Typisch weiblich: Intimpflege und Cellulitis

Der empfindliche Intimbereich einer Frau erfordert besondere Auf-merksamkeit. Empfohlen werden Intim-Waschlotionen, die eine sanfte Reinigung der Schleimhäute garantieren. Auf keinen Fall – auch nicht ab und zu! – sollten normale basische Seifen benutzt werden, auch können seifenfreie Waschstücke mit einem pH-Wert von 5,5 zu Reizungen führen. In dieser Zone wird der pH-Wert durch die dort vorherrschenden Milchsäurebakterien bestimmt und liegt zwischen 4,0 bis 4,5. Da sich der pH-Wert im Intimbereich der Frau mit dem Lebensalter und bei hormonellen Veränderungen (Schwangerschaft, Wechseljahre) verändert, ist es wichtig, die jeweils passende Intimpflege-Waschlotion zu verwenden. Für die Zeit während und nach einer Schwangerschaft oder bei Entzündungen und Irritationen gibt es eine spezielle medizinische Waschlotion (Sagella). Ist der Intimbereich gesund, reicht die tägliche Reinigung mit klarem Wasser über den sanften Duschstrahl.

Es sind ausschließlich Frauen, die über die berühmt-berüchtigten Dellen in der Haut klagen: Cellulitis, vornehmlich im Bereich um den Po, der Ober-schenkel, der Hüfte, aber auch an den Armen. Verantwortlich dafür ist die Struktur des weiblichen Bindegewebes, das sich komplett von dem der Männer unterscheidet. Die „Orangenhaut“ ist dem männlichen Geschlecht unbekannt und viele Männer wissen noch nicht einmal, was das überhaupt ist.

Gewicht und Veranlagung spielen eine bedeutende Rolle bei der Schnelligkeit, mit der sich Cellulitis entwickelt – von den leichten Dellen, die erst beim Zusammendrücken der Haut zu erkennen sind, bis hin zu jenen, die sich auch im Liegen deutlich abzeichnen. Cellulitis zeigt sich an manchen Tag deutlicher als an anderen, was mit den weiblichen hormonellen Schwankungen zusammenhängt. Die schlechte Nachricht: Mit fortschreitendem Alter ist fast jede Frau von Cellulitis betroffen. Die gute Nachricht: Pflege, Ernährung und Bewegung können Ausmaß und Intensität im Zaum halten.

Bei der Pflege gilt vor allem: Massieren, massieren, massieren – nicht nur, wer von Cellulitis bereits betroffen ist, profitiert davon. Auch vorbeugend ist die regelmäßige Behandlung der potenziell oder tatsächlich betroffenen Körperzonen ideal. Spezielle kosmetische Wirkstoffkombinationen können dabei die Durchblutung der Haut stimulieren und verbessern, wie zum Beispiel Koffein, Algen, Wacholderbeeren oder Traubenkernöl (Vichy CelluDestock, Caudalie Concontré Minceur). Auch Nahrungsergänzungsmittel, die die Durchblutung der Haut wie auch die Stoffwechselprozesse des Bindegewebes anregen (OPC), sind zu empfehlen. Jedoch: Ein Zaubermittel gibt es leider nicht.

Zum Thema Ernährung und Cellulitis: Übergewicht kann erheblich dazu beitragen, dass das Bindegewebe seine Festigkeit verliert. Eine Ernährung mit viel Fett, mit vielen Kohlenhydraten, also Fast Food, Burger und Pizza, trägt in erheblichem Umfang zur Übersäuerung der Gewebezellen bei und fördert deren verstärkte Fetteinlagerung. Gemüse, Eiweiß, Obst und Vollkorngetreide sowie Milchprodukte in Maßen unterstützen hingegen die Hemmung der Bindegewebsschwäche.

Was für den Körper im Allgemeinen gilt, gilt auch für die einzelne Körperzelle: Sie wird durch Sport aktiviert. Muskelarbeit verbraucht Energie! Treppensteigen ist besser als den Aufzug zu nehmen; Fahrrad fahren, Laufen, Joggen, Nordic Walking machen es der Cellulitis schwer, sich in den weiblichen Problemzonen gemütlich einzurichten.

Was jede Raucherin bedenken sollte: Nikotin ist der Todesstoß für jedes Anti-Cellulitis-Programm. Denn in zweierlei Hinsicht wirkt Rauchen begünstigend auf die Entstehung von Orangenhaut. Zum einen werden die Blutgefäße der Haut verengt und damit der Stoffwechsel auf ein Minimum reduziert, zum anderen schädigen die Inhaltsstoffe von Zigarette und Co. direkt die Kollagenstruktur des Bindegewebes.