Medikamentöse Therapie

Der wirkungsvollste Therapieansatz ist bislang die Meidung der krankmachenden Allergene. Da das nur in seltenen Fällen möglich sein wird, besteht das wesentliche Ziel der Therapie darin, Entzündungsprozesse zu unterbinden. Neben der Hypo- oder Desensibilisierung (spezifische Immuntherapie) stehen dem Arzt verschiedene medikamentöse Therapien zur Verfügung. Hierbei ist zwischen Arzneimitteln für den Akutzustand und vorbeugend wirkenden Medikamenten zu unterscheiden.

Für den Akutzustand können vom Arzt verabreicht oder verschrieben werden:

Adrenalin
Das Adrenalin ist das wichtigste Medikament bei der Notfallbehandlung von Nesselsucht- und Atemnot-Anfällen und des anaphylaktischen Schocks.

Beta-2-Stimulantien
Sie sind die klinisch wirksamste Medikamentengruppe bei leichten bis mittelschweren Asthmaanfällen. Erwachsene und Kinder nehmen sie in Form von Tabletten ein oder wenden sie als Dosier-Aerosol oder Rotahaler an. Kleinkindern werden Beta-2-Stimulantien als Sirup oder mit einem Vernebler verabreicht.

Cortison für die Akutbehandlung und zur längeren lokalen Therapie
Unter dem Begriff Cortison werden so genannte Glucocorticoide zusammengefasst. Sie bestehen aus verschiedenen Hormonen, die in der Nebennierenrinde des Menschen gebildet werden und eine besonders starke antiallergische und entzündungshemmende Wirkung haben. Glucocorticoide können in Form von Tabletten sowie als Inhalat eingenommen oder lokal auf Haut und Schleimhaut aufgetragen werden. In einer Notfallsituation werden Glucocorticoide injiziert. Diese einmalige hochdosierte Injektion führt zu keinen ernsthaften Nebenwirkungen. Eine hochdosierte längerfristige Glucocorticoide-Therapie ist stets mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden, daher wird der Arzt immer versuchen, die Krankheitssymptome mit einer möglichst niedrigen Dosierung zu beherrschen. Relativ neu sind cortisonhaltige Nasensprays und Hautgele, freiverkäuflich und mit besonders guter Verträglichkeit.

Für die Prophylaxe stehen zur Verfügung:

Theophyllin-Verbindungen
Sie eignen sich für die Prophylaxe von leichten und mittelschweren Asthma-Symptomen. Sie sind nur auf Rezept erhältlich und werden in Form von Tabletten oder Tropfen für Erwachsene, für Kleinkinder als Sirup oder Granulat eingenommen. Um einen optimalen Therapieeffekt zu erreichen, ist auf eine genügend hohe Konzentration im Blut zu achten. Der Theophyllin-Spiegel sollte zwischen zehn bis 15mg/l Serum liegen.

Antihistaminika
Die Antihistaminika stellen die große Gruppe der vorbeugenden Medikamente dar. Sie hindern die Mastzellen daran, die gespeicherten Mediatoren freizusetzen. Antihistaminika können ihre Wirkung erst nach einiger Zeit der regelmäßigen Einnahme entfalten, weshalb sie bereits vor Eintreten der allergischen Krankheitssymptome, sozusagen vor der zu erwartenden Allergiebelastung, verabreicht werden müssen.

Ohne Rezept erhält man sie in Form von Tabletten, Nasensprays und Augentropfen. Nasensprays und Augentropfen können auch nach Auftreten der Symptome appliziert werden, wobei allerdings spezielle Akut-Präparate (mit Azelastin) zu bevorzugen sind. Als Nebenwirkung traten früher gelegentlich Mundtrockenheit, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen und Müdigkeit auf, was aber bei den Antihistaminika der neueren Generation weitgehend behoben werden konnte.

Calcium und Zink
Vorbeugend haben sich Calcium- und Zinkpräparate bewährt. Ihre Wirksamkeit ist zwar medizinisch nicht bewiesen, doch können Betroffene diese nebenwirkungsfreie Unterstützungstherapie zur Stimulierung des Immunsystems bedenkenlos anwenden.