Herz und Kreislauf stärken

Der Blutkreislauf sorgt dafür, dass der gesamte Organismus mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Dazu pumpt das Herz jeden Tag etwa 7.000 Liter Blut durch den Körper. Mit zunehmendem Alter altert leider auch das Herz-Kreislauf-System. Dieser Prozess lässt sich mit der richtigen Lebenseinstellung beeinflussen.

Foto: A_Namenko – istock-thinkstock

Das Herz ist ein kleiner, sehr flexibler Muskel“, sagt Woody Allen in seinem Film „Manhattan“. Diese einfache Beschreibung ist durchaus zutreffend, denn das Herz eines erwachsenen Menschen ist etwa so groß wie seine Faust, wiegt ungefähr 300 Gramm und passt sich in seiner Funktion sehr genau den körperlichen Bedürfnissen an – vom Tiefschlaf bis zum Hochleistungssport.

Das Herz – Taktgeber des Lebens

Der Herzmuskel ist fleißig. Unermüdlich pumpt er Blut durch den Körper und versorgt so Gewebe und Organe mit dem lebenswichtigen Sauerstoff und anderen Nährstoffen. In körperlicher Ruhe schlägt das Herz etwa 70 Mal pro Minute und pumpt dabei mit jedem Schlag ungefähr 70 Milliliter Blut in den Körper. Das sind etwa fünf Liter in jeder Minute, 300 Liter pro Stunde und 7.000 Liter Blut am Tag, mit denen das Herz ununterbrochen den Organismus versorgt. Bei körperlicher Anstrengung steigt der Energie- und Sauerstoffbedarf der Muskulatur und der Organe. Das normale Herz kann dann seine Schlagfrequenz bis um das Dreifache erhöhen; das Herz eines Hochleistungssportlers ist sogar noch zu weiteren Steigerungen fähig.

Das Herz ist ein Hohlorgan, das man gemäß seiner Funktion in ein rechtes und ein linkes Herz einteilen kann. Beide Seiten bestehen jeweils aus zwei Hohlräumen, einem kleineren Vorhof (Atrium) und einer größeren Kammer (Ventrikel). Im Vorhof des rechten Herzens kommt das sauerstoffarme Blut aus dem Körper an und wird dann in die rechte Herzkammer weitergeleitet. Die rechte Herzkammer pumpt das Blut in die Lunge, wo es mit frischem Sauerstoff aus der Atemluft angereichert wird (Lungenkreislauf). Dieses sauerstoffreiche Blut fließt dann über den linken Vorhof ins Herz zurück, und der starke Muskel der linken Herzkammer pumpt das sauerstoffreiche Blut wieder in den Körper, wo sämtliche Organe über ein sehr komplexes System von Blutgefäßen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden (Körperkreislauf). Hat das Blut den Sauerstoff abgegeben, fließt es über die Venen zurück zum rechten Herzen, und der Kreislauf beginnt aufs Neue.

Damit der Herzmuskel im richtigen Rhythmus pumpen kann, braucht er elektrische Impulse. Und ähnlich wie die Musiker eines Orchesters brauchen auch die Herzmuskelzellen einen „Dirigenten“, der den Takt und die Geschwindigkeit vorgibt. Diese Aufgabe übernimmt ein Geflecht spezialisierter Herzmuskelzellen im rechten Vorhof, der Sinusknoten. Die elektrischen Impulse, die der Sinusknoten erzeugt, werden über spezielle Nervenfasern weitergeleitet und erregen in genau koordinierten zeitlichen Abständen die verschiedenen Regionen des Herzens, so dass der Muskel seine Pumpfunktion optimal ausführen kann.

Herz und Kreislauf lassen sich vergleichen mit einer Pumpe und einem ausgeklügelten Röhrensystem, den Blutgefäßen.Pumpt das Herz zu schwach oder sind die Blutgefäße nicht mehr durchgängig, kann es zu massiven Gesundheitsproblemen kommen.

Engpass im Zentralorgan

Im Laufe des Lebens können sich die Herzkranzgefäße, also die Arterien, die das Herz mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen, durch Ablagerungen verengen. Mediziner sprechen dann von einer Koronarstenose, die durch erhöhte Blutfettwerte und durch Rauchen stark gefördert wird. Auch langfristig erhöhte Blutzuckerwerte bei Diabetikern tragen zur Entstehung einer Koronarstenose bei. Es fließt weniger Blut durch die Herzkranzgefäße und die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels wird schlechter. Etwa 2,4 Millionen Menschen in Deutschland leiden an dieser so genannten Koronaren Herzkrankheit (KHK). Wird eine Koronare Herzkrankheit nicht behandelt, droht ein Herzinfarkt. Dabei wird eins der verengten Herzkranzgefäße durch einen Blutpfropf (Thrombus) komplett verschlossen. Es kommt zu einem Blutstau vor dem Verschluss, und der Teil des Herzmuskels, der von dem betroffenen Gefäß versorgt werden müsste, erhält nun gar kein Blut mehr und stirbt ab.

Um einer Koronaren Herzkrankheit oder einem Herzinfarkt vorzubeugen, gibt es drei einfache Mittel, die jeder aktiv beeinflussen kann: Gesunde Ernährung, ausreichend körperliche Bewegung, nicht rauchen!

Schwaches Herz, schwacher Kreislauf

Vor allem viele ältere Menschen leiden unter einer Herzschwäche, einer so genannten „Herzinsuffizienz“. Der Herzmuskel hat dann nicht mehr genügend Kraft, Blut zu pumpen. Von einer Herzschwäche kann das linke oder das rechte Herz, aber auch das gesamte Herz betroffen sein. Die Folgen sind unterschiedlich: Bei einer so genannten Rechtsherzinsuffizienz staut sich das Blut vor dem rechten Herzen im Körperkreislauf. Dadurch kann es in der Leber zu einem Blutstau kommen.

Ist die linke Herzhälfte zu schwach, wird nicht genügend Blut in den Körper gepumpt und sammelt sich in der linken Herzkammer an. Diese dehnt sich dabei und leiert mit der Zeit aus, die Schlagkraft sinkt und die Organe des Körpers erhalten nicht mehr genügend Blut.

Medikamente wie Herzglykoside (z. B. Digitalispräparate aus dem Fingerhut) oder Diuretika (zur Ausschwemmung von Salz und Wasser) können die Kraft des Herzens wieder stärken. Aber auch bei einer Herzinsuffizienz kann man durch eine Anpassung des Lebensstils viel erreichen: Neben dem Verzicht auf Alkohol und Nikotin ist eine maßvolle und salzarme Ernährung hilfreich. Regelmäßige körperliche Bewegung – unter ärztlicher Anleitung – kann auch dem schwachen Herzen wieder Kraft geben. Genauso wichtig ist allerdings Ruhe, denn Stress ist Gift für das schwache Herz. Wem es schwer fällt, zur Ruhe zu kommen, profitiert von Entspannungsverfahren wie Meditation oder Autogenem Training.

Gute Tipps für Herz und Kreislauf

Stärkung mit Heilpflanzen

Durchblutung, Kreislauf und Herzfunktion können auch durch pflanzliche Mittel gestärkt werden. Insbesondere der Weißdorn enthält herzstärkende Substanzen. Er verstärkt die Kontraktion und damit die Pumpkraft des Herzens. Zubereitungen aus Ginkgo, Knoblauch und Mistelkraut sollen den Vorgang der Arterienverkalkung aufhalten und die Fließeigenschaften des Blutes verbessern. Durchblutungsfördernd wirken Bäder mit Eukalyptus, Rosmarin, Fichtennadel und Rosskastanien.

Herzgesunde Ernährung

Die „Mittelmeerdiät“ ist lecker und kann Herzkrankheiten vorbeugen; das Herzinfarktrisiko lässt sich um etwa die Hälfte reduzieren: Fisch, Salat, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse. Auch der hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren in Oliven- und Rapsöl schützt das Herz.

Arginin – Eiweißstoff für gesunde Arterien

Durch die Zufuhr des Eiweißbausteins Arginin wird in der Arterienwand Stickstoffmonoxid (NO) gebildet, was entspannend auf die Gefäßwandmuskulatur wirkt und die Gefäße weitet. So kann der Blutdruck gesenkt werden. Arginin ist z. B. in Nüssen, Milchprodukten und Getreide zu finden, allerdings nur in geringer Menge. Mithilfe von ausreichend dosierten Präparaten aus der Apotheke lässt sich der Arginin-Haushalt verbessern.