Parkinson könnte im Magen beginnen

Trennt man einen Nerv, der das Gehirn mit dem Bauchraum verbindet, sinkt das Risiko, an Morbus Parkinson zu erkranken. Dieser Zusammenhang zwischen Bauch und Hirn wurde jetzt von schwedischen Forschern bestätigt. Die Verbindung zwischen Darm und Gehirn haben Parkinson-Forscher schon länger im Visier. Eine Schlüsselrolle spielt ein fehlgefaltetes Eiweißmolekül, das sich bei der Parkinson-Erkrankung in den erkrankten Gehirnzellen ablagert. Ablagerungen entstehen aber auch im Nervensystem des Magens und des Darms. Von dort aus, so die Hypothese, klettern sie ins Gehirn. Dabei nutzen sie den Vagusnerv wie eine Steigleiter. Frühere Untersuchungen an Mäusen haben gezeigt: Kappt man diesen Nerv, wird der Krankheitsprozess zumindest verlangsamt. Die schwedischen Forscher nutzten eine Gesundheitsdatenbank, um Patienten zu finden, bei denen es zu einer Durchtrennung des Vagusnervs (Vagotomie) gekommen war. Das Ergebnis: Gegenüber einer Kontrollgruppe war das Risiko, an Parkinson zu erkranken, nach einer vollständigen Vagotomie um 22 Prozent geringer, und wenn der Eingriff bereits mindestens fünf Jahre zurücklag, sogar um 41 Prozent.