Die Malariaprophylaxe (= Vorsorge)

Malaria ist die Infektionskrankheit, die den Tropenreisenden am meisten gefährdet. Sie tritt auf, wenn Anopheles-Mücken durch ihren Stich Malariaerreger (Plasmodien) übertragen. Sechs Tage bis hin zu einigen Monaten nach dem Mückenstich treten Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und
Gliederschmerzen, eventuell Erbrechen, selten Durchfall auf – anfänglich ganz ähnlich wie bei einer Grippe. Plasmodium falciparum kann innerhalb
kürzester Zeit zu der lebensbedrohlichen Malaria tropica führen. In seltenen Fällen kann Malaria tropica auch ohne Fieber verlaufen und Symptome verursachen, die nicht sofort an eine Malaria denken lassen, wie z. B. Durchfall, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit. Bei Verdacht sollte daher immer eine ärztliche Diagnose gestellt werden.

Wo gibt es Malaria?
Malaria kommt hauptsächlich in Afrika, Asien und Lateinamerika vor. Viele Großstädte in Asien und Südamerika sind allerdings malariafrei. Auch kann die Übertragung in der Trockenzeit oder in Höhenlagen zeitweilig unterbrochen sein.

Wie schützt man sich vor der Malaria?
Es gibt noch keine Impfung, darum:

1. Mückenstiche verhindern!
Je weniger Sie gestochen werden, desto kleiner ist die Gefahr, angesteckt
zu werden. Anopheles-Mücken stechen fast nur in der Dämmerung und nach Sonnenuntergang! Darum abends und nachts:
• Lange Hosen, langärmelige Hemden oder Blusen tragen, besonders die Knöchel schützen, Kleider mit insektenabweisenden Mitteln besprühen (macht keine Flecken), imprägnierte Schlaufen für lange Ärmel und Hosenbeine.
• Mückenabwehrende Mittel auf die Haut auftragen (Repellentien).
• Wenn Ihr Schlafraum nicht mückensicher ist (Mückengitter an Fenster und Türen oder Klimaanlage), sollten Sie unter einem – wenn möglich mit insektenabweisenden Mitteln behandelten – Mückennetz schlafen. Das Netz muss intakt und allseits gut unter die Matratze eingeschoben sein. Auch Insektizidsprays oder -coils (Rauchspiralen), Deckenventilatoren und Klimaanlagen reduzieren die Gefahr.

2. In Gebieten mit hohem bis mittlerem Malariarisiko
Zusätzlich zum Schutz vor Mückenstichen (Expositionsprophylaxe) sollten in Hochrisikogebieten vorbeugend rezeptpflichtige Malariamedikamente eingenommen werden. Um eventuelle Malariaerreger im Körper möglichst frühzeitig zu bekämpfen, ist es in Abhängigkeit vom jeweiligen Malariamedikament wichtig, die Prophylaxe eine gewisse Zeit vor Erreichen und nach Verlassen des Malariagebietes einzunehmen. In Gebieten mit mittlerem Malariarisiko kann auf die prophylaktische Medikamenteinnahme verzichtet werden, wenn Notfallmedikamente mitgeführt werden, die sofort bei Auftreten von Krankheitssymptomen eingenommen werden können. Die Einnahme von Notfallmedikamenten sollte jedoch nur dann durchgeführt werden, wenn nicht unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden kann.

3. In Gebieten mit geringem Malariarisiko
Ebenso wie in Regionen mit mittlerem Risiko kann man bei längeren Aufenthalten ein Reservemedikament zur Notfallbehandlung
(Stand-by) mitnehmen. Es genügt hier jedoch in der Regel, sich gut vor Moskitostichen zu schützen. Die Einnahme eines Notfallmedikaments ist nur dann angezeigt, wenn innerhalb von sechs bis zwölf Stunden nach Auftreten der Symptome kein Arzt erreichbar ist, wenn es zu Fieberschüben kommt und Kopf-/Gliederschmerzen auftreten. Da die Notfallbehandlung eventuell nicht genügt, um Malaria zu heilen, ist trotz der begonnenen Selbstbehandlung so schnell wie möglich ein Arzt aufzusuchen.

Da es in einigen Malaria-Risikogebieten Resistenzen der Erreger gegenüber den verschiedenen Malariamedikamenten gibt, können nicht alle Malariamedikamente in allen Regionen effektiv vor einer Erkrankung schützen. Informationen zum regionalen und zeitlichen Vorkommen der Malaria, zu den Resistenzen und den empfohlenen Malariamedikamenten sollten rechtzeitig vor einer Reise bei einem erfahrenen Reisemediziner eingeholt werden.

Teilen Sie dem verschreibenden Arzt mit, ob Sie …
• regelmäßig Medikamente einnehmen,
• schwanger sind,
• Allergien auf Medikamente haben,
• an epileptischen Anfällen oder psychischen Erkrankungen leiden,
• an Herzrhythmusstörungen leiden,
• in irgendeiner Form abhängig sind,
• unter einer Immunschwäche/Stoffwechselstörung leiden.

! Vergessen Sie nicht: Bei grippeähnlichen Erkrankungen ist trotz Malariaprophylaxe auch nach Wochen bzw. Monaten ein Malariaanfall nicht ausgeschlossen!