Untersuchungsmethoden bei Venenerkrankungen

Beim begründeten Verdacht auf eine akute Venenthrombose sollte sofort reagiert und ein Arzt hinzugezogen werden. Neuartige medizinische Behandlungsmethoden gestatten heute ein Entfernen oder ein Auflösen der gefährlichen Blutgerinnsel unter medizinischer Überwachung. Der Erfolg dieser Maßnahmen ist aber nur dann gegeben, wenn sie bereits in den ersten Stunden nach Auftreten der Thrombose ergriffen werden. Deshalb ist rasches Handeln erforderlich.

Da das Venensystem aus einem oberflächlichen und einem tiefen System aufgebaut ist, können mit dem bloßen Auge bei einer Untersuchung nur die sichtbaren Veränderungen beurteilt werden, die sich an der Haut abspielen. Dazu zählen z. B. Besenreiservarizen, Krampfadern oder Stauungsekzeme. Zur weiteren Abklärung durch den Arzt kommen spezielle Untersuchungsmethoden und Geräte zum Einsatz. Neue technische Entwicklungen in den letzten Jahren haben dazu geführt, dass viele Untersuchungen mit Ultraschallwellen bzw. optischen Sensoren ungefährlich und schmerzfrei durchgeführt werden können. Das Ultraschall-Doppler-Verfahren benutzt Schallwellen, die über eine stiftartige Sonde eine Beurteilung von Blutfluss, Blutrichtung und möglichen Klappenschäden ermöglichen. In einer technischen Weiterentwicklung, der Farbduplex-Sonographie, können diese Ultraschallsignale sogar in Bilder umgewandelt werden, die die Blutströmung und evtl. Engstellen oder Thromben im Gefäß erkennen lassen. Die Farbduplex-Sonographie ersetzt zunehmend die früher übliche Phlebographie mit der risikoreicheren Kontrastmittelgabe und dem notwendigen Röntgen, so dass heute nur noch bei speziellen Fragestellungen auf die Phlebographie zurückgegriffen werden muss.

Photooptische Messverfahren, kurz „LRR” oder „DPPG” genannt, beruhen auf einem indirekten Messprinzip mit Lichtwellen und gestatten eine Aussage darüber, wie gut das Venensystem das venöse Blut bei einem vorgegebenen Funktionstest abpumpen kann. Dazu wird ein Messkopf mit einem Klebering am Unterschenkel befestigt. Die Menge des abgepumpten Blutes sowie die Zeit, bis sich das Venensystem wieder auffüllt, geben Auskunft über die Leistungsfähigkeit des Venensystems. Vor einer Operation kann durch das Anlegen von Staubinden geprüft werden, in welchem Umfang der Patient von einer möglichen Venenoperation profitieren kann.

Die blutige Venendruckmessung liefert ähnliche Informationen wie die LRR- oder DPPG-Messung, allerdings wird die größere Genauigkeit der Untersuchung mit einer unangenehmen Punktion einer Fußrückenvene mit einer kleinen Nadel erkauft. Es handelt sich hierbei um ein so genanntes „blutiges Messverfahren”, mit dem sehr genaue Untersuchungen möglich sind.