Medizinische Bäder – Erkältungsbäder

Wie der Name sagt, sind medizinische Bäder keine Reinigungs- oder Duschbäder, sondern dienen der Zufuhr arzneilich wirksamer Stoffe auf oder in den Körper. Dazu werden der ganze Körper oder einzelne Körperteile in einem entsprechenden Gefäß (Sitz, Arm- oder Vollbadewanne) in Wasser eingetaucht, mit festgelegter Temperatur und für eine bestimmte Zeit. Im Badewasser werden zuvor medizinische Badezusätze gelöst.

Erkältungsbäder sind Vollbäder, die nur für kreislaufstabile Patienten geeignet sind. Mit Ausnahme des Kopfes wird der ganze Körper in das Bad eingetaucht. Die Menge des Badezusatzes, üblicherweise ätherische Öle, ist nach der Wassermenge zu bemessen. Die Badetemperatur soll, je nach Empfindlichkeit des Patienten, zwischen 35 °C und 40 °C betragen. Die Badedauer kann bis zu zwanzig Minuten betragen. Will man eine schweißtreibende Wirkung erzielen, lässt man während des Badens dem Badewasser nach und nach heißes Wasser zulaufen. Anschließend ist es wichtig, unmittelbar ins Bett zu gehen, sich warm einzupacken und zu schwitzen. Ein Lindenblütentee kann diese „Prozedur“ noch fördern. Patienten mit Kreislaufproblemen sollten generell vorsichtig sein, vor allem aber keine ansteigenden Bäder und keine Schwitzkur durchführen!

Als Badezusätze empfehlenswert sind Fertigarzneimittel wie Pinimenthol oder Dermasel TMS Spa Bäder. Diese enthalten eines oder mehrere ätherische Öle in wirksamer Konzentration für eine gleichmäßige Verteilung im gesamten Badewasser. So können die Öle die ganze Körperoberfläche erreichen und durch die Haut eindringen, sie gelangen durch das Blut in die Atemwege. Gleichzeitig lindert das Einatmen der Wirkstoffe die Beschwerden wie bei einer Inhalation. Bei der Zugabe reiner ätherischer Öle sollte ein Emulgator (Honig, Sahne, neutrale Flüssigseife, Meersalz) zugefügt werden, da sich sonst die Öle nur an der Oberfläche verteilen. Nach jedem Erkältungs-Vollbad ist Bettruhe notwendig!

Patienten mit größeren Hautverletzungen, akuten Hautkrankheiten sowie mit Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz sollten medizinische Badezusätze nur nach Rücksprache mit dem Arzt anwenden.