Sommerfreuden ohne Reue

Der Sommer bringt viel Sonnenschein mit. Allerdings können UV-Strahlen, Hitze und Co. den Körper auch belasten. Um frisch und gesund durch die warme Jahreszeit zu kommen, sollte man daher einige Vorsichtsmaßnahmen beherzigen.

Sommerzeit, du schöne Zeit!  Von Urlaubsreisen in südliche Gefilde über Freibadbesuche, Open-Air-Veranstaltungen und gesellige Grillabende bis hin zu ausgedehnten Fahrradtouren bringt sie viele Vergnügungen mit sich. So hoffen auch die meisten Menschen jetzt auf gutes Wetter, um all das in vollen Zügen genießen zu können. Brennt die Sonne jedoch mit unverminderter Kraft vom Himmel undklettern die Temperaturen immer höher, kann dies mitunter auch unangenehme Begleiterscheinungen haben. Höchste Zeit, sich ein paar vernünftige Verhaltensweisen wieder ins Gedächtnis zu rufen.

An oberster Stelle steht hier der Sonnenschutz. Dazu eines vorweg: Natürlich ist die Sonne herrlich und vor allem lebenswichtig – der Körper braucht sie zur Vitamin-D-Bildung in der Haut, für ein funktionierendes Immunsystem und starke Knochen. Und schließlich sorgt sie mit ihrem strahlenden Licht für jede Menge gute Laune. Doch ein Übermaß an UV-Strahlen ist ungesund. Sie lassen nicht nur die Haut schneller altern und führen nicht selten zu unschönen Pigmentflecken, sondern können bekanntermaßen langfristig auch Hautkrebs verursachen.

Länger als zehn Minuten sollte deshalb niemand ungeschützt in der Sonne bleiben. Bei ausgiebigen Sonnenbädern sowie längeren Aktivitäten imFreien, am Meer und in den Bergen ist auf jeden Fall ein hoher Lichtschutzfaktor von mindestens 30 oder höher angezeigt. Dazu muss man wissen, dass sowohl UV-A- als auch UVA-BStrahlen einen schlechten Einfluss auf die Haut haben, was Lichtalterung, Irritationen und Hautkrebs betrifft. Das Sonnenschutzmittel sollte daher ein breites Spektrum haben, das vor beidem schützt. Hier lautet das Motto: „Viel hilft viel“. Denn Untersuchungen zufolge tragen die meisten Menschen die Sonnencreme zu dünn auf. Im Hochsommer empfiehlt es sich darüber hinaus, auch im Alltag immer eine leichte Sonnencreme oder ein Makeup mit Lichtschutzfaktor zu verwenden. Dekolleté, Hände und Ohren nicht vergessen!

Die Mittagssonne möglichst meiden

Bei allem Schutz sollte ein intensives Sonnenbad aber möglichst nicht länger als eine Stunde dauern – und vor allem die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr gilt es zu meiden, da sie besonders aggressiv ist. Ein Schattenplätzchen ist dann in jeder Hinsicht angenehmer, so lässt sich die Wärme viel leichter aushalten und man wirkt damit gleich auch anderen Gefahren hochsommerlicher Hitze entgegen, beispielsweise Kreislaufproblemen, Hitzschlag oder Sonnenstich. Sie entstehen meist aus einem Zusammenspiel von zu viel Hitze, direkter Sonneneinstrahlung sowie mangelnder Flüssigkeitszufuhr. Wichtig zur Vorbeugung sind daher neben häufigen Schattenaufenthalten das Tragen eines Huts oder Käppis sowie ausreichendes Trinken. Zwei bis drei Liter sollten es jetzt pro Tag wenigstens sein. Geeignet sind gute Mineralwässer – um durch Schwitzen ausgeschiedenen Mineralstoffe zu ersetzten – sowie Saftschorlen, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees.

Wenn die Temperaturen sehr hoch steigen, sind kleine Abkühlungen zwischendurch günstig – etwa durch Thermalwassersprays, die auf Gesicht, Arme und Beine gesprüht werden. Sehr effektiv ist es, seine Arme bis über die Ellbogen für ein paar Minuten in kühles Wasser zu tauchen. Ebenso tut ein kaltes Fußbad gut. Von kalten Duschen ist dagegen abzuraten, weil sie die Hitze im Körper einschließen. Besser ist lauwarmes Wasser, das die Poren öffnet und die Körperwärme optimal ableitet. Wer sich dann hinterher nicht abtrocknet, sondern nur leicht abtupft, wird durch die Verdunstungskälte herrlich erfrischt. Für alle, die gerade im Sommer unter geschwollenen schweren Beinen leiden, sind wiederum morgens und abends Wechselduschen bis hinauf zu den Oberschenkeln zu empfehlen (mit einem kalten Guss aufhören). Dadurch wird die Venentätigkeit angeregt und die Durchblutung kommt in Schwung. Zusätzlich können kühlende Gels mit Extrakten aus Rosskastanie oder rotem Weinlaub Erleichterung bringen. Der beste Tipp: So oft wie möglich die Beine hochlegen – wer tut das an lauen Sommertagen nicht gern?

Gerade im Alltag kann man es hingegen nicht immer so locker angehen lassen. Im Job beispielsweise muss auch bei Hitze alles wie gewohnt weiterlaufen. Hier können kleine Maßnahmen wenigstens etwas helfen: Ein Ventilator sorgt im Büro für ein erträglicheres Klima. Weite, luftige und helle Kleidung ist angenehmer bei starkem Schwitzen und vor peinlichen Schweißflecken kann Funktionsunterwäsche mit Achselnässeschutz bewahren. Penible Hygiene und ein starkes Deodorant sind die beste Vorbeugung gegen störenden Geruch. Männer, die ja beruflich meist nicht mit leichten Sandalen auftreten dürfen, greifen am besten zu Baumwollsocken, Fußpuder und einem Schuhdeo. Damit geht es sich schon frischer durch die heiße Jahreszeit.

Auf gesunden Füßen durch den Sommer

Apropos Füße: Sie stehen jetzt besonders im Blickpunkt – etwa am Pool, am Strand, in offenen Schuhen. Unschön, wenn es hier dann juckt, schuppt, sich rötet oder die Nägel dick und gelblich verfärbt sind. Schätzungen zufolge leiden rund zehn Millionen Deutsche an Fußpilz – etwa jeder Sechste ist von Nagelpilz betroffen. Die Erreger fühlen sich in feuchtwarmem Klima besonders wohl. Deshalb sollte man sich in südlichen Regionen und in öffentlichen Nass- und Wellnessbereichen besonders vorsehen. Am besten trägt man stets Gummischlappen, desinfiziert diese regelmäßig und trocknet Füße und Zehenzwischenräume immer gut ab. Wenn sich trotzdem ein Pilz ausbreitet, sollte schnell gehandelt werden. Mit Produkten aus der Apotheke lässt sich das Problem normalerweise innerhalb von ein paar Tagen beseitigen. Bei Nagelpilz ist dagegen Geduld gefragt. Die Behandlung mit speziellen Sets muss über mehrere Wochen fortgeführt werden. Bei ganz hartnäckigen Fällen helfen mitunter nur verschreibungspflichtige Medikamente.

Typische Sommerleiden: Blasenentzündung und Herpes

Wer sich die schönen Seiten des Sommers nicht vermiesen lassen möchte, sollte außerdem besonderes Augenmerk auf zwei weitere typische Leiden dieser Jahreszeit richten. Das sind einmal lästige Blasenentzündungen, von denen vor allem Frauen häufig heimgesucht werden. Ursache sind meist Verkühlungen des Unterleibs durch nasse Badekleidung oder Sitzen auf kaltem Untergrund. Dadurch sinkt die Durchblutung im Becken, das Immunsystem wird geschwächt und Keime können sich über die kurze Harnröhre bis zur Blase ausbreiten. Darum gilt: Schon zur Vorbeugung nach dem Schwimmen den nassen Bikini zügig wechseln und den Unterleib immer warm halten. Viel trinken sorgt im Weiteren dafür, dass Keime schnell ausgespült werden. Im Akutfall können Präparate mit Cranberry oder Bärentraube helfen, die unangenehmen Begleiterscheinungen wie Brennen und Harndrang zu beseitigen. Wenn nach zwei Tagen keine Besserung eintritt, sollte allerdings der Arzt aufgesucht werden, der gegebenenfalls Antibiotika verordnet.

Das andere im Sommer oft gehäuft auftretende Übel ist Herpes. Schuld ist ein Virus, den mehr als 80 Prozent der Menschen im Körper tragen, wo er unbemerkt schlummert. Bestimmte Faktoren wie starke Sonneneinstrahlung können die Abwehrkräfte so herabsetzen, dass ein Ausbruch der ungeliebten Lippenbläschen begünstigt wird. Darum sollte man die Lippen stets mit einem Lipbalm mit hohem Lichtschutzfaktor schützen. Kündigt sich trotzdem mit Kribbeln und Spannungsgefühl einmal ein Herpes an, können Salben, Kautabletten und kleine Patches zum Aufkleben die unangenehmen Begleiterscheinungen lindern. Wer nun noch das Immunsystem mit gesunder Ernährung, Bewegung und genügend Ruhe stärkt, beugt nicht nur Herpes, sondern auch lästigen Sommererkältungen vor. So lässt sich der Sommer gesund genießen.