Vorsicht Prostatakrebs!

Dass Männer „Vorsorgemuffel“ sind, ist eine bekannte Tatsache. Dabei lohnt es sich gerade bei urologischen Erkrankungen, lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zum Arzt zu gehen.

Die in ihren Auswirkungen lästige und peinliche, aber im Grunde alltägliche gutartige Prostatavergrößerung muss nämlich vom lebensgefährlichen Prostatakarzinom unterschieden werden. 60.000 Männer erkranken jedes Jahr an Prostatakrebs – damit ist dies die häufigste Krebserkrankung beim Mann. Im Anfangsstadium verursacht die Erkrankung keinerlei Beschwerden, weshalb sie häufig erst in einem späten Stadium entdeckt wird. Dann sind die Behandlungschancen leider nicht mehr optimal. In einem frühen Stadium entdeckt, können die Ärzte den Tumor weitaus besser operieren oder bestrahlen. Nebenwirkungen wie Erektionsstörungen oder Inkontinenz treten dann sehr viel seltener auf. Auch Tochtergeschwülste (Metastasen) lassen sich vermeiden, wenn der Tumor frühzeitig entdeckt wird.

In Deutschland bieten die Krankenkassen Männern ab 45 jährlich eine kostenlose Vorsorgeuntersuchung an, doch leider nutzen lediglich etwa 20 Prozent dieses Angebot, das unter Umständen Leben retten kann! Bei einer kurzen rektalen Untersuchung der Prostata kann der erfahrene Urologe häufig erkennen, ob eine verdächtige Veränderung im Gewebe vorliegt. Eine Blutuntersuchung, bei der ein in der Prostata gebildetes Antigen (PSA) bestimmt wird, gibt weiteren Aufschluss über das mögliche Vorliegen eines Prostatakarzinoms. Sowohl Urologen als auch Krankenkassen plädieren daher dafür, dass möglichst viele Männer ab 45 die kostenlose Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen.