Nahrungsmittel, Trinkwasser und Durchfallerkrankungen

Wenn der Magen sauer reagiert
Gerade auf Reisen möchte man fremde Länder hautnah erleben, dazu gehört natürlich auch die landestypische Küche. Jedoch verträgt unser Magen diese außergewöhnliche Belastung nicht immer – und reagiert dann schon mal sauer. Diese als Sodbrennen bezeichnete Erscheinung macht sich häufig bei ungewohnter Ernährung bemerkbar und ist oft ein Anzeichen von ernährungsbedingten Magenbeschwerden.

Durchfallerkrankungen – übertragen durch Speisen und Getränke
In Ländern mit mangelhafter Hygiene und ungenügender Trink- und Abwassertechnik können viele Erkrankungen durch Speisen, Wasser und Getränke übertragen werden, die mit Krankheitserregern verunreinigt sind. So ist Durchfall das am häufigsten auftretende Krankheitssymptom bei Aufenthalten in wärmeren Ländern. In Entwicklungsländern sind 25 bis 50 Prozent aller Touristen betroffen.

Durchfälle auf Reisen treten mehrheitlich in den ersten Tagen des Auslandsaufenthaltes auf. Sie werden durch Bakterien oder deren Gifte, durch Viren und Darmparasiten verursacht. Meist verlaufen Reisedurchfälle leicht und in der Regel ist der Patient nach 48 Stunden wieder gesund. Eine Nahrungsmittelvergiftung macht sich innerhalb weniger Stunden nach dem Genuss von verdorbenen Speisen mit Brechdurchfall von einigen Stunden Dauer bemerkbar. Schwerwiegendere Darminfektionen sind viel seltener. Sie sind oft verbunden mit Bauchkrämpfen, Erbrechen oder Fieber. Bei rechtzeitiger Behandlung sind aber auch diese Infektionen gut heilbar.

! Vorsicht: Personen mit Durchfall sollten in der Zeit, in der sie krank sind, nicht für andere Essen und Getränke zubereiten!

Wie kann man Durchfallerkrankungen vorbeugen?
Es gilt, möglichst keine Krankheitserreger über schmutzige Hände, Getränke oder Lebensmittel aufzunehmen. Der Spruch „Boil it, cook it, peel it or forget it“ (Siede, koche, schäle es oder lass‘ es bleiben) ist eine gute Faustregel. Krankmachende Erreger werden durch Hitze abgetötet, besiedeln aber rasch (z. B. durch Fliegen) wieder Speisen, die durch langes Stehen abkühlen oder ungeschützt am kalten Buffet liegen.

Risikoreich und zu meiden sind
• nicht oder unvollständig gekochte Meeresfrüchte (Schnecken, Austern und andere Muscheln)
• rohe Fische und Fleischgerichte (Beefsteak, Tatar)
• Salate und rohes Gemüse
• Früchte, die man nicht selbst schält
• Speiseeis, Puddings, Mayonnaise
• kalte Buffets
• Leitungswasser als Trinkwasser, als Eis oder zum Zähneputzen (in Flaschen abgefülltes Mineral- oder Sodawasser, frisch zubereiteter Tee oder Kaffee und filtriertes Wasser enthalten keine Krankheitserreger)
• Gemeinschaftshandtücher und -seife auf der Toilette (Trotzdem gilt: Vor jedem Essen die Hände mit eigener Seife waschen!).

! Wichtig: Bis heute vermag keine Impfung vor den verschiedenen Formen des Reisedurchfalls zu schützen. Und auch gegen Amöben und andere Darmparasiten gibt es keine sinnvolle Tablettenprophylaxe.

Wie soll man Durchfallerkrankungen behandeln?
Meistens ist nur Flüssigkeitsersatz erforderlich. Am besten ersetzt man die verlorene Flüssigkeitsmenge durch Bouillon, Fruchtsäfte oder gezuckerten Tee. Tabletten oder Beutel zur Zubereitung geeigneter Lösungen sind besonders für Kleinkinder und ältere Leute vorteilhaft. Zucker-Salz-Lösungen können aber auch selbst hergestellt werden (1 gestrichener Teelöffel Kochsalz, 8 gestrichene Teelöffel Zucker, 1 Tasse Fruchtsaft auf einen Liter gekochtes Wasser). Vor allem Kinder sollten außerdem ermutigt werden, weiterhin zu essen. Hier bieten sich Salzstangen, Weißbrot, Bananen oder Reis an. Klingt der Durchfall
nach 48 bis 72 Stunden nicht ab, verschlimmern sich die Beschwerden oder ist die Krankheit körperlich stark beeinträchtigend oder mit häufigem Erbrechen verbunden, ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen!

Sofern z. B. für eine Flug- oder Busreise eine schnelle Heilung erforderlich ist, wirken durchfallhemmende Medikamente mit dem Wirkstoff Loperamid am schnellsten. Allerdings sollten diese nur angewendet werden, solange weder Fieber noch Blut im Stuhl auftreten. Andernfalls ist auch hier ein Arztbesuch dringend zu empfehlen. Ist dies nicht möglich, können antibakterielle Medikamente hilfreich sein (Anwendung vor der Reise mit einem Arzt besprechen).