Angesteckt und krank — was dann?

Für uns ist es mittlerweile selbstverständlich, bei den so genannten banalen Erkältungskrankheiten eigenverantwortlich zur Selbstmedikation zu greifen. Der moderne Begriff „Selbstmedikation“ steht für das, was in der häuslichen Krankenpflege als sinnvolle Eigentherapie und Selbsthilfe üblich ist. Neben der Einnahme entsprechender Arzneien ist es für viele selbstverständlich, dass Bettruhe, heiße Erkältungsbäder, Kräutertees, Kamillendampfbäder und bei Bedarf die altbewährten Wickel angewendet werden. Wichtig ist allerdings, dass sowohl bei Säuglingen und Kleinkindern als auch bei älteren und schwächlichen Patienten mit starken Erkältungssymptomen ein Arzt zu Rate gezogen wird.

Der Betroffene, der unter den Symptomen einer Erkältung leidet, gehört vor allem ins Bett! Er muss sich warm halten, viel trinken und sollte, auch ohne Appetit, fünf kleine Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen, vorzugsweise leichte Kost, wie zum Beispiel Hühner- oder Gemüsesuppe. Das Krankenzimmer sollte gut gelüftet sein, der Patient darf dabei jedoch nicht abkühlen. Für alle Patienten gilt: Hat man bereits fiebersenkende Arzneimittel eingenommen und bleibt das Fieber trotzdem über 39 °C,
dann sollte man mit seinem Hausarzt sprechen. Ein Temperaturbereich zwischen 39 °C und 40 °C über ein oder zwei Tage belastet das Herz-Kreislauf-System unnötig stark und sollte vermieden werden. Jedoch bedeutet Fieber aber auch, dass sich der Körper mit Krankheitserregern auseinandersetzt, und ist demzufolge ein positives Zeichen. Einem fieberkranken Körper sollte man jedoch Ruhe – sprich: Bettruhe! – gönnen, damit er seine ganze Kraft in Abwehrmechanismen stecken kann. Wenn Bettlägerige trotz Fieber frösteln oder gar über Schüttelfrost klagen, kann die gute alte Wärmflasche weiterhelfen!

Um Glieder- oder Kopfschmerzen und andere schmerzhafte Symptome eines grippalen Infektes zu mildern, sind fiebersenkende Schmerzmittel hilfreich. Schmerzen, insbesondere im Rücken, lassen sich gut mit Wärmeumschlägen und Wärmeauflagen lindern (Thermacare).

Ibuprofen wirkt zuverlässig schmerzstillend, fiebersenkend und entzündungswidrig. Mit Boxagrippal oder dem bewährten Aspirin
Complex können die wichtigsten Erkältungssymptome, insbesondere Schnupfen, schnell bekämpft werden. Doch Vorsicht: Beide Präparate machen fit und können, abends eingenommen, zu Einschlafproblemen führen. Abends ist das Heißgetränk Grippostad besser, denn es enthält reines Paracetamol und lindert somit die Symptome. Die heiße Flüssigkeit erleichtert außerdem das Einschlafen.

Über die Therapie einer schweren fieberhaften Erkrankung und den Einsatz eines Antibiotikums entscheidet alleine der Arzt. Musste ein Antibiotikum eingenommen werden, ist es wichtig, die angegriffene Darmflora wieder aufzubauen. Geeignete Präparate sind zum Beispiel Reguloflor, Lactobact, Omni Biotic oder Symbiolact.

Rechtzeitig eingesetzt, kann ein so genanntes „pflanzliches Antibiotikum“ zur Behandlung eines grippalen Infektes eine Alternative zu verschreibungspflichtigen Antibiotika darstellen. Umckaloabo ist ein Wurzelextrakt aus der afrikanischen Kapland-Pelargonie (Pelargonium reniforme). Das Präparat ist in Form von Tropfen oder Tabletten und für Kinder als Saft erhältlich. Es kann nachweislich die Virenabwehr stärken und Bakterien an der Vermehrung hindern, beides mit hoher Wirksamkeit und guter Verträglichkeit. Da keine Nebenwirkungen bekannt sind, kann es selbst Kleinkindern ab einem Jahr bedenkenlos gegeben werden. Die inzwischen erhältlichen Generika (Pelasya von Hexal und Pelargonium-
ratiopharm Bronchialtropfen) gibt es noch nicht als Kindersaft.