Wie entstehen Venenerkrankungen?

Im Gegensatz zu den sehr muskelstarken Arterien sind die Venen relativ dünnwandige, muskelarme Gefäße. Bei der Unterteilung in ein oberflächliches und ein tiefes Venensystem ist es noch wichtig, dass die tiefen Venen gleichsam von einem „äußeren Mantel“ aus Knochen und Muskeln des Beines stabilisiert werden, während die oberflächlichen Venen direkt unterhalb der Haut liegen und nur auf ihrer Unterseite durch einen festen bindegewebigen Anteil, die Faszienhülle, gestützt werden.

Die oberflächlichen Venen leiden deshalb besonders unter einer Kombinationsbelastung aus anlagebedingter Schwäche, Altersveränderungen, Bewegungsmangel und einer Erhöhung des Venendrucks. Bei Frauen führen hormonelle Umstellungen, insbesondere in der Schwangerschaft, zu einer größeren Dehnbarkeit der Venen und einem Verlust an Spannkraft. Langandauernde sitzende Tätigkeiten oder monotones Stehen führen zur Untätigkeit der Wadenmuskelgelenkpumpe und zu Stauungsbeschwerden im Unterschenkelbereich. Übergewicht, Bewegungsmangel und starkes Pressen, z. B. durch das Heben schwerer Lasten, kann zu einer Schädigung des Venenklappensystems oberflächlicher Leitvenen führen.