Sonne, Urlaub, Reiseapotheke

Werden die Tage lang, hell und sonnig, steigt die Lust auf Urlaub. Endlich relaxen, die Freiheit genießen und die Welt entdecken! Es wäre zu schade, wenn uns Gesundheitsbeschwerden ausgerechnet jetzt einen Strich durch die Rechnung machten. Eine auf das Reiseziel zugeschnittene Reiseapotheke kann helfen, sich in der „schönsten Zeit des Jahres“ die Beschwerden vom Leib zu halten.

Viele planen den Sommerurlaub bereits im Winter und haben Flug und Hotel schon gebucht, bevor überhaupt erst die erste Frühlingsblume durch die Schneedecke bricht. Andere lassen erst einmal die warmen Tage auf sich zukommen, bevor sie spontan ein Urlaubsziel auswählen. Auch wenn der Countdown bis zum Anbruch der ersehnten freien Wochen unterschiedlich lang läuft – so ganz und gar ohne Vorbereitung und Überlegung sollte man besser nicht in die Ferne schweifen. Das gilt vor allem auch für die Ausstattung der Reiseapotheke. Denn selbst wenn man gar nicht weit weg fährt, ist es empfehlenswert, einige Notfallmedikamente oder Verbandszeug mitzunehmen. Umso mehr gilt dies für Auslandsreiseziele und erst recht für Fernreisen in exotische Weltregionen. Apotheken sind im Notfall nicht überall leicht zu finden, dazu kommen noch Verständigungsschwierigkeiten, wenn man die Sprache des Gastgeberlandes nicht beherrscht. Daher ist es besser, man hat alles Notwendige dabei, um leichtere Beschwerden, Erkrankungen und Blessuren im Ernstfall selbst behandeln zu können.

Eine gut bestückte Reiseapotheke sollte in jeder Hinsicht aktuell sein. Aktuell im Hinblick auf das Haltbarkeitsdatum von Medikamenten – abgelaufene Medikamente sind nicht nur weniger wirksam, sie können auch durch Zersetzungsprodukte unter Umständen gefährlich werden. Aktuell aber auch hinsichtlich des Urlaubsziels. Klar, eine Basisausstattung gegen die häufigsten Alltagsbeschwerden und gegen kleine Verletzungen sollte den Grundstock jeder Reiseapotheke bilden. Hinzukommen sollten gegebenenfalls auch Mittel, die auf die Art des Urlaubs und das individuelle Reiseziel zugeschnitten sind. Nur ein Beispiel: Taucher leiden relativ häufig unter Entzündungen des Gehörgangs. Ratsam ist es deshalb, für einen Tauchurlaub Ohrentropfen mitzunehmen. Geht der Tauchurlaub in tropische Gewässer, sollten Vorsichtsmaßnahmen gegen Tropenkrankheiten getroffen werden, dazu gehören auch Impfungen oder eine Malaria-Prophylaxe. Ganz selbstverständlich ist zudem ein besonders intensiver Sonnenschutz!

Aber selbst für einen Wanderurlaub in den Allgäuer Alpen sollte man sich Gedanken machen. Bei den oftmals steilen Bergtouren kann man zu Fall kommen und sich blutende Schrammen holen. Und wer sich vielleicht auch noch tolle, neue Wanderschuhe gekauft hat, wird die Erfahrung machen, dass die noch nicht eingelaufenen Treter bei einer langen Tour schmerzhafte Blasen verursachen. Gut, wenn man da Verbandszeug, Pflaster, Blasensalbe und ein antiseptisches Mittel zur Wundversorgung mitgenommen hat. Nicht zuletzt sind die Gebirgsregionen Süddeutschlands Lebensraum von Zecken, die Träger des FSME-Virus sind. Ein Insekten-Repellent, das auch Zecken abhält, ist ein nützliches Utensil im Rucksack.

Die Basisausstattung – was notwendig ist

Die Beschwerden, unter denen Urlauber am häufigsten leiden, betreffen die Atemwege, den Verdauungstrakt und die Haut. Je nach individueller Veranlagung können auch Reiseübelkeit, Jetlag, Augen- und Ohrenbeschwerden oder Allergien ein Thema werden. Wer aktiv unterwegs ist und viel Sport betreibt, sollte sich gegen Sportverletzungen absichern.

Erkältungsmittel – mitten im Sommer?

Wer deren Notwendigkeit bezweifelt, wäre verblüfft, wie häufig gerade grippale Infekte im Urlaub auftreten. Denn nach langen Monaten im Büro ist bei vielen Berufstätigen das Immunsystem etwas angeschlagen, Viren haben dann leichtes Spiel. Klimaanlagen im Flugzeug, Auto oder Zug trocknen dazu auch noch die Schleimhäute aus und schwächen eine wichtige Abwehrschranke des Organismus. Da man auf der Urlaubsreise vielen Mitmenschen und leider auch ihren Keimen begegnet, gibt es unzählige Gelegenheiten zur Ansteckung. Unbedingt zu empfehlen ist daher die Mitnahme von Fieber- und Schmerzmitteln, die auch die Symptome der Atemwegserkrankung dämpfen. Sinnvoll können auch Mittel gegen die Einzelbeschwerden wie Schnupfen, Husten oder Halsschmerzen sein.

Die Liebe geht durch den Magen, erst recht auch im Urlaub, wo man den Gaumen mit landestypischen Spezialitäten verwöhnen will. Nicht immer fallen aber die Nachwirkungen ungewohnter Genüsse positiv aus. Der vergrätzte Magen reagiert dann mit Magenschmerzen oder Sodbrennen. Noch schlimmer kann es kommen, wenn die Speisen mit Krankheitserregern verunreinigt sind. In Ländern mit mangelhafter Hygiene passiert dies relativ häufig. Die Folgen sind heftige Übelkeit oder Durchfall. Mittel gegen Magenbeschwerden und durchfallhemmende Medikamente gehören also genauso in jede Reiseapotheke wie Elektrolyte zur Regulierung des Flüssigkeitshaushalts. Auf Reisen leiden aber auch viele Menschen an Verstopfung, weshalb auch die Mitnahme eines sanft wirkenden Abführmittels sinnvoll sein kann. Lange, eventuell auch kurvige Autofahrten, schwankende Schiffe oder unruhige Flüge lösen bei empfindlichen Menschen Reiseübelkeit aus. Für dieses Leiden gibt es Tabletten oder Kaugummis, die vorsorglich zu nehmen sind, bevor ein womöglich peinliches Malheur eintritt.

Was sich die Menschen vom Urlaub wünschen, ist vor allem Sonnenschein – und davon möglichst viel. Das ist nur allzu verständlich, bedenkt man die Sonnenarmut in Deutschland, doch unsere weiße Haut verträgt die hohe UV-Belastung leider sehr schlecht. Ein kluger Umgang mit der Sonne ist daher genauso anzuraten wie ein gutes Sonnenschutzmittel, das den Verhältnissen am Urlaubsort angepasst ist. Wichtig ist es, sich schon vor dem Sonnenbad einzucremen. Wer ans Meer fährt, sollte sich vergegenwärtigen, dass durch die Reflexion des Sonnenlichts auf dem Wasser und dem hellen Sand die UV-Belastung intensiver sein kann, weshalb man vorsichtshalber eine Sonnencreme mit einem höheren Lichtschutzfaktor auswählen sollte.

Zur Basisausstattung gehören selbstverständlich auch Pflaster, Verbandszeug und ein Mittel zur Wunddesinfektion. Wer mit dem Auto in Urlaub fährt, hat Entsprechendes teilweise bereits in seinem Verbandkasten, doch auch hier ist darauf zu achten, dass die Produkte innerhalb des Haltbarkeitszeitraums liegen. Wer zu einer Bergwanderung, einer Radtour oder einer sonstigen sportlichen Aktivität aufbricht, hat das Verbandszeug natürlich griffbereit in seinem Rucksack oder der Fahrradtasche.

Spezielles für Spezialfälle

In den Regionen unserer Erde gibt es jeweils sehr unterschiedliche Gesundheitsrisiken. Tropische und subtropische Klimazonen bieten günstige Bedingungen für Krankheitserreger und Parasiten, ebenso tragen die leider häufige mangelhafte Hygiene und Gesundheitsvorsorge dazu bei, dass sich Infektionskrankheiten ausbreiten können. Gegen etliche der häufigsten Reise- und Tropenkrankheiten gibt es Impfungen, die man rechtzeitig vor Reisebeginn auch wahrnehmen sollte, z. B. gegen Cholera, Gelbfieber, Hepatitis A und B, Meningokokken, Kinderlähmung, Typhus oder Tollwut. Gegen andere, wie z. B. Malaria, gibt es Medikamente zur Prophylaxe. Wer eine Reise in ein Risikogebiet plant, sollte sich daher unbedingt schon mehrere Monate vorher von seinem Hausarzt beraten lassen. Sachkundige Informationen zu Reiseländern, Krankheiten, Impfungen und Vorsichtsmaßnahmen bietet beispielsweise die Website des Centrums für Reisemedizin unter www.crm.de.

Für die Bestückung der Reiseapotheke spielen daneben natürlich auch individuelle chronische Beschwerden, Anfälligkeiten oder Vorerkrankungen eine Rolle. Allergiker beispielsweise sollten ihr Antiallergikum nicht vergessen, selbst wenn die Pollenflugsaison zu Hause schon beendet ist. Es können auch am Urlaubsort Allergien gegen sonst unbekannte Auslöser auftreten. Herz-Kreislauf-Kranke und Diabetiker sollten an ihre Notfallmedikamente denken. Und auch das Alter spielt eine Rolle: So gilt besonders für ältere Menschen ein erhöhtes Thrombose-Risiko bei Flugreisen. Kompressionsstrümpfe und blutverdünnende Medikamente können einen vorbeugenden Schutz bieten.

Der schönste Urlaub ist natürlich der, in dem die Reiseapotheke verschlossen bleibt und aus dem man gesund nachhause zurückkehrt. Für den Fall der Fälle vorgesorgt zu haben, ist aber dennoch ungemein beruhigend.

weitere Informationen: Ratgeber „Reisezeit – Urlaubszeit“