. Wenn deine Seele krank ist, dann verbirg dich wie ein verwundetes Tier in den Wäldern: sie werden dich heilen. Die dunklen Bäume sind stumme Freunde. Sie nehmen dich schweigend auf und sind dir gut.“ Wie der Schriftsteller Siegfried von Vegesack (1888 – 1974) es so wunderschön ausdrückte, empfinden auch heute noch viele Menschen den Wald als einen Zufluchts- und Ruheort, der Entspannung und neue Kräfte schenkt. Immerhin die Hälfte der Deutschen sucht mindestens alle 14 Tage Erholung zwischen Bäumen, Moos und Unterholz. Raum dafür gibt es zum Glück genug, denn knapp ein Drittel der Bundesrepublik ist bewaldet, und insgesamt laden mehr als 574.000 Kilometer Waldwege zum Wandern, Schlendern und Verweilen ein. Dass dabei nicht nur die Seele, sondern auch der Körper profitiert, ist ebenfalls seit langem bekannt – so gehören Spaziergänge in Wald und Natur etwa zum Programm vieler Kuren dazu. Die Intuition hat recht Die heilsame Kraft des Waldes auf Seele und Körper ist dabei keine Einbildung. Wie so oft hat die Intuition auch hier recht. Mittlerweile haben zahlreiche Studien nachgewiesen, dass die Waldatmosphäre uns auf vielerlei Weise positiv beeinflusst. Schon 1984 fand der Wissenschaftler Roger Ulrich heraus, dass Patienten nach einer Operation schneller gesund wurden, seltener Komplikationen erlitten und weniger Schmerzmittel brauchten, wenn sie aus ihrem Zimmer auf eine Baumgruppe blicken durften. Die Vergleichsgruppe, die nur auf eine Mauer schauen konnte, erholte sich dagegen langsamer. 2008 entdeckten japanische Forscher, dass in den Waldgebieten des Landes deutlich weniger Menschen an Krebs sterben als in den unbewaldeten Regionen, und bei einer Untersuchung im kanadischen Toronto wurde festgestellt, dass schon zehn zusätzliche Bäume rund um einen Wohnblock dessen Bewohner gesundheitlich um sieben Jahre „verjüngen“. Terpene und Evolution Doch wie kommen diese erstaunlichen Heilwirkungen von Bäumen und Wald ganz konkret zustande? Der österreichische Biologe und Buchautor Clemens G. Arvay hat sich mit diesem Phänomen eingehend beschäftigt, viele wissenschaftliche Studien zusammengetragen und mehrere Bücher zum Thema veröffentlicht. Er kennt verschiedene Faktoren, die das Naturerlebnis so gesund machen: „Zum Beispiel führen sekundäre Pflanzenstoffe aus der Waldluft, so genannte Terpene, zu einer nachgewiesenen Aktivierung unseres Immunsystems“ erklärt er. „Diese Substanzen lassen unsere natürlichen Killerzellen, die Viren aus unserem Körper eliminieren, mehr und auch aktiver werden. Auch die drei wichtigsten Anti-Krebs- Proteine, mit denen unser Organismus potenzielle Krebszellen sowie Tumorzellen vergiften kann, werden durch das Einatmen von Terpenen signifikant mehr.“ Ursprünglich dienen diese Terpene der Kommunikation unter den Pflanzen des Waldes. Mit ihnen teilen sie sich über den Luftweg etwa mit, wenn Schädlinge angreifen und welcher Art diese sind. Auch können sie damit nützliche Insekten anlocken, sich vor der Sonne schützen oder Fressfeinde durch schlechten Geschmack vertreiben. Dass die Terpene auch Wirkungen auf den Menschen haben, lässt sich aus der Evolution erklären. Denn Pflanzen und Menschen haben sich über Hunderttausende von Jahren im ständigen Wechselspiel nebeneinander entwickelt und aufeinander eingestellt.
Achtsamkeit und Psyche
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Was tun im Wald?
Mindestens alle zwei Wochen sollte man sich für mehrere Stunden den Heilkräften des Waldes aussetzen. Womit man diese Zeit verbringt, dafür gibt es viele Möglichkeiten. Hier einige Tipps: • Wandern: Waldluft plus Bewegung tut der Gesundheit doppelt gut. Viele Tipps und Wanderwege findet man zum Beispiel unter www.wanderbares-deutschland.de. Joggen, Walken und Radfahren sind ebenfalls waldgeeignete Sportarten – aber immer Rücksicht auf den Naturschutz und andere Besucher nehmen. • Tiere beobachten: Wer sich leise verhält und ein bisschen Glück hat, kann Rehe, Hirsche, Wildschweine und zahlreiche Vogelarten beobachten. Aber nicht nur die großen Tiere sind interessant, auch im Kleinen wimmelt es überall: Frösche und Ringelnattern bevölkern kleine Gewässer, in verrottenden Baumstämmen tummeln sich zahllose Insekten, Ameisenvölker sind emsig bei der Arbeit. Die wichtigsten Tier- und Pflanzenarten unserer Wälder erklärt etwa „Die kleine Waldfibel“, die unter www.waldkulturerbe.de bestellt und als PDF oder App heruntergeladen werden kann. Tipp: Fernglas mitnehmen. • Beeren und Pilze sammeln: Unter dem Blätterdach gibt es viel Nahrhaftes zu finden. Man sollte allerdings nur Dinge sammeln, die man gut kennt – und nicht mehr, als man an einem Tag isst. • Lauschen: Das Rauschen der Blätter, das Klopfen eines Spechts, der Ruf eines Waldkauzes – der Wald bietet eine wunderschöne und beruhigende Geräuschkulisse. Einfach mal an einen schönen Platz setzen, die Augen schließen und zuhören. Ambitioniertere Waldbesucher können auch versuchen, verschiedene Vögel an ihrem Gesang zu erkennen. Üben kann man etwa unter www.vogelstimmen-hoeren.de. • Meditieren: An einem Seeufer, auf einer Bank am Waldrand, auf einem alten Baumstumpf: An vielen Plätzen in der Natur kann man wunderbar verweilen, ausruhen, lesen und sinnieren. Noch tiefer wird die Entspannung mit Meditation. Wer eine Meditationstechnik beherrscht, sollte das ausprobieren. • Achtsamkeit üben: Wie fühlt sie die Rinde einer Eiche an, wie die einer Fichte, wie der Waldboden unter den nackten Füßen? Wie riechen Pilze und Zapfen? Genaues Hinfühlen und -riechen eröffnet ganz neue Erlebniswelten.
Achtsamkeit und Psyche
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Kürbis - Gruselig und gesund!
Kürbisse können nicht nur gruselig leuchten, sondern sind auch sehr schmackhaft und gesund. 800 Arten stehen für Zierde und Genuss Insgesamt gibt es rund 800 Kürbis-Arten. Diese kann man grob in Zier- und Speisekürbisse unterteilen. Zierkürbisse findet man in getrockneter Form oft als Dekorationsmaterial in Baumärkten und Bastelläden. Zierkürbisse sollten wirklich nur als Dekoration eingesetzt werden, denn sie enthalten den giftigen Bitterstoff Cucurbitacin, der in hoher Konzentration bei Menschen zu ernsten Magen- und Darmerkrankungen führen kann. Für ein leckeres Kürbisgericht sollte man deshalb zu den Speisekürbissen greifen. Zu diesen gehören eine Vielzahl von Sorten mit so ungewöhnlichen Namen wie Bischofsmütze, Türken-Turban oder Spaghettikürbis, aber auch die bekannteren Hokkaido-, Muskat- oder Moschuskürbisse. Mit Ausnahme der Zucchini, die ebenfalls zu den Kürbisgewächsen zählt, haben Speisekürbisse meist eine gelbliche bis rötliche Schale und gelbes bis orangefarbenes Fruchtfleisch. Auch die Speisekürbisse enthalten Cucurbitacine, allerdings nur in sehr kleinen Mengen. Die Konzentration des Bitterstoffs nimmt aber mit der Fruchtreife zu. Daher sollte Kürbisfleisch vor dem Verarbeiten unbedingt roh probiert werden. Schmeckt es bitter, ist der Kürbis überreif und sollte nicht mehr gegessen werden. Einkauftipps Kürbisse waren lange Zeit nicht leicht zu bekommen. Da in den letzten Jahren jedoch immer mehr Gartenbaubetriebe, Bauernhöfe und Hobbygärtner in die Kürbiszucht eingestiegen sind, ist das Angebot inzwischen deutlich besser geworden. Die Kürbisernte beginnt im Spätsommer und wird vor dem Winterfrost beendet. Beim Einkauf ganzer Kürbisse sollte man darauf achten, dass diese eine unverletzte, feste Schale haben und noch einen Stielrest aufweisen. Reife Kürbisse klingen leicht hohl, wenn man auf die Schale klopft. Druckstellen sind ein schlechtes Zeichen, Farbunterschiede auf der Schale sind jedoch unproblematisch.
Ernährung
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Aktiv gegen Verstopfung - Den Darm in Bewegung bringen
Fast jeder Mensch kämpft irgendwann einmal mit einer stockenden Verdauung – der eine nur vorübergehend, andere immer wieder. Der Stillstand auf dem stillen Örtchen ist für die Betroffenen sehr belastend. Dabei können bewährte und manchmal auch ungewöhnliche Maßnahmen meist Abhilfe schaffen. Nichts geht mehr. Wenn der Darm streikt, macht sich dies mit typischen Symptomen bemerkbar: andauerndem Druck- und Völlegefühl, Grummeln im Bauch, hartem Stuhl sowie quälendem und eben allzu oft ergebnislosem Pressen beim Toilettengang. Das gesamte Wohlbefinden leidet, was die Lebensqualität stark beeinträchtigen kann. Hinzu kommt, dass Verstopfung immer noch ein Tabuthema ist, über das die meisten selbst dem Arzt gegenüber nicht gerne sprechen. Dabei ist Verstopfung (medizinisch Obstipation) weit verbreitet. Etwa 15 Prozent der Allgemeinbevölkerung ist davon betroffen, bei Frauen und älteren Menschen ist der Anteil noch deutlich höher. Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein. Bewegungs- und Flüssigkeitsmangel sowie eine falsche Ernährung können die Symptome hervorrufen, sind aber meist nicht die alleinigen Auslöser. Beteiligt sind oft auch verschiedene Erkrankungen von Darm, Nerven, Muskeln, Störungen im Hormonhaushalt, Stress sowie bestimmte Medikamente. Um jedoch eines deutlich zu machen: Man muss nicht jeden Tag „müssen“. Alles zwischen drei Mal täglich und drei Mal wöchentlich stufen Ärzte als normal ein. Erst bei weniger Toilettengängen spricht man von chronischer Verstopfung. Ob nun „nur“ ein träger Darm oder eine echte Obstipation – niemand muss sich mit den unangenehmen Folgen abfinden. In vielen Fällen lässt sich die Darmtätigkeit erfolgreich anregen. Pflanzenfasern steigern Druck auf die Darmwand Eine wichtige Rolle spielt die gezielte Ernährung. Dass Ballaststoffe förderlich sind, haben inzwischen die meisten Betroffenen schon gehört. Tatsächlich deuten epidemiologische Studien darauf hin, dass bei Völkern, die sehr ballaststoffreich essen, Verstopfung deutlich seltener vorkommt. Die unverdaulichen Pflanzenfasern können das Hundertfache ihres Gewichts an Wasser speichern. Dadurch steigt das Volumen des Speisebreis im Darm stark an und übt Druck auf die Darmwand aus. Das fördert die Eigenbewegung des Verdauungskanals und die Abfallprodukte unserer Nahrung werden zum Ausgang transportiert. Viele Ballaststoffe finden sich in zum Beispiel in Vollkorngetreide, Trockenfrüchten, Obst, Gemüse, Nüssen, Flohsamen und Hülsenfrüchten. Auch eine aus dem Gleichgewicht geratene Darmflora lässt sich mit Nahrung oft wieder regulieren, etwa durch mikrobiotische Lebensmittel. Dazu gehören probiotische Joghurts, milchsauer vergorenes Gemüse wie Sauerkraut sowie fermentierte Getränke wie Kefir oder Kombucha. Der regelmäßige Verzehr kann die Verdauung oft erfolgreich in Schwung bringen – am besten in Verbindung mit ausreichender Flüssigkeitsaufnahme und täglich einer halben Stunde Bewegung. Denn Untersuchungen haben gezeigt, dass die Darmflora von Sportlern artenreicher ist. Außerdem regt körperliche Aktivität die darmumgebenden Muskeln und die Durchblutung der Verdauungsorgane an, was Verstopfung entgegenwirkt. Massage
Rat und Tat
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Raucherland Deutschland – weltweit unter den Top Ten
Deutschland gehört weltweit zu den Top Ten der Länder mit der höchsten Anzahl an Rauchern – mit fatalen Folgen: Etwa jeder siebte Todesfall ist hierzulande eine Folge des Tabakkonsums. In Deutschland gibt es seit vielen Jahren Kampagnen zum Rauchstopp, doch der Effekt ist relativ gering. Dies beweist die Global Burden of Disease-Studie, die im angesehenen Fachjournal „The Lancet“ erschien. In dieser Studie schätzt ein Konsortium namhafter Wissenschaftler für 195 Länder und Territorien die Raucherzahlen ab und berechnet die durch den Tabakkonsum verursachten Todesfälle. Zugleich belegt Deutschland den vorletzten Platz – nur gefolgt von Österreich – auf der Tabakkontrollskala der Europäischen Krebsliga, die staatliche Maßnahmen zur Verringerung des Tabakkonsums bewertet. KonsequentePrävention nötig Den neunten Platz im Ranking der Länder mit den meisten Rauchern verdankt Deutschland nicht nur seiner hohen Einwohnerzahl, sondern auch dem immer noch hohen Raucheranteil. Dieser ist zwar seit 1990 leicht gesunken, aber nur bei Männern und deutlich weniger als im Durchschnitt aller Länder weltweit. Der Studie zufolge konsumieren in Deutschland rund 20 Prozent der weiblichen und 25 Prozent der männlichen Bevölkerung täglich irgendeine Form von Tabak – mit schwerwiegenden Folgen. Denn Rauchen ist nach wie vor einer der bedeutendsten Risikofaktoren für Krankheit und Tod: Weltweit ist mehr als jeder zehnte Tod durch Tabakkonsum verursacht. Dies könnte in den kommenden Jahren noch mehr werden, fürchtet Dr. Ute Mons, Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention und des WHOKollaborationszentrums für Tabakkontrolle am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg: „Mit der demographischen Alterung der Bevölkerung rollt eine Welle tabakbedingter Todesfälle auf Deutschland zu, weil die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 1960er Jahre, von denen vergleichsweise viele zur Zigarette gegriffen haben, jetzt in ein Alter kommen, in dem das Risiko für tabakbedingte Erkrankungen besonders hoch ist.“ „Diese Entwicklung kann aufgehalten werden, wenn sich Deutschland endlich für eine konsequente Präventionspolitik entscheidet“, sagt Dr. Dietrich Garlichs, Sprecher der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK), einem Zusammenschluss von 20 medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften, Verbänden und Forschungseinrichtungen. Mit dem Tabakrahmenübereinkommen der WHO, das Deutschland unterzeichnet und ratifiziert hat, steht ein Bündel wirksamer Präventionsmaßnahmen zur Eindämmung des Rauchens und dessen gesundheitlicher Folgen zur Verfügung. DANK fordert, dass diese Maßnahmen nun auch entschlossen umgesetzt werden. Dazu gehören insbesondere regelmäßige, deutliche Erhöhungen der Tabaksteuer, ein konsequenter Nichtraucherschutz ohne Ausnahmeregelungen und ein umfassendes Tabakwerbeverbot.
kurz informiert
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Gut versorgt mit Zink
Der Herbst mit seinen kalten Winden und Regenschauern macht uns wieder einmal klar, wie wichtig ein gut funktionierendes Immunsystem ist. Das Spurenelement Zink trägt wesentlich dazu bei, dass die Abwehr ihre Aufgaben erfüllen kann. Doch nicht nur vor Erkältungen schützt Zink. Es ist ebenso wichtig für den Stoffwechsel, für die Wundheilung sowie für Haut und Haar. Zu Beginn der kalten Jahreszeit hat das Immunsystem wieder einmal Höchstleistungen zu vollbringen. Die Immunzellen, die sich auf das Erkennen und Ausschalten von Erkältungsviren spezialisiert haben, müssen nun topfit sein. Dazu benötigen sie das Spurenelement Zink, denn es fördert die Reifung der Abwehrzellen. Wird es innerhalb von 24 Stunden nach den ersten Symptomen eingenommen, kann es häufig die Dauer und Schwere von Erkältungen verringern. Allerdings nicht nur für die Funktionstüchtigkeit des Immunsystems ist Zink von Bedeutung. Als Bestandteil vieler Enzyme erfüllt es im Körper eine Reihe verschiedener Funktionen. Multitalent Zink An der Bildung von über 200 Enzymen ist Zink beteiligt. Enzyme sind chemische Katalysatoren, die Stoffwechselprozesse beschleunigen oder überhaupt erst ermöglichen. So spielt Zink eine zentrale Rolle bei der Zellteilung und ist beteiligt am Aufbau der Erbsubstanz. Auch für den Zucker-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel ist es unverzichtbar. Als Bestandteil des Enzyms Carboanhydrase ist es notwendig zur Regulierung des Säure-Basen-Haushalts. Und nicht zuletzt das Hormonsystem profitiert von Zink, da es an der Bildung der Geschlechtshormone, der Schilddrüsenhormone, des Wachstumshormons, des Insulins und der Prostaglandine mitwirkt. Letztere gehören zur Gruppe der Gewebshormone und beeinflussen unter anderem Entzündungsprozesse. Da Zink bei so vielen unterschiedlichen Prozessen eine zentrale Rolle spielt, hat ein Zinkmangel entsprechend verschiedenartige Auswirkungen, die zunächst gar keinen Zusammenhang erkennen lassen. Treten Störungen bei der Wundheilung auf, z. B. bei Kratzern und leichten Verletzungen, könnte ein Zinkmangel dafür verantwortlich sein, denn das Spurenelement unterstützt die Neubildung von Eiweißen, die das zerstörte Gewebe ersetzen und damit die Wunde schließen. Doch ebenso können Haarausfall oder ein trockenes, rissiges Hautbild auf eine mangelhafte Zinkversorgung hindeuten, da die Bildung der Aufbaustoffe Keratin und Kollagen nicht ohne Zink vonstattengeht. Zu wenig Zink steht auch in Zusammenhang mit Entzündungen, z.B. der Haut oder Magen-Darm-Schleimhaut, mit häufigen Infekten, Appetitlosigkeit oder Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Vor allem Diabetiker müssen auf eine ausreichende Zinkversorgung achten, da sie über den Urin viel Zink verlieren.
Gesundheit und Wohlbefinden
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Kummer mit dem Schlummer?
Millionen von Menschen wälzen sich jede Nacht von einer Seite auf die andere und finden dabei keine Ruhe. Manche plagen sogar schon vor dem Schlafengehen massive Ängste. Schlafstörungen können zahlreiche Gründe haben. Mediziner unterscheiden äußere, organische und psychologische Ursachen. Äußere Ursachen sind zum Beispiel Wetterfühligkeit, Lärm (Partner schnarcht), Schichtarbeit, Zeitverschiebung (Jetlag), körperliche Überanstrengung, schlechte Schlafbedingungen. Zu den organischen Ursachen gehören allgemeine Erkrankungen, Schmerzen aller Art, Infektionen, nächtliche Atemstillstände (Schlafapnoe). Die dritte Gruppe, und somit rund 90 Prozent der Fälle, sind psychologisch bedingte Ursachen wie Stress, Aufregung, Sorgen, Suchterkrankungen. Stress ist demnach der Schlafkiller Nummer 1. Unaufgelöste Ängste sowie Belastungen in Beruf und Familie bescheren fast jedem schlaflose Nächte. Anspannungen dieser Art sorgen nicht nur für einen erhöhten Blutdruck, sondern lassen die nagenden Gedanken auch noch nächtelang wie wild im Kopf herumspuken. Schlafstörungen können ernsthafte Folgen haben Treten Schlafstörungen häufiger auf, so müssen diese in jedem Fall behandelt werden. Denn dauerhafter Schlafentzug kann ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt oder Immunschwäche bedeuten. Wobei die Therapien so vielfältig wie die Ursachen sein können. Daher ist es bei schwerwiegenden Schlafstörungen wichtig, zum Arzt zu gehen. Erst wenn die Ursache bekannt ist, kann die Schlafstörung gezielt und effektiv behandelt werden. Bei leichteren Einschlafproblemen helfen Entspannungstechniken. Diese bieten eine gute Basis, einfach mal abzuschalten, den Kopf frei zu bekommen und die Ruhe für den Schlaf zu finden. Ob nun Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung – einen Kerngedanken haben sie alle gemeinsam: Durch diese Techniken erlernt der Mensch wieder, sich auf seinen Geist, seinen Körper, seine Haltung und seine Atmung, abseits von den belastenden Gedanken, zu konzentrieren. Tipp: Vorbereitungen für die Nacht • Der Körper kann sich auf einen Schlaf-Wach-Rhythmus einstellen, wenn immer die gleichen Bettgeh- und Aufstehzeiten eingehalten werden – auch am Wochenende. • Einen Gute-Nacht-Spaziergang unternehmen. Viele Menschen schlafen besser, nachdem sie sich noch ein wenig die Beine vertreten haben. • Bett und Schlafzimmer werden für den Körper zu einem Ort der Ruhe und des Wohlbefindens, wenn sie nicht zweckentfremdet werden. • Nie mit vollem Magen ins Bett gehen! • Erst schlafen gehen, wenn die Müdigkeit kommt. • Für ausreichend Luftfeuchtigkeit und eine Zimmertemperatur zwischen 19 bis 20 Grad sorgen. • Einen frischen Apfel neben das Bett legen. Der Duft fördert die Entspannung.
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Neues Computerspiel für die Thrombose-Vorsorge
Wenn ein Gerinnsel dazu führt, dass Blutgefäße, etwa in den Beinen, verstopfen, sprechen Mediziner von einer Thrombose. Es gibt viele Maßnahmen, dieser Erkrankung vorzubeugen: etwa durch gezielte Übungen für Beine und Füße. Forscher an der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) haben ein Computerspiel für Tablet und Smartphone entwickelt, das über Bewegungen der Füße gesteuert wird. Der Spaßfaktor fördert die Motivation der Übenden. Die Thrombose ist nach Herzinfarkt und Schlaganfall die dritthäufigste Herz-Kreislauf-Erkrankung. Zur Risiko-Gruppe zählen vor allem ältere Menschen, aber auch Patienten, die aufgrund einer Krankheit lange im Bett liegen müssen oder sich einer größeren Operation unterziehen mussten. Spielen statt sich langweilen Neben Medikamenten und anderen Präventionsmaßnahmen, wie etwa Kompressionsstrümpfen, helfen auch gezielte Bewegungsübungen, das Thrombose-Risiko zu senken. „Bekannt ist dabei vor allem die Fußwippe oder so genannte Muskel-Venen-Pumpe, kurz MVP“, sagt Daniel Steffen, Wissenschaftler in der Nachwuchsgruppe wearHEALTH an der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK). Dabei wird die Fußspitze zunächst weit nach vorne gestreckt und anschließend soweit wie möglich an den Körper herangezogen. Diese Bewegung soll mit beiden Füßen möglichst oft und regelmäßig wiederholt werden. „Allerdings ist die Übung sehr monoton und ermüdend. Die Patienten haben hierbei oft keine hohe Motivation und Ausdauer. Aus Studien wissen wir, dass rund 65 Prozent der Patienten solche Übungen nicht oder nur teilweise durchführen“, erläutert Steffen. Abhilfe soll hierbei die App „jump-BALL“ schaffen, die der Informatiker entwickelt hat. Es handelt sich dabei um ein Computerspiel, bei dem ein Wasserball über Baumstämme springt, auf denen sich verschiedene Gegenstände wie Diamanten, Münzen, Sterne oder Monster befinden. Springt der Ball darauf, erhält der Spieler Bonuspunkte. Landet der Ball auf einem Monster, werden ihm Punkte abgezogen. „Das Besondere ist, dass die Spieler es mit den Füßen steuern müssen und so gleichzeitig die MVP-Übung durchführen“, so Steffen weiter. Unterstützt wurde er bei der Entwicklung von den Medizinern Dr. Markus Muhm und Dr. Tim Danko vom Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern.
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Mehr Energie in stressigen Zeiten
Hektik, Stress und viele Termine – das Gefühl, alles nicht mehr richtig zu schaffen, ist ein ernstzunehmendesWarnzeichen. Doch keiner ist dem fordernden Alltag hilflos ausgeliefert: Mit verschiedenen Methoden lässt sich einer schleichenden Erschöpfung vorbeugen. Eine Stress-Studie der Techniker Krankenkasse (TK) ergab Alarmierendes: Stress ist in der Bevölkerung nicht nur weit verbreitet, fast jeder vierte Erwachsene bezeichnet sich sogar als „häufig gestresst“. Besonders stark betroffen sind Berufstätige – und das bleibt nicht ohne Folgen: 43 Prozent davon fühlen sich abgearbeitet und verbraucht; die Zahl stressbedingter Krankschreibungen steigt laut TK von Jahr zu Jahr. In hektischen Zeiten kommen Bedürfnisse des Körpers zu kurz. Die Betroffenen ernähren sich unausgewogen, sind selbst beim Essen gehetzt, schlafen zu wenig und kommen kaum zur Ruhe. Die Folgen bleiben nicht aus. Bei Stress bildet der Körper vermehrt Säure. Kommt noch eine einseitige Ernährung mit viel Fleisch, Milchprodukten und Süßigkeiten hinzu, steigt die Übersäuerung noch weiter an. Stress macht den Körper sauer Eine gewisse Zeit kann der Körper das Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen noch selbst regulieren. Hält die Belastung länger an und wird nicht bewusst für einen Säure-Basen-Ausgleich gesorgt, brauchen sich Mineralreserven zur Neutralisation irgendwann auf. Der Körper beginnt die überschüssige Säure in den Fasern des Bindegewebes einzulagern. Die natürlichen Verhältnisse im Energiestoffwechsel werden gestört. Prozesse geraten ins Stocken, die Versorgung der Zellen mit Nährstoffen und Sauerstoff wird beeinträchtigt. Müdigkeit, Kraftlosigkeit und Infektanfälligkeit können Anzeichen einer Übersäuerung sein, aber auch Gelenkschmerzen und Probleme mit der Haut treten häufiger auf. Hilfreich wäre es, sich in einer angespannten Lebenssituation überwiegend von basischen Lebensmitteln wie z. B. Gemüse, Obst, Salaten, Saft und Kräutern zu ernähren. Sie sollten 80 Prozent einer Mahlzeit ausmachen. In der Apotheke sind außerdem Basenpräparate erhältlich, die gezielt auf die Bedürfnisse des Körpers abgestimmt sind. Werden Basenpräparate, vor allem mit gut verwertbaren Citratverbindungen, über einen begrenzten Zeitraum von zwei bis drei Monaten regelmäßig eingenommen, können sie die optimalen Bedingungen für die Stoffwechselfunktionen im Körper wieder herstellen. Sie führen dem Organismus reichlich basische Mineralstoffe und Spurenelemente zu, die für ein ausgewogenes Säure- Basen-Gleichgewicht sorgen und den Energiestoffwechsel unterstützen. Beides sind wichtige Voraussetzungen für Vitalität und Leistungsfähigkeit.
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Die Entdeckung der Stille
Heutzutage gleicht die Welt einem Megaphon. Bunte Bilder und grelle Klänge schreien uns an. Hektisch und laut wird von uns ständig etwas gefordert. Da wächst das Bedürfnis, sich einmal auszuklinken und den Sinnen Ruhe zu gönnen. Jetzt im Herbst ist die beste Zeit für eine geistige „Fastenkur“. Wir hatten auf schönes Herbstwetter gehofft, aber es kam anders. Die Wanderung auf den Schauinsland, Freiburgs Hausberg, begann in feinem Nieselregen. Je höher wir stiegen, desto mehr wurde der leise Regen durch dichter werdenden Nebel abgelöst. Glitzernde Wassertröpfchen hingen in Haaren und Augenbrauen. Bald sah man die Schwarzwaldtannen nur noch als schemenhafte Schatten. Hatte das garstige Wetter anfangs noch die Laune getrübt, änderte sich das aber durch eine merkwürdige Entdeckung. Der Nebel verschluckte jeden Laut, der Wald wurde still. Wir hörten nur noch den Tritt unserer Wanderstiefel auf dem nassen Laub, hin und wieder einmal ein Knacken von Holz. Selbst das leise Fallen der Wassertropfen von den Zweigen wurde mit einem Mal hörbar. Unsere Gespräche waren bald verstummt, machten Platz einem stillen Lauschen und einem meditativen Gang nach innen. Als sich nach drei Stunden unser Ziel, ein Berggasthof, aus dem Nebel herausschälte, war es fast eine Enttäuschung, wieder in die altgewohnte Welt zurückzukehren. Die Erfahrung der Stille hatte diesen Tag im Nebelwald zu etwas Außergewöhnlichem gemacht. So wie der Philosoph Friedrich Nietzsche in seinem „Zarathustra“ schrieb: „Die größten Ereignisse – das sind nicht unsere lautesten, sondern unsre stillsten Stunden.“
Achtsamkeit und Psyche
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