Wer bekommt eine Allergie?

Umwelt oder Gene, wo liegt die Ursache? Es ist das Zusammenspiel von beidem! Umweltfaktoren können bei sensibilisierten Patienten die Beschwerden verschlimmern, sie sind aber nicht alleine Verursacher einer Allergie. Dies hat die Situation in der ehemaligen DDR deutlich gezeigt: Obwohl dort die Schadstoffbelastung wesentlich höher war als im Westen, gab es erstaunlicherweise deutlich weniger Allergiker. Nach der Wende kam die große Überraschung: Wenngleich auch die Luftverschmutzung abnahm, so stieg doch die Rate der Allergiker in den neuen Bundesländern rapide an – und das sogar schneller als im westlichen Teil Deutschlands.

Die verbreitete Annahme, eine Allergie sei vererbbar, ist nicht ganz richtig. Durch allergische Eltern kann zwar eine gewisse Krankheitsbereitschaft in den Genen an die Nachkommen weitergegeben werden, das heißt aber nicht, dass diese später tatsächlich erkranken. Im Klartext: Aus heutiger Sicht bedingt die Kombination aus der ererbten Krankheitsbereitschaft und den Umweltfaktoren das Auftreten einer Allergie.

Die Allergie – ein Volksleiden in Zahlen

Bei zehn bis dreißig Prozent der Bevölkerung wird die Lebensqualität durch Allergien beeinträchtigt. Etwa acht Prozent leiden unter Asthma, jährlich treten Todesfälle durch Insektenstiche auf. Die häufigsten Allergene sind: Pollen (11%), Tierhaare (7%), Hausstaubmilben (6%), Nahrungsmittel (6 %), Schimmelpilze (5 %), Arzneimittel (5 %), Insektengift (3 %). Zwischen 15 und dreißig Jahren ist die Wahrscheinlichkeit an einer Allergie zu erkranken am höchsten.