Lippenherpes

Symptome
Die Primärinfektion bei Lippenherpes (Herpes labialis) verläuft meist ohne äußere Anzeichen. Ein erneutes Auftreten der Erkrankung (Rezidiv) äußert sich dadurch, dass die betroffene Hautstelle, meist ist es die Ober- oder Unterlippe, zu kribbeln und zu brennen beginnt. Die Haut spannt und ist gereizt, überempfindlich und juckt. Nachfolgend entstehen entzündete, oft schmerzhafte und mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen mit eitrigen, verkrusteten Belägen, die im Laufe der Zeit aufplatzen und nach ungefähr sieben Tagen abheilen. Fieber, Lymphknotenschwellungen und ein allgemeines Krankheitsgefühl können dazukommen. Die Herpes-Bläschen können auch an anderen Körperstellen auftreten, z. B. Nase, Ohren oder Augen. Nach dem ersten Ausbruch der Krankheit kommt es bei manchen Menschen zu regelmäßigen Rezidiven, während andere nie wieder unter den Symptomen zu leiden haben.

Ursachen
Lippenherpes ist eine durch bestimmte Herpesviren ausgelöste Infektion (Windpocken). Fast jeder infiziert sich damit in der Kindheit. Der Krankheitserreger stirbt allerdings nach der Infektion nicht ab, sondern er bleibt in einer Art Dämmerzustand (Latenz). Ist die Abwehrkraft des Organismus geschwächt, vermehrt sich das Virus und breitet sich aus. Auslöser für eine solche Reaktivierung können u. a. fiebrige Infekte sein, aber auch UV-Strahlung sowie hormonelle und psychische Faktoren, wie Prüfungen, Schwangerschaft und Erschöpfung.

Gesundheit aus Ihrer Apotheke
Zur Therapie ist der gezielt gegen das Virus wirkende Stoff Aciclovir geeignet: Als Salbe auf die entzündeten Stellen aufgetragen, verkürzt er
die Dauer der Erkrankung. Hilfe bieten außerdem spezielle Pflaster, so genannte Herpesbläschen-Patches: Durch die Bildung eines feuchten Milieus tragen sie dazu bei, die Schmerzen zu lindern und die Infektion schneller einzudämmen. Der Vorteil dieser Herpespflaster besteht vor allem darin, dass sie nahezu unsichtbar auf die Bläschen aufgeklebt werden. Heilungsfördernd wirkt zudem das Betupfen mit homöopathischer Calendula- oder Echinacea-Tinktur aus der Apotheke bzw. mit Schwarztee, Salbei- oder Melissentee, denn die darin enthaltenen Gerbstoffe fördern das Austrocknen. Alle genannten Pflanzen (außer Schwarztee) gibt es auch in Cremeform. Keines dieser Mittel gegen Lippenherpes kann jedoch die Ursache der Infektion völlig beseitigen, denn die ursprüngliche Infizierung mit dem Virus kann nicht rückgängig gemacht werden.

Wann ein Arztbesuch nötig ist
Wenn die Erkrankung nach zehn Tagen noch nicht abgeklungen ist oder wenn sich neben dem Lippenherpes eine Zweitinfektion durch Bakterien
entwickelt, sind zur Therapie unter Umständen Antibiotika und örtlich desinfizierende Maßnahmen notwendig. Dafür ist ein Arztbesuch erforderlich, ebenso bei Fieber und schlechtem Allgemeinzustand.

Das sollte man tun
Um bei einem bestehenden Lippenherpes Komplikationen, wie beispielsweise eine Beteiligung des Auges, zu vermeiden, ist es sehr wichtig, nach einer Berührung der entzündeten Stellen die Hände gründlich zu waschen.

Das sollte man besser lassen
Die Wasserbläschen sind vom ersten Kribbeln bis zum Abfallen der Krusten ansteckend, Salben sollten deshalb besser mit einem Wattestäbchen aufgetragen werden.