Große und kleine Tiere

Haus-, Nutz- und Wildtiere
Vor allem in den Entwicklungsländern Asiens und Afrikas sterben jährlich mehr als 50.000 Menschen an der Tollwut. Die Übertragung erfolgt meist durch Straßenhunde, aber auch ungeimpfte Haushunde und andere Säugetiere wie Katzen, Affen oder Fledermäuse können das Virus in sich tragen. Nach einem Biss, Kratzer oder dem Belecken von nicht intakter
Haut durch ein möglicherweise infiziertes Tier muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Dabei sollte auf der Gabe von adäquater Postexpositions-Prophylaxe bestanden werden. Ist diese vor Ort nicht verfügbar – in vielen Regionen keine Ausnahmesituation – ist unter Umständen ein Abbruch der Reise in Betracht zu ziehen. Wenn man wartet, bis die ersten Krankheitssymptome auftreten, verläuft die Infektion so gut wie immer tödlich!

Aber nicht nur von Haus- und Straßentieren geht in anderen Ländern ein erhöhtes Infektionsrisiko aus. Auch dadurch, dass die Menschen anderswo enger mit ihren Nutztieren zusammenleben, gleichzeitig die tierärztliche Kontrolle aber oft nicht mit mitteleuropäischem Standard zu vergleichen ist, können Krankheiten leichter von Tieren auf den Menschen übertragen werden. Es sollten daher vor allem Individualreisende und Besucher von Tiermärkten und -farmen darauf achten, fremde Tiere möglichst nicht zu berühren. So hatte die große Mehrheit aller Menschen, die weltweit bisher an der Vogelgrippe erkrankt sind, direkten Kontakt zu Geflügel, entweder zu Hause oder auf einem Geflügelmarkt. Auch das MERS-Virus, welches erst vor wenigen Jahren entdeckt wurde, seither aber mehrere Hundert Todesfälle verursachte, wird vermutlich durch Kamele übertragen.

! Wichtig: Vermeiden Sie Kontakt mit fremden Tieren. Fassen Sie keine toten Tiere an!

Gifttiere
Sie sind in den Tropen relativ häufig. Der Reisende sieht sie allerdings selten, und Unfälle sind durch einfache Vorsichtsmaßnahmen weitgehend zu vermeiden.

Man beugt Schlangenbissen vor, indem man geschlossene, hohe Schuhe und lange Hosen trägt, kräftig auftritt und darauf achtet, wohin man tritt und greift. Verwenden Sie nachts eine Taschenlampe, um den Weg aus-zuleuchten. Vor Skorpionen, Spinnen und Tausendfüßlern schützt man sich, indem man seine Kleidung nicht auf den Boden legt und Kleidung und Schuhe vor dem Anziehen ausschüttelt.

Moskitos & Co.
Während Mücken in unseren Breiten zwar lästig, aber eher harmlos sind, geht in den (Sub-)Tropen eine nicht zu unterschätzende Gefahr von ihnen aus. Sie können dort schwerwiegende Krankheiten wie Malaria, Dengue-fieber, Chikungunyafieber, Gelbfieber oder das für Schwangere bzw. ihr ungeborenes Kind gefährliche Zikafieber übertragen. Den besten Schutz hiervor bietet eine strikte Expositionsprophylaxe, d. h. eine Verhinderung von Mückenstichen.

Zecken
Zecken sind Hautparasiten, die in der Vegetation in einer Höhe von meist weniger als einem Meter lauern, bis sie von einem Menschen oder einem Tier abgestreift werden. Genau wie bei den Mücken geht nicht von den Zecken selbst die Gefahr aus, sondern von den Krankheitserregern, die sie durch ihren Stich übertragen können. Weltweit gibt es eine Vielzahl verschiedener Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden. In Europa sind hier vor allem die Borreliose, die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), und – im Mittelmeerraum – das Krim-Kongo-Fieber zu nennen.

Genau wie bei den Mücken bietet eine gute Expositionsprophylaxe den besten Schutz. Darüber hinaus sollte man sich nach Aufenthalten „im Grünen“ gründlich nach Zecken absuchen. Wird man dabei fündig, sind die Tiere möglichst schnell mit einer Pinzette zu entfernen. Die Tiere sollten dabei nicht gedreht werden, da so eventuell der Kopf abgerissen wird und in der Wunde verbleibt. Auch bekannte Hausmittel wie Öl, Klebstoff oder ähnliches sind besser nicht zu verwenden, da die Zecken
dabei die Krankheitserreger in einer Art „Schreckreaktion“ in den Körper des Wirts spritzen können. Nach dem Entfernen einer Zecke sollte die Stichstelle desinfiziert und längere Zeit beobachtet werden. Zeigen sich Hautveränderungen (Borreliose) oder tritt wenige Tage später Fieber auf (Krim-Kongo-Fieber), sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, vom Menschen abgesammelte Zecken in spezialisierten Laboren untersuchen zu lassen. Zum Schutz vor der FSME besteht neben der Expositionsprophylaxe auch die Möglichkeit einer Impfung.