Muntermacher für Körper und Seele

Fast jeder Mensch erlebt ab und zu Phasen der Erschöpfung – wenn alles zu mühsam erscheint und die täglichen Pflichten auf einmal zu viel werden. Oft sind es dann die kleinen, aber schönen Dinge, die dem Leben neue Impulse und uns selbst neuen Elan verleihen.

Draußen grünt und blüht es, die Sonne lacht, doch man selbst hängt sprichwörtlich in den Seilen. Nehmen Schlappheit und Lustlosigkeit überhand, muss allerdings nicht immer die vielzitierte Frühjahrsmüdigkeit schuld sein. Vielmehr ist es häufig auch der ewige Alltagstrott, der manch einen niederdrückt und quasi alle Energie raubt. Nichts gegen liebgewordene Gewohnheiten – aber läuft das ganze Leben nach festgelegtem Schema ab, mangelt es eben an Spannung und Anregung. Der Mensch braucht zwischendurch neue Impulse und Anreize, um sich lebendig zu fühlen und sich nicht zuletzt auch weiterzuentwickeln.

Grund genug, aus der Routine auszubrechen und etwas mehr Freude, Leichtigkeit und auch Veränderung in sein Leben zu bringen. Das kann im Kleinen schon damit beginnen, die alltäglichen Dinge einmal anders und damit bewusster zu machen – indem man zum Beispiel einfach seine Zähne morgens mit der linken statt mit der rechten Hand putzt oder zum Frühstück das übliche Marmeladentoast durch ein Müsli mit exotischen Früchten ersetzt. Unser Gehirn arbeitet nach dem Erfahrungs- und Lustprinzip: Neues und Überraschendes stimuliert das Wachstum der Nervenzellen im Gehirn. Abwechslung ist darum wichtig und auch im täglichen Leben möglich. Warum nicht ab und zu einen anderen Weg zur Arbeit gehen, das Fahrrad statt den Bus nehmen oder eine Station früher aussteigen und den Rest zu Fuß bewältigen? Oft nimmt man seine Umgebung dann wieder bewusster wahr und entdeckt unterwegs etwas Unbekanntes – knospende Büsche, ein hübsches Café oder eine Bank mit tollem Ausblick.

Schöne Erlebnisse wecken müde Lebensgeister

Auch ganz gezielt ein paar schöne Unternehmungen zu planen, weckt müde Lebensgeister. Ein Wochenendausflug an die See, ins Grüne, in einen Freizeitpark oder die nächste Großstadt schürt jede Menge Vorfreude – und die ist ja bekanntlich am schönsten. Wichtig ist es einfach, sich öfter aufzuraffen zu Spaß machenden Aktivitäten. Wer beispielsweise Musik liebt, hat bestimmt auch Lust, mal wieder tanzen zu gehen, etwa in die Disco, auf einen Ball, zum Jazzdance oder zu einem Kurs in der nächstgelegenen Tanzschule. Dabei lässt sich alle Müdigkeit ganz wunderbar abschütteln und nebenbei werden noch Körpergefühl, Haltung und Fitness gestärkt. Der Besuch eines Konzerts kann Musikliebhaber ebenfalls ungemein beflügeln. Andere dagegen möchten vielleicht lieber selbst musikalisch aktiv sein, indem sie ein Instrument spielen oder in einer Band oder einem Chor singen. Damit anzufangen, ist es nie zu spät – in Volkshochschulen, unter www.choere.de oder bei zahlreichen Musikschulen
findet man ein großes Angebot. Dabei hat Musik direkten Einfluss auf die Stimmung und das Wohlbefinden, da sie genau auf die Teile des Gehirns wirkt, in denen die Emotionen sitzen. Sie kann sogar Herzfrequenz, Atmung und Muskelspannung verändern und je nach Art der Melodien beruhigend oder anregend wirken.

Ähnliches gilt für Farben. Sie werden in der Farbtherapie schon seit Langem eingesetzt, da ihnen ein deutlicher Effekt auf die menschliche Psyche und den menschlichen Organismus zugeschrieben wird. Denn jede Farbe besitzt eine für sie typische Wellenlänge und Energie, die sich auf den Körper übertragen kann. Rotes Licht zum Beispiel wirkt demnach wärmend und belebend, blaues Licht kühlend und entspannend. Das kann auch jeder selbst auf vielfältige Art und Weise nutzen, zum Beispiel in der Auswahl der Wandfarben in den heimischen Räumen, durch farbiges Licht, bunte Accessoires, Malerei oder Blumen. Und nicht zuletzt macht es auch einfach Freude und gute Laune, das Zuhause in leuchtenden Frühlingsfarben zu schmücken.

Geselligkeit regt den Geist an und macht happy

Wenn dann alles so farbenfroh erstrahlt, fühlt man sich vielleicht gleich inspiriert, mal wieder ein paar Freunde oder die Familie auf ein Schwätzchen einzuladen. Kaum etwas wirkt so anregend auf Körper und Geist wie menschliche Gesellschaft. Forscher in Cambridge haben beispielsweise festgestellt, dass kontaktfreudige Menschen über mehr Gehirnzellen verfügen. Und amerikanische Psychologen konnten belegen, dass Gespräche über wichtige persönliche Belange die grauen Zellen auf Trab bringen. Unabhängig davon ist der Mensch naturgemäß ein „Rudeltier“, das die Nähe anderer glücklich und zufrieden macht. Echte Menschenfreunde gehen noch weiter und finden Freude daran, sich für andere zu engagieren. Ehrenämter bieten dazu beispielsweise viele Gelegenheiten. In Kirchen, Kindergärten, Sozialstationen, Kulturvereinen oder Altenheimen werden Freiwillige häufig händeringend gesucht. Hier kann sich jeder ganz nach seinen Interessen, Wünschen und Talenten einbringen. Das Gefühl, gebraucht zu werden, verleiht vielen dabei einen echten Energieschub.

Manche Menschen blühen auch in der freien Natur besonders auf – für sie ist dann ein Engagement für die Umwelt das Richtige. In den entsprechenden Vereinen wie beispielsweise BUND oder Nabu gibt es mehr als genug zu tun – von Naturschutz-Führungen über Brutplatzbetreuung bis hin zum Abernten von Streuobstwiesen. Aber natürlich tun auch schon ein einfacher Spaziergang, eine Jogging- oder Walkingrunde an frischer Luft allen erschöpften Zeitgenossen gut. Das helle und wärmende Licht der Sonne, das frische Grün, die Extradosis Sauerstoff und die Bewegung beleben Körper und Geist und machen fitter, vitaler und fröhlicher.

Lachen regt Herz und Kreislauf an

Apropos Fröhlichkeit, eine starke Waffe gegen Müdigkeit und Lustlosigkeit ist das Lachen. Es löst eine ganze Reihe von Reaktionen im Organismus aus. Mehr als 100 Muskeln sind daran beteiligt – von den Gesichts- bis zu den Atemmuskeln –, und es erfasst den gesamten Körper.

In der Folge werden die Zellen mit mehr Sauerstoff versorgt, Verbrennungsvorgänge befördert, Muskeln entspannt sowie Herz und Kreislauf angeregt. Gleichzeitig bremst Lachen die Produktion von Stresshormonen und verstärkt die Ausschüttung von Glückshormonen.
Wer viel lacht, fühlt sich also besser, weshalb gezielte Erheiterung bei Depressionen, Demenz und anderen Krankheiten eingesetzt wird. Grund genug, selbst mehr zu lachen und die Lebensfreude aktiv anzuregen. Oft ist es schon hilfreich, mal wieder einen lustigen Film im Kino anzusehen, im Theater eine Komödie zu besuchen oder mit Freunden ein witziges Spiel zu spielen. In vielen Regionen werden inzwischen aber sogar Lach-Seminare oder Lach-Yoga angeboten, wo der Heiterkeit mit spielerischen Übungen nachgeholfen wird. Frei nach dem Motto: Lachen ist die beste Medizin – auch gegen Erschöpfung!