Schutz vor Insekten

Insektenstiche sind in den wärmeren Jahreszeiten nichts Außergewöhnliches und klingen in der Regel problemlos ab. Es gibt aber Menschen, die auf Insektenstiche allergisch reagieren. Manchmal treten schwere Lokalreaktionen an der Einstichstelle und Allgemeinreaktionen des Körpers auf.

 Ursachen

Mückenstiche

Zu den vergleichsweise harmlosen Insektenstichen gehört der Mückenstich. Die weibliche Mücke sticht vor allem während der Dämmerung und nachts. Mückenstiche führen oft zu sich rasch entwickelnden, juckenden Urtikaria (Nesselsucht)-ähnlichen Papeln. Bei sensibilisierten Personen können diese lange bestehen bleiben. Die Einstichstelle juckt häufig mehrere Tage. Nur in sehr seltenen Fällen treten allergische Reaktionen auf.

Im Mittelmeerraum können Stechmücken ebenfalls große Papeln und sogar Bläschen verursachen. Eine Krankheitsübertragung durch manche Mückenarten ist in (sub-)tropischen Ländern häufig (z. B. Malaria durch Anopheles- oder Gelbfieber durch Aedes-Arten).

Bremsenstiche

Bei den meisten Bremsenarten saugt das Weibchen Blut. Da die Mundwerkzeuge der Bremse wesentlich größer sind als jene der Stechmücke, ist der Biss der Bremse auch erheblich schmerzhafter. Er löst häufig eine große geschwollene Papel aus, die in der Mitte ein wässriges Zentrum aufweist.

Wespen- und Bienenstiche

Wespen stechen oft auch dann, wenn sie sich nicht bedroht fühlen. Es ist daher vor allem im Umgang mit Wespen Vorsicht geboten. Bienen sind in Bezug auf ihr Stechverhalten eher zurückhaltend. Das Haupterkennungsmerkmal eines Bienenstichs ist der Stachel, der nach dem Stich in der Haut zurückbleibt. An diesem sitzt ein kleiner Giftbeutel, aus dem noch bis zu einer Minute nach dem Einstich Gift in den Körper gelangt. Wespenstiche sind nur in Einzelfällen wirklich gefährlich, wenn etwa Kinder, Allergiker oder bestimmte Körperstellen wie Gesicht, Speise- oder Luftröhre betroffen sind.

Symptome

Die Inhaltsstoffe des Mückenspeichels lösen an der Einstichstelle eine leichte allergische Reaktion mit anhaltend schmerzhaft juckenden Rötungen und Schwellungen aus. Es kann zu einer Lokal- sowie zu einer Allgemeinreaktion kommen.

Lokalreaktion

Insektengifte enthalten eine Vielzahl irritierender und gewebeschädigender Substanzen. Bereits der Stich ist stark schmerzhaft. Die toxische Lokalreaktion führt rasch zu Rötung, juckenden Quaddeln, Entzündung, Schwellung, evtl. Blasenbildung und lokalem Hitzegefühl. Schwellungen in Gelenksnähe können die Beweglichkeit einschränkt. Das Abklingen der Symptome kann Tage dauern. Gefährlich sind Insektenstiche im Bereiche von Lippen, Mundhöhle, Rachen oder Kehlkopf; da die resultierende Schwellung zu akuter Atemnot führen kann. In diesem Fall ist sofortige ärztliche Behandlung erforderlich.

Allgemeinreaktion

Insektengifte enthalten auch systemisch wirkende Substanzen, die auch Atemwege und Kreislauf betreffen können. Zudem bewirken Insektengifte, dass körpereigene Mastzellen entzündungsfördernde Stoffe ausschütten, die in ihrem Zellinneren gespeichert liegen.

Abhängig von der Giftmenge bzw. der individuellen Reaktionsbereitschaft können daher neben der Lokalreaktion auch allgemeine Symptome auftreten. Diese können jenen der allergischen Reaktion ähnlich sein (generalisierte Nesselsucht, Schwellungszeichen, Kreislaufprobleme).

Diagnose

Die Diagnose wird aufgrund des Patientengesprächs, der Symptomatik und eines Hauttests gestellt, bei dem kleine Mengen Insektengift in die Haut gespritzt werden. Wichtig sind die Angaben der Patienten: Welches Insekt hat die Symptome ausgelöst? Welche Symptome traten auf? Kam es zu Kreislaufschwäche, Schwindel, Ohnmacht, Herzrhythmusstörungen? Wurde eine Akutmedikation verwendet? In welchem Zeitraum klangen die Symptome ab?

Therapie

Die Therapie der akuten Stichreaktion richtet sich nach der Reaktionsstärke. Lokalreaktionen benötigen im Allgemeinen keine Behandlung durch den Arzt. Milde und lokale Reaktionen können mit Juckreiz stillenden Produkten aus der Apotheke schnell gelindert werden. Verwendet werden unter anderem Antihistaminika und ätherische Öle (Menthol, Kampfer).

Bei einem mittelschweren Verlauf mit großflächiger Schwellung werden innerlich angewendete Antihistaminika, Glucocorticoide und Schmerzmittel empfohlen.

Stiche von Bienen und Wespen müssen dann ärztlich behandelt werden, wenn sie im Hals- oder Mundbereich auftreten. Als Notfälle gelten Stiche auf der Zunge oder im Rachen. Wer auf Insektenstiche allergisch reagiert oder Herz- und Kreislaufprobleme hat, ist auf sofortige Hilfe eines Arztes angewiesen. Bei einer bekannten Insektenstichallergie wird in der Selbstmedikation ein Allergie-Notfallset angewendet.

Allgemeine Schutzmaßnahmen vor Insektenstichen

  • keine hektischen Bewegungen, wenn Bienen oder Wespen in der Nähe sind
  • besondere Vorsicht beim Aufenthalt im Freien
  • Distanz zu Blüten, überreifen Früchten (Pflaumen) und Fallobst, hier halten sich Bienen und Wespen bevorzugt auf
  • Vorsicht bei Gartenarbeit, beim Obst- und Blumenpflücken
  • Körper so weit wie möglich bedeckt halten: Kopfschutz, langärmelige Kleider, lange Hosen, geschlossene Schuhe, Handschuhe
  • keine weiten Kleider tragen, in denen sich Insekten verfangen können
  • Speisen abdecken
  • Insektengitter an Fenstern und Türen anbringen