Möglichkeiten und Grenzen der natürlichen Therapierichtungen

Zu den ältesten Wissensschätzen der Menschheit zählt die Kenntnis von der Wirkungsweise und Heilkraft dessen, was die Natur zur Verfügung stellt: Pflanzen. Daher enthält dieser Ratgeber vorwiegend Angaben zu Heilpflanzen für spezifische Krankheitsbilder, aber auch Präparate der Homöopathie einschließlich der Schüssler Salze und der Spagyrik fließen in die Vorschläge zur Selbstmedikation ein.

Zu den Grundbedürfnissen des Menschen zählen seit jeher Schlaf und Nahrungsaufnahme. Es ist daher wenig verwunderlich, dass unter anderem bei Schlafstörungen und Magenbeschwerden sehr viele Pflanzen bekannt sind, die bei diesen Problemen helfen. Bevor es die Möglichkeit der industriellen Herstellung von Arzneimitteln gab, versuchte man, mit
den Mitteln zu helfen, die naturgemäß verfügbar waren. Daneben zählen
Erkältungen und grippale Infekte sowie Erkrankungen von Haut, Muskeln,
Nervensystem und Gelenken zu den Gebieten, in denen das umfangreichste Wissen über die Wirkung von Heilpflanzen vorhanden ist.

Selbst wenn es nur leichte Beschwerden sind, die einem zusetzen: Auch beim Einsatz natürlicher Mittel sollten Auswahl und Anwendung vorher mit dem Apotheker oder Arzt besprochen werden. Die Naturmedizin wird zwar gemeinhin als risikolos und nebenwirkungsfrei angesehen, dennoch ist auch hier Vorsicht angeraten. So können beispielsweise manche pflanzlichen Inhaltsstoffe eine erhöhte Lichtempfindlichkeit hervorrufen, wie beispielsweise Johanniskraut, weshalb man während der Einnahme
besser auf direkte Sonneneinstrahlung verzichtet.

Genau wie bei rezeptpflichtigen Medikamenten gilt auch für die natürlichen Arzneimittel die Pflicht einer Packungsbeilage. Diese gibt Auskunft über:

  • die Zusammensetzung des Medikamentes, d. h. die Inhaltsstoffe, Hilfsstoffe und Zusatzstoffe
  • die Anwendungsgebiete, d. h. die Beschwerden, bei denen das Präparat eingesetzt werden kann
  • die Dosierung, d. h. die richtige Menge, die zur erfolgreichen Behandlung erforderlich ist
  • der Einnahmehinweis, d. h. die richtige Anwendung oder Einnahme und deren Dauer
  • mögliche Gegenanzeigen, also Umstände, bei denen das Produkt nicht angewendet werden darf
  • mögliche Wechselwirkungen mit anderen Arznei- oder Lebensmitteln

Eine Ausnahme stellen die homöopathischen Präparate dar, auf deren Beipackzettel keine Anwendungsgebiete mehr aufgeführt werden dürfen! Wie bei rezeptpflichtigen Medikamenten ist bei der Verwendung natürlicher Arzneimittel ebenfalls zu beachten, dass die richtige Einnahme von entscheidender Bedeutung für die Wirksamkeit ist. Was in welcher Form für welche Beschwerden infrage kommt, darüber möchten wir Ihnen einige Informationen für die eigene Anwendung, die so genannte Selbstmedikation, geben.

Die Auswahl der Beschwerdebilder und ihrer Behandlungsmöglichkeiten erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Angaben zu den Anwendungsgebieten und den Vorsichtsmaßnahmen sowie alle sonstigen Hinweise entsprechen dem wissenschaftlichen Kenntnisstand.

Ihr Apotheker kann Ihnen gerade im Hinblick auf Wirkung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und Dosierung wertvolle Ratschläge und Hinweise geben. Darüber hinaus ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn nach zwei bis drei Tagen der Selbstmedikation keine Besserung der Beschwerden eintritt.