Kürbis – Gruselig und gesund!

Kürbisse können nicht nur gruselig leuchten, sondern sind auch sehr schmackhaft und gesund.

800 Arten stehen für Zierde und Genuss

Insgesamt gibt es rund 800 Kürbis-Arten. Diese kann man grob in Zier- und  Speisekürbisse unterteilen. Zierkürbisse findet man in getrockneter Form oft als Dekorationsmaterial in Baumärkten und Bastelläden. Zierkürbisse sollten wirklich nur als Dekoration eingesetzt werden, denn sie enthalten den giftigen Bitterstoff Cucurbitacin, der in hoher Konzentration bei Menschen zu ernsten Magen- und Darmerkrankungen führen kann. Für ein leckeres Kürbisgericht sollte man deshalb zu den Speisekürbissen greifen. Zu diesen gehören eine Vielzahl von Sorten mit so ungewöhnlichen Namen wie Bischofsmütze, Türken-Turban oder Spaghettikürbis, aber auch die bekannteren Hokkaido-, Muskat- oder Moschuskürbisse. Mit Ausnahme der Zucchini, die ebenfalls zu den Kürbisgewächsen zählt, haben Speisekürbisse meist eine gelbliche bis rötliche Schale und gelbes bis orangefarbenes Fruchtfleisch. Auch die Speisekürbisse enthalten Cucurbitacine, allerdings nur in sehr kleinen Mengen. Die Konzentration des Bitterstoffs nimmt aber mit der Fruchtreife zu. Daher sollte Kürbisfleisch vor dem Verarbeiten unbedingt roh probiert werden. Schmeckt es bitter, ist der Kürbis überreif und sollte nicht mehr gegessen werden.

Einkauftipps

Kürbisse waren lange Zeit nicht leicht zu bekommen. Da in den letzten Jahren jedoch immer mehr Gartenbaubetriebe, Bauernhöfe und Hobbygärtner in die Kürbiszucht eingestiegen sind, ist das Angebot inzwischen deutlich besser geworden. Die Kürbisernte beginnt im Spätsommer und wird vor dem Winterfrost beendet. Beim Einkauf ganzer Kürbisse sollte man darauf achten, dass diese eine unverletzte, feste Schale haben und noch einen Stielrest aufweisen. Reife Kürbisse klingen leicht hohl, wenn man auf die Schale klopft. Druckstellen sind ein schlechtes Zeichen, Farbunterschiede auf der Schale sind jedoch unproblematisch.

Einst ein Grundnahrungsmittel der Ureinwohner Amerikas

Ursprünglich stammt der Kürbis aus Amerika. Archäologische Funde aus Mexiko beweisen, dass dort bereits vor etwa 9.000 Jahren Kürbisse angebaut wurden. In Mittel- und Südamerika war der Kürbis ein Grundnahrungsmittel der indigenen Völker. Von dort brachten die Portugiesen den Gartenkürbis auch nach Europa, von wo aus er sich in die ganze Welt ausbreitete. In Deutschland wurde der Kürbis jedoch lange Zeit nur wenig geschätzt und galt als Essen der armen Leute oder als billiger Fleischersatz in Notzeiten. Erst seit Kurzem wird er auch in der gehobenen Küche verwendet.

Kürbiskerne – ein gesunder Snack

Auch die Kerne des Kürbisses sind sehr schmackhaft und gesund. Rund um das Mittelmeer sind geröstete und gesalzene Kürbiskerne ein beliebter Snack. Während dort die Kerne meist aufgebissen und nur der Sameninhalt gegessen wird, können Kürbiskerne auch im Ganzen verwendet werden: Sowohl pur als auch leicht geröstet stellen sie eine leckere Zutat von Suppen, Salaten und Desserts dar. Kürbiskerne sind ebenso gesund wie das Fruchtfleisch. Sie enthalten große Mengen an Aminosäuren und Spurenelementen wie Selen, Mangan und Kupfer und sind reich an Vitaminen und den gesunden ungesättigten Fettsäuren. Außerdem enthalten sie Phytosterine, Pflanzenhormone, die im menschlichen Körper wassertreibend und entzündungshemmend wirken und Bestandteil verschiedener Medikamente sind. Sie verhindern eine altersbedingte Vergrößerung der Prostata und tragen zur Stärkung der Blasenmuskulatur bei. Die Samen mancher Kürbissorten werden auch zur Herstellung von Pflanzenöl verwendet. Aufgrund des hohen Anteils ungesättigter Fettsäuren ist es eines der wertvollsten Pflanzenöle überhaupt. Es ist leicht verdaulich und unterstützt die optimale Verwertung der Nährstoffe aus dem Essen.

Gesundheitspaket und Küchenstar

Lange bevor der Kürbis zum Markenzeichen von Halloween wurde, war er schon für seine gesunden Eigenschaften bekannt. So ließ Karl der Große Flaschenkürbisse in den kaiserlichen Gärten anbauen, weil er sie medizinisch nutzen wollte. Kürbisse haben einen hohen Gehalt der Vitamine A, C, D und E. Außerdem birgt das Fruchtfleisch ausgewogene Mengen an Ballaststoffen und Mineralien wie Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen und Zink. Kürbisse stärken das Immunsystem, fördern die Verdauung und hemmen Entzündungen im Körper. Außerdem ist der Kürbis auch gut für die Figur. Kürbisfleisch besteht zu 95 Prozent aus Wasser und hat nur rund 25 Kalorien pro 100 Gramm. Kürbisse können in der Küche vielseitig zubereitet werden: Sie schmecken gebraten, gegrillt und gedünstet ebenso gut wie überbacken, gekocht, eingelegt oder püriert. Aufgrund des dezenten Eigengeschmacks kann man den Kürbis sowohl für herzhafte Gerichte aber auch für Desserts und süße Aufläufe verwenden.

Webtipp:

Viel Wissenswertes über Obst und Gemüse bietet die Verbraucherkampagne „Deutschland – Mein Garten.“ Neben Informationen über Frische-, Qualitäts- und Umweltvorteile von Obst und Gemüse aus Deutschland finden sich auf der Website www.deutsches-obst-und-gemuese.de. auch viele Rezepte. Initiator der Kampagne ist die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse e. V.