Schutz für Nieren und Blase

Sie erfüllen lebenswichtige Aufgaben im menschlichen Körper, sind maßgeblich an seiner Entgiftung beteiligt, regulieren außerdem unter anderem Wasserhaushalt und Blutdruck. Darum sollte jeder gut auf den Schutz seiner Nieren und des Harnapparates achten, um Funktionsstörungen und Infektionen zu vermeiden.

Das geht mir an die Nieren – so sagt man oft, wenn einen etwas sehr stark berührt, mitnimmt oder aufregt. Diese Redewendung geht bis in das Mittelalter zurück, als die Nieren als Sitz der Lebenskraft und Gemütsbewegungen galten. Tatsächlich sind die beiden Organe lebenswichtig für den Menschen. Gemeinsam mit den Harnwegen gehören sie zum lymphatischen System, weil sie in Zusammenarbeit mit der Leber Schadstoffe und Abfallprodukte aus dem Körper leiten. Das ist deshalb auch so wichtig, weil tagtäglich über Lebensmittel und die Umwelt Giftstoffe in unser Blut gelangen. Außerdem spielen die Nieren eine wichtige Rolle im Wasser-, Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt des Körpers.

Die Nieren sind paarig angelegte Organe, die sich rechts und links der Wirbelsäule auf Höhe der unteren Rippenbögen befinden. Sie sind von einer schützenden Hülle umgeben, der Nierenkapsel, darunter liegen die Rindenschicht und das Nierenmark. In der Nierenrinde befinden sich die Nephronen, die eigentlichen Kläranlagen der Nieren. Hier wird das Blut gefiltert und der so genannte Primärharn gebildet, circa 180 Liter am Tag.
In den Nierenkanälchen wird dieser dann konzentriert, wertvolle Stoffe ins Blut zurückbefördert. Schließlich gelangt der Endharn in das Nierenbecken und über die Harnleiter weiter in die Blase. Fünfmal pro Stunde fließt unser Blut durch die Nieren und filtert im Schnitt 1,8 Liter Urin pro Tag heraus – eine stolze Leistung.

Unterschiedliche Ursachen können zur Funktionsbeeinträchtigung der Nieren führen – beispielsweise langjähriger Diabetes mellitus, übermäßige Einnahme bestimmter Schmerzmittel oder anderer Medikamente, Bluthochdruck oder entzündliche Nierenerkrankungen. Auch mit zunehmendem Alter schwächeln die Nieren. Bereits ab dem 30. Lebensjahr sinkt die Leistung um etwa ein Prozent pro Jahr. Das bereitet allerdings in der Regel keine Probleme, weil die von Natur aus große Kapazität der Nieren das normalerweise auffängt. Schließlich können Menschen in der Regel auch mit nur einer Niere gut leben. Wenn die Nierenfunktion allerdings vollständig erlischt, ist dies ohne Behandlung tödlich.

Alle zwei Jahre zum Check

Da die Organe sehr empfindlich sind, raten Experten, ab 35 Jahre die Nieren alle zwei Jahre checken zu lassen, Diabetiker und Bluthochdruckpatienten sogar jährlich. Der Test ist ganz einfach: Der Eiweißgehalt im Urin wird gemessen – ist er zu hoch, deutet das auf eine eingeschränkte Filterkraft der Nieren hin. Damit es möglichst erst gar nicht so weit kommt, und um irreversiblen Schäden der Nieren und des Harnapparates vorzubeugen, sollten sie gut geschützt und gepflegt werden. Dazu kann jeder selbst viel beitragen.

Zunächst einmal tut es den Nieren gut, wenn man ihnen immer wieder kleine Erholungspausen gönnt – indem man alle drei, vier Tage für 24 Stunden alles vom Ernährungsplan streicht, was sie übermäßig strapaziert. Das sind beispielsweise Alkohol, Kaffee, Zucker, kohlensäurehaltige Getränke, stark gesalzene und proteinreiche Speisen, denn bei all diesen Dingen müssen die Nieren doppelt so viel arbeiten. Natürlich ist es am besten, wenn man diese Lebensmittel grundsätzlich reduziert. Zusätzlich sollte stets ausreichend getrunken werden, etwa zwei Liter pro Tag, da eine hohe Flüssigkeitszufuhr dafür sorgt, dass Nieren, Blase und ableitende Harnwege gut durchgespült werden. Geeignet sind stilles Wasser und ungesüßte Kräutertees. Auch bestimmte Säfte wirken unterstützend: So kann Cranberrysaft verhindern, dass sich Bakterien an der Blasenwand festsetzen, Traubensaft liefert wichtige Mineralstoffe und kann Harnsäure reduzieren und Karottensaft wird eine blutreinigende Eigenschaft zugeschrieben, was den Nieren die Arbeit erleichtert.

In puncto Ernährung raten Experten zu einer ausgewogenen Mischkost mit viel frischem Obst und Gemüse (auch Rohkost), pflanzlichen Ölen sowie Vollkornprodukten, die den Körper mit allen wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Enzymen versorgen. Ungünstig ist ein übermäßiger Genuss von Salz, Fleisch, Wurst und Alkohol, da dies die Entgiftungsorgane belastet. Da Übergewicht ein Risikofaktor für Nierenerkrankungen ist – es geht häufig mit Diabetes und Bluthochdruck einher –, sollten Betroffene auf kalorienarme Kost achten. Bei Bedarf kann eine Ernährungsberatung sinnvoll sein – viele Krankenkassen bezuschussen entsprechende Kurse.

Stress stresst die Nieren

Ein weiterer nierenbelastender Faktor ist Stress: Auf beiden Nieren sitzen kappenförmig die Nebennieren. Unter Anspannung produzieren sie Hormone, die den Blutdruck nach oben treiben und auf Dauer die Organe schädigen. Außerdem reagiert die Niere empfindlich auf Kälte. Sie setzt die Durchblutung im Unterleib herab, schwächt das Immunsystem und kann damit Blasenentzündungen und Nierenbeckenentzündungen fördern. Darum sollte man im Sommer nasse Badekleidung schnell wechseln und nicht auf kühlem Untergrund sitzen, im Winter ist warme Kleidung angezeigt – und ein langes Unterhemd!

Zu guter Letzt ist auch ein kritischer Blick auf den Umgang mit Medikamenten ratsam: Besonders viele Schmerzmittel mit Wirkstoffen wie Diclofenac, Ibuprofen und ASS gehen stark auf die Nieren. Bei langfristiger Einnahme sollte Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden, um mögliche Alternativen zu finden. Sein Rat ist auch unverzüglich einzuholen, wenn bestimmte Symptome auf Blasen- und Nierenprobleme hinweisen – etwa Schmerzen im Rücken, Brennen beim Wasserlassen oder ein anhaltendes Druckgefühl in der Lendengegend. Denn Nierenleiden entwickeln sich oft schleichend, doch mit Wachsamkeit und Vorsorge können wir viel dazu beitragen, dass diese sensiblen Organe lebenslang ihren Dienst tun.