Rucksack- und Wanderreisen

Viele Reisende verzichten freiwillig auf den Luxus von Hotelbetten, Restaurantbesuchen und Mietautos. Wer jedoch mit dem Rucksack auf den Schultern sein Reiseland zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkundet, ist ganz anderen Gesundheitsrisiken ausgesetzt als ein Pauschalreisender.

So ist zum einen die körperliche Belastung bei längeren Wanderungen mit schwerem Gepäck nicht zu unterschätzen. Bei Herzerkrankungen oder Asthma sind Trekkingtouren vor allem in abgelegenen Gebieten daher nicht zu empfehlen. Es ist ratsam, schon zu Hause eine Probewanderung mit dem fertig gepackten Rucksack zu unternehmen, um eine realistische Selbsteinschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit vorzunehmen. Beachtet werden sollte dabei allerdings, dass in den Urlaubsländern die Wanderungen eher anstrengender sind, da schlechte Wege, Steigungen und ein möglicherweise drückendes Klima zusätzlich an den Kräften zehren. Wer sich unsicher ist, sollte den Hausarzt um Rat fragen und eventuell ein Belastungs-EKG machen lassen.

Zum anderen bewegt man sich bei Rucksackreisen meist unter anderen hygienischen Bedingungen als bei einem Hotelurlaub. Trinkwasser sollte am besten in Flaschen mitgeführt werden. Ist dies nicht möglich, dann muss das Wasser vor dem Trinken unbedingt abgekocht oder mit speziellen Entkeimungspräparaten (z. B. Micropur) behandelt werden. Ist man mit dem Zelt unterwegs, sollte man unbedingt darauf achten, dass der Proviant mäusesicher verpackt ist – insbesondere in den beliebten Trekking-Regionen Südamerikas kommt es immer wieder zu Infektionen mit dem lebensgefährlichen Hanta-Virus, welches durch Kontakt mit Mäusekot übertragen wird. Auch das Schlafen in einfachen Unterkünften und das Benutzen der vor allem in Entwicklungsländern häufig überfüllten öffentlichen Verkehrsmittel erhöhen das Gesundheitsrisiko: Der enge Kontakt zur einheimischen Bevölkerung führt zu einem gesteigerten Infektionsrisiko für Krankheiten, die sonst bei Touristen eher selten sind. Hier sollte vor der Reise unbedingt mit dem Hausarzt oder einem Reisemediziner über eventuell zusätzlich erforderliche Impfungen gesprochen werden.

Darüber hinaus ist zu bedenken, dass öffentliche Verkehrsmittel in anderen Ländern oft nicht dem deutschen Sicherheitsstandard entsprechen. So kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen mit überfüllten Fähren oder schlecht gewarteten Bussen. Hier sollte daher die Abenteuerlust vielleicht ein wenig gezügelt und nach Alternativen gesucht werden.