Schwangerschaft

Für kürzere Ferienaufenthalte ohne Strapazen kann eine gesunde Schwangere – je nach Fluggesellschaft – noch vier bis sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin mit dem Flugzeug reisen. Flugreisen von Schwangeren in den letzten vier Wochen vor der Geburt benötigen dagegen immer die Zustimmung der Fluggesellschaft. Auch sollte überprüft werden, welche Schwangerschaftszeiten durch eine Auslandskrankenversicherung eventuell nicht abgedeckt sind, ob das Neugeborene im Falle einer Frühgeburt sofort mitversichert ist und ob eine Rückholversicherung besteht.

Malariaprophylaxe: Eine Malariaerkrankung in der Schwangerschaft gefährdet die Mutter und das ungeborene Kind. Aus diesem Grund ist es ratsam, jegliche Reisen in Malaria-Risikogebiete auf die Zeit nach der Schwangerschaft zu verschieben. Eine Chemoprophylaxe (vorsorgliche Einnahme von Malariamedikamenten) ist in der Schwangerschaft nur unter Vorbehalt möglich. In jedem Fall sollte das Risiko-Nutzen-Verhältnis durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt abgewogen werden. Alle Maßnahmen zum Schutz vor der Malaria durch Expositions-prophylaxe (Verhinderung von Mückenstichen) können in der Schwangerschaft durchgeführt werden.

Zika-Virus: Seit wenigen Jahren hat sich das ebenfalls durch Mückenstiche übertragene Zikafieber von einer reisemedizinisch unbedeutenden Erkrankung zu einer ernsthaften Gefahr für Tropenreisende entwickelt. Normalerweise führt es höchstens zu milden Erkrankungen. Infizieren sich jedoch Schwangere, steht das Virus im Verdacht, gehäuft schwere Missbildungen beim ungeborenen Kind hervorzurufen. Daher sollten Schwangere Reisen in bekannte Zika-Virus-Ausbruchsgebiete (wie etwa Brasilien) möglichst meiden und bei unvermeidlichen Reisen auf konsequenten Mückenschutz achten. Da das Virus auch durch sexuelle Kontakte übertragen werden kann, sollten möglicherweise infizierte Männer nach ihrer Rückkehr aus einem Ausbruchsgebiet ihre schwangere Partnerin durch die Verwendung von Kondomen schützen.

Impfungen sollten nach Möglichkeit vor der Schwangerschaft durchgeführt werden. Ergibt sich trotzdem die Notwendigkeit einer Impfung während der Schwangerschaft, muss das Erkrankungsrisiko gegenüber möglichen Impfkomplikationen von einem Arzt abgewogen werden. Falls eine Geburt im Ausland unter zweifelhaften hygienischen Bedingungen erfolgen könnte, sollte zum Schutz des Neugeborenen und der Schwangeren eine Tetanusimpfung oder eine Auffrischimpfung spätestens drei Monate vor dem Geburtstermin durchgeführt werden.