Gut versorgt mit Vitamin E
Vitamin E ist eines der weniger „populären“ Vitamine. Dabei ist es unverzichtbar als so genannter Radikalfänger. In dieser Funktion vermindert es Zellschädigungen, schützt vor Entzündungen und nimmt Einfluss auf den Fettstoffwechsel. Vitamin E ist daher auch eine wertvolle Hilfe gegen Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen. Vitamin E ist ein Oberbegriff für eine Reihe von fettlöslichen Substanzen, zu denen vor allem die Tocopherole und Tocotrienole gehören. Entdeckt wurde diese Stoffgruppe in den 1920er-Jahren von zwei USamerikanischen Forschern, als sie auf einen bis dahin unbekannten fettlöslichen Faktor stießen, den Ratten zur Vermehrung brauchten. Identifiziert wurden die Substanzen in Weizenkeimöl, Hafer und Mais und zu den Vitaminen gezählt. Da man bis dahin die Vitamine A bis D kannte, erhielten die neuentdeckten Substanzen den Namen Vitamin E. Anfangs galt es als „Fruchtbarkeits-Vitamin“, inzwischen weiß man, dass Vitamin E eine ganze Reihe weiterer Funktionen für den Körper erfüllt, die mit der Zellgesundheit und auch dem Alterungsprozess zu tun haben. Antioxidans und Radikalfänger Die verschiedenen Formen von Vitamin E sind als Antioxidantien wirksam, die schädliche Oxidationsprozesse bremsen oder verhindern. Im Zuge des Stoffwechsels oder durch oxidativen Stress – z. B. durch UV-Strahlen, Rauchen und andere Umwelteinflüsse – entstehen in den Zellen aus Sauerstoff so genannte freie Radikale: Instabile Sauerstoffmoleküle, denen in der chemischen Struktur ein Elektron fehlt. Bestrebt, diesen Mangel auszugleichen, entreißen sie dem nächstbesten Molekül ein Elektron, das nun seinerseits instabil wird. So kann eine Reaktionskette in Gang kommen, die die Zellen schädigt. Häufig betroffen sind die aus Fettsäuren aufgebauten Zellmembranen. Vitamin E als fettlösliches Antioxidans ist in der Lage, diese Kettenreaktion zu unterbrechen, indem es sich mit den freien Radikalen verbindet, sie also „einfängt“. Doch welche Wirkungen haben diese schädlichen Oxidationsprozesse konkret? Beschädigte Zellwände führen dazu, dass die Zelle fehlerhaft arbeitet oder stirbt. Je mehr Zellen degenerieren, desto früher stellen sich Alterserscheinungen ein, z. B. Hautfalten oder Augenprobleme. Die Oxidation kann daneben auch die DNA der Zellen, ihre Erbsubstanz, schädigen und auf diese Weise Krebs auslösen. Indem Vitamin E die Oxidation hemmt, kann es die Zellen vor bösartiger Entartung schützen. Auch auf die Gesundheit von Hirnzellen hat Vitamin E einen Einfluss, so soll es das Fortschreiten einer Demenzerkrankung verlangsamen. Oxidation hat aber auch fatale Wirkungen hinsichtlich der Blutfette: So neigt LDL-Cholesterin zur Oxidation und wird dann zur bevorzugten „Beute“ von Makrophagen (Fresszellen) des Immunsystems. Die fettbeladenen Makrophagen verbinden sich mit fettbeladenen glatten Muskelzellen und lagern sich als Plaque (Belag) an den Wänden der Blutgefäße an. Dies ist die Ursache von Arteriosklerose und damit auch von Herz-Kreislauf-Krankheiten. Antioxidantien wie Vitamin E schützen das LDL-Cholesterin vor der Oxidation und machen es dadurch weniger gefährlich. Außerdem vermindern diese Vitamine die Entzündungsneigung in den Gefäßen. Vitamin E stellt daher einen wirksamen Herzschutz dar. Wie viel Vitamin E ist nötig? Vitamin E ist zwar in vielen Nahrungsmitteln enthalten, allerdings erreicht nicht einmal die Hälfte der Bevölkerung mit der Ernährung die Minimalzufuhr von 12 Milligramm Vitamin E pro Tag. Natürliches Vitamin E kommt vor allem in pflanzlichen Ölen vor, wie Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl, rotem Palmöl und Olivenöl. Nüsse (vor allem Mandeln), Samen, Haferflocken, Mais, Butter und Eier enthalten ebenfalls Vitamin E, wenn auch in geringeren Mengen. Damit Vitamin E seine antioxidative Wirkung voll entfalten kann, reicht die Aufnahme über die Ernährung in der Regel nicht aus. Viele Ernährungsmediziner empfehlen eine zusätzliche Zufuhr von 100 Milligramm täglich. Fettlösliche Vitamine wie Vitamin E können sich jedoch in den Organen ablagern und bei einer überhöhten Zufuhr negative Wirkungen haben. Von einer Zufuhr von über 300 Milligramm am Tag wird daher abgeraten.
Gesundheit und Wohlbefinden
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Sommer, Sonne, Lippenherpes
Vorbeugen ist schwer, denn Herpes labialis gewinnt immer dann die Oberhand, wenn unser Immunsystem geschwächt ist. Das ist besonders oft im Sommer der Fall, denn Hitze und intensives Sonnenlicht strapazieren die empfindliche Haut der Lippen. Kommt dann noch Stress im Urlaub dazu, bilden sich die lästigen Lippenbläschen leider besonders gern. Und jährlich grüßt der Sommerurlaub. Das heißt für viele von uns: Raus aus den Arbeitssorgen, rein in die Urlaubsstimmung. Ob am türkisblauen Meer oder auf dem heimischen Balkon – Hauptsache, die Seele richtig baumeln lassen. Doch leider verlaufen nicht alle Urlaube so entspannt wie gewünscht. Kribbeln und Brennen an der Lippe können die aufkommende Urlaubsstimmung gefährden. Schnell drängt sich der Verdacht auf: Lippenherpes liebt Sonnenstrahlen. Ganz falsch ist das nicht, denn die unschön aussehenden Herpesbläschen erscheinen besonders dann, wenn unser Immunsystem geschwächt ist. Stress vom stundenlangen Stehen im Stau oder ein zu langes Nickerchen in der Sonne kann neben einem Sonnenbrand weitere unangenehme Folgen haben. Wichtig zu wissen: Die Haut der Lippen ist für UV-Licht besonders empfindlich und kann durch zu viel Strahlung schnell geschädigt werden. Schlummerndes Virus – plötzlich aktiv Lippenherpes (Herpes simplex labialis) wird zumeist durch das Virus Herpes-simplex-Typ 1 (HSV-1) verursacht. Die meisten Menschen tragen das Virus schon seit Kindertagen in sich, da es sich bereits durch den Mutter-Kind-Kontakt überträgt. Über Jahre schlummert es unbemerkt in den Nervenbahnen, wird aber plötzlich aktiv, wenn das Immunsystem schwächelt. Die Auslöser können sehr unterschiedlich sein und reichen von intensiven Sonnenstrahlen über Stress, etwa wenn im Vorfeld des Urlaubs noch sehr viel erledigt werden muss, bis hin zur Erkältung. Sind die Viren erst einmal in die Hautzellen eingedrungen, machen sie sich anfangs durch Kribbeln, Jucken und ein Spannen der Haut bemerkbar. Binnen Stunden bilden sich schmerzhafte Bläschen, die schließlich aufplatzen und sich verkrusten. Vorsicht: Die Bläschenflüssigkeit ist hochinfektiös. Bis der Lippenherpes von selbst abheilt, können schon etliche Tage vergehen. Die Urlaubsfreude wird auf jeden Fall empfindlich gestört, zumal man sich mit den unschönen Bläschen und Krusten am Mund sehr ungern in der Öffentlichkeit zeigt. Ein Mittel gegen Herpes im Urlaub dabeizuhaben, ist daher nicht die schlechteste Idee. Antivirale, immunstimulierende und wundheilende Mittel können bereits die weitere Ausbreitung der Viren blockieren und zugleich die Abheilung beschleunigen. HSV-1-Viren benötigen für ihr Wachstum die Aminosäure L-Arginin. Um die Virenvermehrung zu verhindern, kann die Aminosäure L-Lysin als Blocker genutzt werden (z. B. in Lysi-Herp-Trinkampullen). Aber auch pflanzliche Mittel bringen Erleichterung: So ist etwa hochdosierter Melissenextrakt ein lange bekanntes und wirksames Therapeutikum bei Lippenherpes. Wirkstoffe der Melisse (wie z. B. im LomaProtect Lippenpflegestift) legen sich als Schutzkappen über die Rezeptoren der Haut und hindern dadurch das Herpes-Virus daran, in die Hautzellen einzudringen. Ebenfalls nützlich sind Gerbstoffe, beispielsweise aus der Eichenrinde, und Glycyrrhizin aus der Süßholzwurzel (z. B. Roll-On-Stift G-Lipp plus). Gerbstoffe wirken adstringierend (zusammenziehend), juckreizstillend und antiseptisch, während Glycyrrhizin die Virenausbreitung stoppt. Einen anderen Ansatz verfolgt die Behandlung mit homöopathischen Mitteln. Sie regen den Körper dazu an, sich selbst zu helfen. Es gibt verschiedene Mittel für die Behandlung. Je nach Beschwerdebild erfolgt die Auswahl. Sie richtet sich beispielsweise nach der Beschaffenheit der Bläschen oder ob eher Juckreiz oder Brennen als Symptom wahrgenommen wird. Rhus toxicodendrom ist ein Mittel, das auf viele Herpes-Beschwerden eingeht wie etwa Bläschenbildung mit starkem Juckreiz, feine Krustenbildung oder Schwellung der Lippe.
Gesundheit und Wohlbefinden
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Aktiv gegen Bluthochdruck
Herrscht in den Gefäßen dauerhaft Überdruck, kann das fatale Auswirkungen haben und zu Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden führen. Mit einer aktiven und gesunden Lebensweise lässt sich vorbeugen. Das Blut, das durch unsere Gefäße fließt, übt von innen einen Druck auf ihre Wände aus, der mit zunehmender Entfernung vom Herzen abnimmt. Gemessen wird in der Regel der Blutdruck in den größeren Arterien. Er verläuft in Wellen: Wenn sich das Herz zusammenzieht und Blut auswirft (Systole), ist er höher, erschlafft der Herzmuskel in der Diastole, sinkt er ab. Deshalb werden bei einer Blutdruckmessung immer der systolische und der diastolische Druck als Paar angegeben, beispielsweise 130/85 Millimeter Quecksilbersäule (mm HG). Ein sehr niedriger Blutdruck – unter 105/65 mm HG – ist gesundheitlich meist unbedenklich, kann sich aber durch Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Frieren bemerkbar machen. Oft genügt dann schon etwas Bewegung an der frischen Luft, um wieder in Gang zu kommen. Dagegen ist ein dauerhaft erhöhter Blutdruck gefährlich, denn er schädigt den Organismus auf vielerlei Weise: Das Herz muss mehr Kraft aufwenden, um gegen den Widerstand anzupumpen, was langfristig zu einer Überlastung und damit zu Herzschwäche führen kann. An den Gefäßwänden kann es zu kleinen Rissen und Verletzungen kommen. Die dadurch ausgelösten Reparaturprozesse führen zu einer Verdickung und Verhärtung – der sogenannten Arteriosklerose. Durch die verengten Adern wird dann die Durchblutung wichtiger Organe behindert, zum Beispiel des Herzens selbst, des Gehirns und der Nieren. Kommt es zu einem vollständigen Verschluss, drohen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Niereninfarkt. Als milder Bluthochdruck gelten nach aktuellen Leitlinien Werte zwischen 135–140/85–95 mm HG. Optimal sind Werte unter 120/75 mm HG. Blutdruckselbstmessung – richtig gemacht! Nach erhöhten Blutdruckwerten in Praxismessungen beim Arzt wird in der Regel die Diagnose Bluthochdruck durch eine Langzeitblutdruckmessung bestätigt. Dann sollten Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt ein Gerät zur häuslichen Blutdruckmessung mit einem entsprechenden Prüfsiegel für Messgenauigkeit empfehlen lassen. Tragen Sie Ihre Werte regelmäßig in einen Blutdruckkalender ein, den Sie zum Beispiel bei der Deutschen Hochdruckliga beziehen können. Wenn Ihr Hausarzt zwischen rechtem und linkem Arm Messunterschiede festgestellt hat, messen Sie an dem Arm mit dem höheren Blutdruckwert. Die Messung sollte jeweils zweimal morgens nach dem Aufstehen (z. B. zwischen 6 und 9 Uhr) und zweimal abends (18 bis 21 Uhr) vor der Medikamenteneinnahme erfolgen. Sie messen im Sitzen und lassen vor jeder Messung mindestens fünf Minuten Ruhepause vergehen. Die Messung sollte an sieben aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt werden. Der erste Tag wird verworfen, da die Werte am Anfang meist etwas höher sind, als später im Verlauf. Nach den Mittelwerten über eine Woche ergeben sich für die Blutdruckselbstmessung die Grenzwerte, die in der Tabelle aufgeführt sind. Grenzwerte für die Blutdruckselbstmessung Blutdruck in mmHg systolisch/diastolisch Diagnose 1. unter 120 / 75: Glückwunsch, das ist ein optimaler Blutdruck 2. zwischen 120–130 / 75–80: Das ist ein normaler Blutdruck 3. zwischen 130–135 / 80–85: Achtung, hier handelt es sich bereits um hochnormale Werte – bei entsprechender familiärer Belastung oder anderen Risikofaktoren sollte der Blutdruck im Auge behalten werden 4. zwischen 135–150 / 85–95: Es besteht eine milde Bluthochdruckform – häufig reichen noch nicht-medikamentöse Maßnahmen aus 5. zwischen 150–170 / 95–105: Es besteht eine mittelschwere Bluthochdruckerkrankung – in Abhängigkeit von anderen Risikofaktoren kann eine medikamentöse Behandlung angezeigt sein 6. über 170 / 105: Es besteht eine schwere Bluthochdruckerkrankung – in der Regel ist eine baldige medikamentöse Therapie angezeigt
Rat und Tat
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Fitte Beine, schöne Füße
Beine und Füße sollen nicht nur gut und gepflegt aussehen, sondern möglichst auch keine Beschwerden bereiten. Mit der richtigen Zuwendung gelingt es. Unsere Beine und Füße müssen jeden Tag harte Arbeit leisten: Sie tragen das Körpergewicht, halten uns in der Balance und sorgen für Beweglichkeit. Im Laufe unseres Lebens tragen sie uns durchschnittlich 160.000 Kilometer weit. Dabei sind unsere Treterchen ein hochkompliziertes Gebilde aus 20 Knochen, 33 Gelenken, 20 Muskeln und mehr als 100 Bändern. Zugleich befinden sich an den Füßen mehr Sinneszellen als im Gesicht, Tausende Nervenenden und Sensoren an den Sohlen melden dem Gehirn jede Unebenheit und jedes Steinchen am Boden. Sie machen jedoch auch das Barfußgehen über weiches Gras oder eine Fußmassage zu einem wunderbar sinnlichen Erlebnis. Die Beine wiederum gelten seit jeher als eines der schönsten Attribute einer Frau. Sind sie lang, schlank und wohlgeformt, ziehen sie die Blicke auf sich – leider aber ebenso, wenn sich unschöne Dellen, erweiterte Äderchen, Krampfadern und geschwollenen Knöchel zeigen. Umso wichtiger ist es gerade in der Sommersaison, dem viel zitierten „Fahrgestell“ besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Das beginnt schon mit der richtigen Fitness. Denn nur trainierte Beine sehen auf lange Sicht gut aus, schließlich bestehen sie ebenfalls aus einem komplexen Gerüst aus Knochen, Muskeln, Sehnen, Blutgefäßen und Bindegewebe, das in Form gehalten werden sollte. Trainierte Beine sind schöne Beine Darum ist Bewegung ein entscheidender Faktor. Gerade im Sommer fällt das besonders leicht, denn bei gutem Wetter lassen sich viele Dinge schon im Alltag mit dem Fahrrad oder zu Fuß erledigen. Zusätzlich bringen Sportarten wie Schwimmen, Walken oder Aquajogging die Beine auf Vordermann. Das hat gleich mehrere Vorteile. So ist aktives Training die beste Waffe gegen einen der ärgsten Feinde schöner Beine: Cellulite. Die ungeliebte Orangenhaut entsteht durch schlaffes Bindegewebe und vergrößerte Fettzellen. Sport kann hier straffend wirken und lässt überflüssige Pölsterchen schmelzen. Zusätzlich sind Bürstungen, Zupfmassagen und Lotionen beispielsweise mit Koffein hilfreich gegen Cellulite, da sie die Durchblutung fördern.
Rat und Tat
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Die gesundheitlichen Wirkungen des Sonnenlichts
Ohne die Strahlen der Sonne wäre auf unserem Planeten kein Leben möglich. Ihre energiereichen Strahlen schenken Wärme und Licht, lassen Pflanzen wachsen und Nahrung entstehen. Aber auch wir Menschen brauchen das Sonnenlicht. Wenn auch zu Recht vor den Gefahren der UV-Strahlen gewarnt wird – Sonnenlicht in Maßen hat vielerlei positive Wirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden. Es sind wieder lichtvolle Zeiten. Die Sonne steht hoch am Himmel und beschreibt nun ihren weitesten Bogen von ihrem Aufgang bis zu ihrem Untergang. Das helle, warme Licht lässt die Natur aufleuchten und schenkt ihr diese Buntheit, die wir am Sommer so sehr lieben. Wie düster wirken dazu im Vergleich die trüben Wintermonate! Nur wenige würden behaupten, dass ihnen das blasse, meist hinter Nebelschleiern verborgene Licht des Winters besser gefällt als die Klarheit des Sommers. Viele Menschen leiden in der lichtarmen Jahreszeit sogar unter einer niedergedrückten, depressiven Stimmung. So wie die Pflanzen mit dem Beginn des Frühlings zu keimen und zu blühen beginnen, so regt sich auch in der Tierwelt ein verstärkter Aktivitätsdrang. Der Nachwuchs wird geboren und aufgezogen. Und selbst der Mensch, der sich von den Kreisläufen der Natur scheinbar emanzipiert hat, spürt den Wandel der Jahreszeiten und des Sonnenlichts am eigenen Körper. Die Sonne – das entzauberte Gestirn Dass die Lebewesen der Erde das Sonnenlicht brauchen, war schon den Menschen der Frühzeit bewusst. Die regelmäßige tägliche und jährliche Wiederkehr der Sonne wurde teils ängstlich erwartet und mittels kultischer oder magischer Rituale beschworen. Viele Kulturen verehrten die Sonne als Gottheit: Bei den Sumerern wurde die Sonne durch den Sonnengott Utu verkörpert, bei den Babyloniern hieß er Schamasch, bei den Ägyptern Ra. Die Griechen stellten sich vor, dass Helios den Sonnenwagen, gezogen von vier Hengsten, über den Himmel lenkt. Ganz ähnlich dachten die Germanen – bei ihnen war es die Göttin Sol, die mit dem Sonnenwagen über den Himmel fährt. Doch sie musste sich beeilen, da das Gespann ständig von dem Wolf Skalli verfolgt wird. Am Tag des Weltuntergangs würde Skalli die Sonne einholen und verschlingen. Im dänischen Trundholm entdeckte ein Bauer beim Pflügen eine eindrucksvolle Darstellung dieses Sonnenwagens: Dabei zieht ein stilisiertes Pferd auf Rädern eine goldene Scheibe hinter sich her. Heute wissen wir wissenschaftlich aufgeklärten Menschen, dass die Sonne keine Scheibe ist, sondern der zentrale Stern unseres Sonnensystems. Keine göttliche Magie sorgt für Licht und Wärme, sondern Kernfusionen in der Sonne schicken eine elektromagnetische Strahlung ins All, die in Form von Photonen auf die Erde trifft. Die Erde erreicht nur ein kleiner Teil dieser Energie, große Anteile werden durch die Erdatmosphäre reflektiert oder geschluckt. Dass wir von Sonnenteilchen „bombardiert“ werden, merken wir, weil unsere Sinnesorgane dafür geschaffen sind, sie als Licht und Wärme wahrzunehmen. Das wahrnehmbare Licht macht allerdings nur rund die Hälfte der elektromagnetischen Wellen aus, die übrigen Anteile bestehen aus langwelliger, infraroter, ultravioletter oder kurzwelliger Strahlung. Auch die für uns unsichtbaren Bereiche haben sehr wohl eine Wirkung auf den Körper, wie der durch die ultravioletten Strahlen ausgelöste Sonnenbrand beweist.
Wohlfühlen
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Die Achilles-Ferse
Gehen, laufen, rennen – jede Bewegung des Fußes zerrt an der Achillessehne. Bei Sprüngen kann die Belastung das Zehnfache des Körpergewichts betragen. Erstaunlicherweise hält die Verbindung zwischen Fersenbein und Achillessehne diesen enormen Kräften stand. Warum, das hat jetzt ein interdisziplinäres Team aus Medizin, Physik, Chemie und Ingenieurwissenschaften an der Technischen Universität München (TUM) herausgefunden. Rund 8.000 Risse der Achillessehne müssen in Deutschland jedes Jahr behandelt werden. Und das, obwohl sie die stärkste Sehne des menschlichen Körpers ist. Sie verbindet Fersenbein und Wadenmuskel und hält bis zum Zehnfachen des Körpergewichts aus. Benannt ist sie nach dem – fast – unverletzbaren griechischen Helden Achilleus, dem ein Pfeilschuss in die Ferse zum Verhängnis wurde. „Obwohl in der Orthopädie tagtäglich Patientinnen und Patienten mit Sehnenverletzungen behandelt werden, wissen wir noch immer sehr wenig über den genauen feingeweblichen Aufbau am direkten Übergang von der Sehne zum Knochen: Die biochemischen Vorgänge, die Mikromechanik und die Mikrostruktur des Gewebes sind bisher kaum erforscht“, berichtet Privatdozent Dr. Rainer Burgkart, Oberarzt und Forschungsleiter am Lehrstuhl für Orthopädie und Sportorthopädie der TUM. Dünne Fasern, perfekter Halt Zusammen mit einem interdisziplinären Team aus Biochemie und Biophysik der TU München hat der Mediziner jetzt im Rahmen des neugegründeten Center for functional Protein Assemblies (CPA) und der Munich School of Bioengineering (MSB) das Geheimnis der Achillessehne entschlüsselt: Zwischen Sehnen und Knochen entdeckten die Experten eine Gewebeschicht, die aus extrem dünnen Proteinfasern besteht und für eine extrem hohe Stabilität sorgt. Menschen sind daher in der Lage, über Hürden zu springen, hohe Sprünge und harte Landungen zu machen, ohne dass die Verbindung zwischen Sehne und Fersenbein Schaden nimmt. Tatsächlich reißt eher die Sehne, als dass sich die Verbindung zum Knochengewebe löst. „Bisher dachte man, dass die Sehnen direkt am Knochen ansetzen. Tatsächlich gibt es jedoch einen Übergangsbereich. Hier spleißt sich das Sehnengewebe auf in Dutzende von feinen Fasern mit einer ganz charakteristischen biochemischen Zusammensetzung“, erklärt Prof. Andreas Bausch, Inhaber des Lehrstuhls für Zellbiophysik und Leiter der interdisziplinären Forschungsgruppe. „Die dünnen Fasern sind fest in der zerklüfteten Oberfläche des Knochens verankert und mechanisch äußerst belastbar.“
Gesundheit und Wohlbefinden
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Wundpflege leicht gemacht
Der Alltag steckt voller Gefahren. Eine Schnittverletzung, ein Sturz mit dem Fahrrad – schnell ist etwas passiert. Bagatellverletzungen kann man selbst behandeln. Verbrennungen sowie tiefere Wunden sind wegen des Risikos von Infektionen immer ein Fall für den Arzt. Eine Wunde ist eine Verletzung der Haut. Damit diese wieder gut verheilt, muss sie versorgt und gepflegt werden. Kleine Verletzungen kann man sofort mit einem einfachen Pflaster selbst behandeln. Zwar setzt gleich nach der Entstehung einer Wunde die natürliche Wundheilung des Körpers ein, doch mit einer optimalen Wundpflege lässt sich diese wesentlich erleichtern. Auf welche Weise das geschieht, hängt vor allem von der Art der Verletzung, der Größe einer Wunde als auch von den betroffenen Hautschichten ab. Während oberflächliche Wunden bereits nach ein paar Tagen wieder verheilen, brauchen tiefere Wunden mehr Zeit. Bei oberflächlichen sowie leicht blutenden Wunden genügt ein herkömmlicher Schutzverband mit möglichst sterilem Verbandmaterial. Schürfwunden sollten zunächst, bevor man sie verbindet, behutsam mit Wasser von grobem Schmutz befreit werden. Doch Vorsicht: Wunden, außer Verbrennungen und Verätzungen, nicht auswaschen! Gegebenenfalls kann ein antiseptisches Mittel zur Desinfektion der Haut angewendet werden. Bei der Erstversorgung von blutenden Wunden anderer Personen sollte man nach Möglichkeit Schutzhandschuhe tragen, um sich vor der Übertragung von Viren zu schützen. Vorschädigungen der Haut können zu Störungen der Wundheilung führen. Dazu gehören bestimmte Krankheiten wie Diabetes mellitus, die Einnahme von bestimmten Medikamenten oder langwierige Entzündungen. Bei der Wundversorgung sollte man besonders umsichtig vorgehen und bei Unsicherheit lieber einen Arzt zu Rate ziehen. Wundversorgung zuhause Für eine gute Wundpflege muss in der Hausapotheke ausreichend Verbandmaterial wie Wundauflagen, Pflaster, Mullbinden, Kompressen, Desinfektionsmittel, Wundsalben als auch sterile Wattetupfer vorhanden sein. Immer hilfreich sind Medikamente mit keimabtötender beziehungsweise entzündungshemmender Wirkung. Der Wirkstoff Thyrothricin (als Gel oder Puder) ist ein Lokalantibiotikum, das bakterielle Entzündungserreger beseitigt und dem Körper eine unkomplizierte Selbstheilung ermöglicht. Eine Dexpanthenol-Salbe unterstützt die Neubildung von Hautzellen und ist zugleich entzündungshemmend. Zur Gruppe der antiseptischen Mittel, die das Wachstum von Krankheitskeimen auf der Haut hemmen, gehört auch Chinolinolsulfat-Kaliumsulfat. Doch auch mineralische und pflanzliche Substanzen tragen zur Wundheilung bei, hierzu gehören Zink(oxid), Hamamelis, Calendula, Kamillenblüte und Schafgarbe. Diese sind zumeist als Bestandteil von Heilsalben, Cremes und Ölen erhältlich. Während schmutzig gewordene Schürfwunden vorsichtig mit Wasser zu reinigen sind, dürfen stark verschmutzte Wunden nur von einem Arzt behandelt werden. Verbrennungen sollten unmittelbar bis maximal fünf Minuten nach Entfernen der Hitzequelle gekühlt werden. Damit lassen sich die Schmerzen lindern und die Verbrennung eingrenzen. Für die Kühlung kleinerer Verbrennungen empfiehlt sich die Verwendung von kühlem, jedoch nicht kaltem Leitungswasser (ca. 20 Grad). Kühlungen mit Eis unbedingt vermeiden, da dies zu Erfrierungen führen kann. Um Infektionen vorzubeugen, sollte möglichst nur keimarmes Wasser (Leitungswasser ist ideal) verwendet werden. Übrigens: Auf Brandblasen gehören keine Salben, Öle, Mehl oder Puder.
Gesundheit und Wohlbefinden
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Schnarchen und was man dagegen tun kann
60 Prozent aller Männer und 40 Prozent aller Frauen schnarchen im Schlaf, viele von ihnen werden von ihrem Bettpartner zum HNOArzt geschickt. Als Grund für das Schnarchen findet der dann häufig eine Verengung der oberen Nasenwege oder ein vergrößertes oder erschlafftes Gaumensegel. Wenn einfache und erschwingliche Hilfsmittel nicht helfen, können die Ursachen mit chirurgischen Eingriffen oft erfolgreich behandelt werden. Schatz, du schnarchst!“ Kaum schwebt die kleine Bemerkung im Raum, hängt in manchen Schlafzimmern der Haussegen schief. „Ich habe doch noch gar nicht geschlafen“, poltert es zur Verteidigung. Tatsache ist, dass das nächtliche Knatterkonzert häufiger als gedacht zum Streitpunkt in heimischen Schlafzimmern wird. Auch wenn der (oder die) Schnarchende auf seine Unschuld pocht – schließlich lässt sich das nächtliche Sägen nicht bewusst kontrollieren –, so kann das Geräusch nichtsdestotrotz für eine erhebliche Lärmbelästigung sorgen. Im Guinness Buch der Rekorde ist eine gemessene Schnarch-Lautstärke von 93 Dezibel vermerkt. Das entspricht in etwa der Geräuschkulisse einer vielbefahrenen Autobahn. Kein Wunder also, dass der Radau im Bett zum regelrechten Liebestöter werden kann. Nicht selten wird der Schnarcher vom Partner vor die Wahl gestellt: „Entweder du tust endlich was – oder wir schlafen in getrennten Zimmern!“ Flattern von Gaumensegel und Zäpfchen Das Gemeine am Schnarchen ist, dass es der Wahrnehmung und der Steuerung vollkommen entzogen ist. Im Schlaf entspannt sich die Rachenmuskulatur. Dadurch erschlaffen auch das Bindegewebe und die Muskulatur des Gaumensegels. Im Atemwind beginnen das Gaumensegel und das Zäpfchen dann zu vibrieren und zu flattern. Das Gaumensegel ist der weiche Teil des Gaumens, den man erspüren kann, wenn man die Zungenspitze am Gaumen entlang in Richtung Rachen führt. Es gibt viele Faktoren, die das Schnarchen begünstigen können. Ein sehr häufiger Grund ist eine Behinderung der Nasenatmung, die zu einer Veränderung der Strömungsdynamik beim Atmen führt. Bei Schnarchern findet man nicht selten eine Verkrümmung der Nasenscheidewand, Nasenpolypen oder eine Vergrößerung der Mandeln im Gaumen und im Rachen. Auch eine verstopfte Nase durch Schnupfen oder Heuschnupfen sowie eine Entzündung der Nebenhöhlen führen häufig zum Schnarchen. Weitere Gründe können ein vergrößertes Gaumensegel oder ein Zurückfallen der Zunge im Schlaf sein. Daneben führen bestimmte Begleitumstände vermehrt zum Schnarchen. Übergewichtige neigen stärker dazu, ebenso ältere Menschen mit einer erschlafften Rachenmuskulatur. Das Schlafen in Rückenlage führt meist zur Mundatmung und dadurch zum verstärkten Schwingen des Gaumensegels. Auch Alkohol, Schlafmittel und andere Medikamente fördern das Schnarchen.
Rat und Tat
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Äpfel: knackig und gesund!
Wir lieben ihn, den Apfel. Er ist knackig, saftig, grün mit roten Backen und so gesund. Er gilt als König unter den Früchten. Als Pausensnack in Schule und Büro, roh, gerieben, geraspelt, als Saft, Kompott oder Kuchen, Äpfel sind bei jedermann beliebt. Frisch geerntet und richtig gelagert, ist der Apfel ein Vitaminspender das ganze Jahr über. An Apple A Day –Keeps The Doctor Away! Dieses bekannte englische Sprichwort bedeutet frei übersetzt: Einen Apfel am Tag – den Doktor gespart! An dieser alten Volksweisheit ist was Wahres dran. Mit seinen vielen süßen und sauren Sorten ist für jeden die passende Apfelsorte dabei. Wer die Empfehlung „fünf am Tag“, also zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse, beherzigt, hat mit dem täglichen Apfel schon den ersten Schritt für seine Gesundheit gemacht. Lieber mit Schale essen Der überwiegende Teil dieser guten und gesunden Nährstoffe sitzt in oder direkt unter der Schale. Wer also seinen Apfel schält, schält die gesunden Vitamine und Mineralstoffe mit. Viele Verbraucher haben Angst vor Schadstoffen und schälen deshalb ihre Äpfel. Der größte Teil der Schadstoffe lässt sich durch gründliches Abwaschen mit warmem Wasser mühelos entfernen. Danach den Apfel mit einem Handtuch trocken reiben. Wer ganz sicher sein will, kauft Äpfel aus biologischem Anbau. Viel nachteiliger ist es, mit dem Schälen auf Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe zu verzichten und nur das süße Fruchtfleisch zu verzehren. Auch wer in einen ganzen Apfel nicht beißen kann, braucht ihn nicht zu schälen. Einfach den ungeschälten Apfel zerkleinern, reiben oder raspeln. Das macht den Apfel so gesund Äpfel sind kalorienarm, liefern reichlich Vitamin C, A und E. Direkt unter der Schale und im Fruchtfleisch verbergen sich außerdem Kalium, Magnesium, Phosphor und eine ganze Reihe sekundärer Pflanzenstoffe. Somit sind Äpfel ideal für eine vollwertige und ausgewogene Ernährung. Frucht- und Traubenzucker als leicht verdauliche Kohlenhydrate werden vom Körper schnell aufgenommen und versorgen ihn zügig mit neuer Energie. Besonders gut eignet sich ein Apfel bei Konzentrationsschwäche und Müdigkeit. Deshalb ist er als Muntermacher und Pausensnack gut geeignet! Äpfel richtig lagern! Äpfel reifen nach der Ernte nach. Dadurch verändert sich das Aroma. Äpfel schmecken süßer, da sich die Zuckerstoffe verändern. Um Vitamin- und weitere Nährstoffverluste so gering wie möglich zu halten, sind richtige Lagerbedingungen wichtig. Am besten Äpfel in Kisten im kühlen, dunklen Keller lagern. Die Kisten mit Folie abdecken, damit die Feuchtigkeit nicht entweichen kann. Allerdings eignen sich nicht alle Sorten für eine lange Lagerung. Frühe und mittelfrühe Sorten wie Klarapfel, Alkmene sind keine Lageräpfel. Die bekannten Sorten Braeburn, Elstar, Boskop oder Cox Orange können bevorratet werden. Wer eine solche Möglichkeit nicht hat, kann kleinere Mengen im Gemüsefach des Kühlschranks unterbringen. Aber Vorsicht: Äpfel vertragen sich nicht mit anderen Obst- oder Gemüsesorten. Während des Nachreifens strömt das Reifegas Ethylen aus. Dadurch vergilben grüne Pflanzenteile, Obst und Gemüse reifen schneller, verderben aber auch rascher. Deshalb beispielsweise Birnen, Broccoli, Blumenkohl oder Gurken mit einigem Abstand zu Äpfeln lagern. Blattgemüse, Lauch oder Pilze sind Ethylen-unempfindlich und vertragen die Nähe von Äpfeln. Für kleinere Mengen sind Folienbeutel eine gute Alternative. Äpfel in Folienbeutel packen, verschließen und im Kühlschrank oder einem anderen kühlen, dunklen Ort lagern.
Ernährung
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