Mittel zur Ersten Hilfe

Vor dem Verbinden blutender Wunden sollte man sich die Hände desinfizieren (Sterillium). Achten Sie auch darauf, dass immer eine saubere Schere in der Hausapotheke liegt, die zu nichts anderem verwendet werden sollte.

Verbandmull, Mullbinden, Kompressen, Verbandpäckchen
Verbandmull kann man als Meterware kaufen. Er sollte in der Verpackung gut verschlossen aufbewahrt werden. Sinnvoll ist je eine Mullbinde in vier verschiedenen Breiten von 6, 8, 10 und 12 cm (Elastomull), ferner sterile Kompressen in den Größen 5 x 5 cm und 10 x 10 cm (ES-Kompressen) zur Versorgung blutender Wunden. Es gibt Verbandpäckchen in verschiedenen Größen, die eine sterile Kompresse als Wundauflage in fester Verbindung mit der Binde enthalten. Sie sind speziell für Ungeübte geeignet. Vor dem Verbinden wird eine antiseptische Wund- und Heilsalbe aufgetragen (Bepanthen Antiseptische Wundcreme).

Fixierung von Gliedmaßen
Bei Verrenkungen, Brüchen, Sehnenrissen muss bis zur ärztlichen Versorgung für Ruhigstellung des betroffenen Bereiches gesorgt werden. Das geschieht mit Dreiecktüchern, Schienen, Holzspateln und Idealbinden und durch Sofortmaßnahmen, wie man sie in den Erste-Hilfe-Kursen lernt. Statt eines Dreiecktuches kann ein Kopftuch helfen, statt Schiene ein Kochlöffel. Sinnvoll ist, je eine Idealbinde in den Breiten 6 und 10 cm (Idealast) in der Hausapotheke zu lagern.

Wundpflaster
Für die saubere Versorgung offener und blutender Verletzungen durch Stich, Schnitt oder Riss sollten hautverträgliche Pflaster (Cutiplast, Ratioline, Hansaplast, Cutimed) verwendet werden, ausreichend breit und mit einer sterilen Mullauflage versehen. Pflaster, bei denen die Mullauflagen silberbeschichtet sind, haben den Vorteil, dass der Mull nicht mit der Wunde verkleben kann und die Silberbeschichtung desinfizierend wirkt. Zur wasserdichten Abdeckung kleinerer Wunden sind dünne Kunststofffolien geeignet (Hansaplast, Gothaplast, Ratioline aqua), die eine zentrale Wundauflage enthalten und ringsum kleben. Sie sind nicht für Dauerverbände geeignet, da die Wundheilung unter Luftabschluss nicht optimal verläuft. Normale Wundpflaster sind lediglich Wasser abweisend, hier kann seitlich Wasser eintreten und die Mullauflage anfeuchten.
Wundpflaster sollten in den Breiten 4, 8, 10 cm vorrätig sein, aber auch zugeschnittene, fertige Pflaster sind immer dann notwendig, wenn es schnell gehen muss. Wenn man unter einer Pflasterallergie leidet, sollte man sich mit hypoallergenen Pflastern bevorraten. Sie sind mit einem speziellen Klebstoff ausgestattet, der keine Allergie auslöst.

Heftpflaster
Zur Fixierung von Verbänden wird ein Pflaster ohne Mullauflage benötigt, wie zum Beispiel Leukoplast. Leukosilk eignet sich speziell für Pflasterallergiker.

Hilfsmittel
Bei stark blutenden Wunden kann man durch kurzzeitiges Anlegen eines Druckverbandes (Apotheke) größere Blutverluste vermeiden (Erste-
Hilfe-Kurs besuchen). Bei größeren Verbrennungen schützt eine Branddecke aus entsprechend imprägnierter Folie vor Auskühlung bis zur ärztlichen Versorgung des Verunglückten. Darüber hinaus ist es ratsam, ein Päckchen Erste-Hilfe-Handschuhe im Arzneischrank aufzubewahren. Sie schützen nicht nur den Verletzten, sondern auch den Versorgenden vor Infektionen. In einer Familie mit Kindern sollte sich eine Splitterpinzette in der Hausapotheke befinden, um kleine Steinchen oder Holzsplitter
entfernen zu können.
Verbandklammern gibt es einzeln zu kaufen und Sicherheitsnadeln werden gebraucht, um Tücher und Binden zu fixieren. Das Anlegen von Verbänden sollte immer nach der Wundreinigung erfolgen. Grober Schmutz wie Steinchen oder Sand wird unter fließendem, sauberem Wasser abgewaschen oder mit einer Mullkompresse vorsichtig abgewischt und danach immer mit einem Desinfektionsmittel behandelt. Entweder träufelt man eine Desinfektionslösung, beispielsweise Jod-Tinktur oder Betaisodona-Lösung, direkt auf die Wunde oder man verwendet Sprays, die bei Kindern einfacher in der Handhabung sind (Hansaplast Wundspray, Octenisept).
Ebenfalls sinnvoll ist eine Augenklappe, die ein verletztes Auge bis in die Klinik optimal schützt. Achtung bei Verunreinigungen des Auges: Auf keinen Fall desinfizieren und keine Experimente, sondern auf dem schnellsten Wege zum Augenarzt oder in die nächstgelegene Klinik fahren.