Reisen mit dem Flugzeug

Bedenken wegen Sauerstoffmangels an Bord eines Flugzeuges sind unnötig, auch die Luftdruckveränderung wird kaum wahrgenommen. Bei Erkältungen können jedoch die Nasenschleimhäute angeschwollen
sein und so die Verbindung zwischen Rachen und Mittelohr verschließen. Der zunehmende Druck beim Landen schmerzt dann im Ohr. Vorbeugend kann man Nasentropfen, -sprays oder -salben nehmen; Kauen oder Lutschen von Bonbons sowie Gähnen hilft ebenfalls. Aufgrund der trockenen Kabinenluft kann es zu einem Austrocknen der Nasenschleim-häute kommen, was sich durch eine Nasensalbe reduzieren lässt. Auch die Augen leiden oft unter der trockenen Luft im Flugzeug, hier können spezielle Augentropfen oder eine künstliche Tränenflüssigkeit helfen.

Neben leichten Beeinträchtigungen des Wohlbefindens durch die besonderen Umstände beim Fliegen kann es aber auch zu gesundheitlichen Störungen kommen, die unter der Bezeichnung Economy Class Syndrom bekannt sind. Ausgelöst wird das Economy Class
Syndrom durch Störungen der Blutzirkulation im Körper. Durch venenfreundliches Verhalten während des Fluges kann diesen Beschwerden jedoch vorgebeugt werden:

• reichlich Flüssigkeit trinken, mindestens 100 Milliliter pro Stunde
• auf schwere Mahlzeiten und Alkohol verzichten
• möglichst bequeme und leichte Kleidung tragen
• flache, leichte Schuhe tragen und die Füße beim Laufen gut abrollen
• Muskelpumpe aktivieren: Fußkreiseln, aufstehen und laufen!
• Beinfreiheit nicht durch Handgepäck einschränken

Bei Venenleiden gut angepasste Kompressionsstrümpfe anziehen. Flugreisende mit tiefer Beinvenenthrombose in der Vorgeschichte oder anderen chronischen Beschwerden sollten sich vor der Reise mit ihrem Arzt besprechen und unter Umständen die subkutane Gabe (Injektion) von
Heparin in Erwägung ziehen.

Mit „Jet lag“ ist jene Abgeschlagenheit und Schlaflosigkeit gemeint, welche nach dem Überfliegen mehrerer Zeitzonen auftritt, wie dies beispielsweise bei Transatlantikflügen oder bei Flugreisen nach Südost-asien oder Australien der Fall ist. Der als „innere Uhr“ bezeichnete, natürliche biologische Rhythmus des Menschen stimmt dabei nicht mehr mit der tatsächlichen Ortszeit überein. Zu unpassender Zeit auftretende Müdigkeit, Hungergefühle, Verdauungsstörungen oder ein allgemeiner Erschöpfungszustand können die Folgen sein.

Bei großen Zeitverschiebungen ist es ratsam, die Anwendung von zeitlich streng vorgeschriebenen Medikamenten (Insulin, Antibabypillen usw.) mit dem Arzt rechtzeitig zu besprechen.