Harnwegserkrankungen

Symptome
Ständiger quälender Harndrang, bei dem aber nur wenig ausgeschieden wird, heftiges Brennen beim Wasserlassen: typische Anzeichen für eine Entzündung der unteren Harnwege. In manchen Fällen ist auch der Urin blutig oder es kommt zu Schmerzen im Bauchraum. Etwa die Hälfte aller Frauen kennt diese Beschwerden, während Männer seltener davon betroffen sind. In schwereren Fällen kann es zu Fieber, Schüttelfrost und Schmerzen in der Taillengegend kommen, bis hin zu einer akuten Nierenbeckenentzündung. Viele Personen haben auch mit Harn- und Nierensteinen zu kämpfen, die meist erst bemerkt werden, wenn sie den Harnfluss behindern. Das kann sehr schmerzhafte Nierenkoliken zur Folge haben.

Ursachen
Auslöser für Harnwegsentzündungen sind bei Frauen meist Darmbakterien, die etwa durch die Reinigung beim Toilettengang vom Darm in die Scheide bis zur Harnröhre geraten. Auch durch Geschlechtsverkehr werden manchmal Keime eingebracht. Zudem kann sich bei Einnahme von Antibiotika oder infolge der Wechseljahre die Intimflora verändern, was die Abwehrkräfte schwächt.

Gesundheit aus Ihrer Apotheke
Eine der wichtigsten Maßnahmen bei Blasenentzündungen ist viel Flüssigkeit. In der Apotheke stehen hierfür spezielle Blasen- und Nierentees mit pflanzlichen Inhaltsstoffen zur Verfügung, etwa Schachtelhalmkraut, Bärentrauben-, Brennnessel- oder Birkenblätter. Weiterhin gibt es Kapseln, Dragees oder Lösungen mit den genannten Pflanzenauszügen sowie Goldruten- und Kapuzinerkressekraut oder Meerrettichwurzel. Flankierend eingenommen können sie die Genesung beschleunigen. Bewährt haben sich darüber hinaus Präparate mit Kürbiskern, Liebstöckelwurzel und Tausendgüldenkraut. In schweren Fällen müssen bei Blasenentzündungen allerdings Antibiotika eingesetzt werden, die jedoch nur der Arzt verschreibt. Bei einer akuten Nierenkolik hat man so starke Schmerzen, dass man ohnehin zum Arzt oder in die Klinik geht.

Wann ein Arztbesuch notwendig ist
Wenn nach drei Tagen keine Besserung der Symptome eintritt, ist der Besuch angeraten – Schwangere oder Diabetiker sollten die Ursachen sofort abklären lassen. Das Gleiche gilt für Männer, da sie normalerweise kaum von Blasenentzündungen betroffen sind. Treten zusätzlich Fieber und Schmerzen auf, besteht die Gefahr, dass die Infektion auf die Nieren übergetreten ist – hier ist ärztliche Behandlung zwingend erforderlich.

Das sollte man tun
Trinken, trinken, trinken – das gilt sowohl bei Blasenentzündungen, um die Harnwege durchzuspülen, als auch bei Harn- und Nierensteinen. Wärme ist wohltuend bei Schmerzen im Unterleib, am einfachsten hilft eine Wärmflasche auf Bauch oder Rücken sowie eine Wolldecke. Beim Toilettengang ist es ratsam, immer von vorn nach hinten zu wischen, nie umgekehrt, um eine Infektion zu verhindern. Wer mit Harn- und Nierensteinen zu kämpfen hat, achtet außerdem auf eine möglichst salz- und fleischarme Ernährung und viel Bewegung.

Das sollte man besser lassen
Es ist nicht gut, Toilettengänge lange hinauszuzögern. Verbleibt der Urin über einen längeren Zeitraum in der Blase, können sich Bakterien leichter vermehren und ausbreiten.