Knochen- und Gelenkerkrankungen

„Rheuma“ – eine Zivilisationskrankheit
Je nach betroffener Körperregion unterscheidet man „Weichteil-“ oder „Gelenkrheumatismus“ und unterteilt in:

• Akute rheumatische Prozesse:
Sie sind meist an schmerzhaften Entzündungssymptomen wie Rötung, Überwärmung, örtlicher Durchblutungsstörung und Schwellung durch Flüssigkeitsstau im Gewebe erkennbar. Hierbei handelt es sich um eine akute Entzündung am rheumatischen Gelenk, die sehr schmerzhaft ist. Das Ziel der Therapie sowie der Selbstmedikation ist die akute Schmerzstillung, die Entzündungshemmung und letztendlich auch die Wiederherstellung bzw. Erhaltung der Muskel- und Gelenkfunktion. Freiverkäufliche Mittel der Wahl sind Ibuprofen und Voltaren, Aconit Schmerzöl von Wala, Traumeel innerlich und äußerlich. Alle genannten Präparate wirken entzündungswidrig, die ersten drei auch schmerzstillend.
Jedoch Vorsicht: Voltaren nie auf leeren Magen und bei vorliegenden Herzproblemen einnehmen.

• Chronisch rheumatische Prozesse:
Sie machen sich durch Schmerzen bemerkbar, jedoch ohne sichtbare Symptome. Hier liegt keine Entzündung vor, allerdings schmerzt das rheumatische Gelenk durch Einlagerung von Harnstoff. Mittel der Wahl, die Harnstoff ausleiten, sind z. B. Präparate mit dem Wirkstoff Allopurinol (verschreibungspflichtig), aber auch freiverkäufliche, wie Vollmers Grüner Hafer-Tee oder Bio-Braunhirse (Wildform). In der Selbstmedikation helfen schnell Ibuprofen akut, Aspirin und Voltaren, allerdings können diese nur eine vom Arzt empfohlene Therapie begleiten. Vorsicht: Aspirin nur dann, wenn es nicht bereits täglich zur Blutverdünnung eingenommen wird.

Die Beschwerden können durch Fehlstellungen, Fehlhaltungen, Überlastungen, Abnutzung von Knorpel in den Gelenken, Verletzungen und ungünstige Ernährungsgewohnheiten (Übersäuerung) verstärkt werden. Schwere chronische Schmerzzustände sollten generell vom Arzt behandelt werden. Bei vorübergehenden, leichteren Schmerzen ist Selbstmedikation üblich. Eine Ernährungsumstellung auf mediterrane Kost mit gesunden Ölen, viel Gemüse, wenig Kohlenhydraten sowie das Trinken von Entgiftungs- und Entschlackungstee, wie z. B. Stoffwechseltee, Rheuma-tee, Leber-Galle-Tee, ist durchaus sinnvoll. Denn Entzündungsprozesse werden durch leichte, eiweiß- und fettarme, basenreiche Kost gelindert. Für die Ausleitung der belastenden Gift- und Schlackenstoffe spielt wiederum der Säure-Basen-Haushalt eine wichtige Rolle. Der rheumatische Organismus ist meist übersäuert. Deshalb sind alle basischen Nahrungsmittel, wie alle Gemüse und Salate, Kräutertee, Obst etc., in Verbindung mit Basensalzen und Mineralien zu empfehlen.

Mineral- und Basensalz-Präparate (Auswahl)
• Basica Vital
• Basenpulver Pascoe
• Rebasit Mineral
• Minalka Mineraltabletten
• Neukönigsförder Mineraltabletten NE
• Mumijo (Mumia mineralis)

Somit hat die Ernährung doch einen gewissen Einfluss auf die Erkrankung, es sei denn, es handelt sich um eine reine Fehlhaltung oder Fehlstellung. Vitaminreiche Kost ist zu bevorzugen, ausreichende Trinkmengen sind wichtig. Die physikalische Therapie rheumatischer Erkrankungen umfasst Bewegungstherapie, Gymnastik und Massagen, Kälte- und/oder Wärmebehandlung und Elektrotherapie. Diese können durch lokale Behandlung mit durchblutungsfördernden Salben unterstützt werden, wie beispielsweise Finalgon stark. Teilbäder mit medizinischen Badezusätzen aus ätherischen Ölen oder anderen pflanzlichen Wirkstoffen sowie Heublumenpackungen sind für Kreislaufgesunde ebenfalls empfehlenswert.

Ideale Alternativen oder Ergänzungen zu chemisch-synthetischen Rheumamitteln sind wissenschaftlich anerkannte, pflanzliche Arzneimittel aus Teufelskrallenwurzel (z. B. Rheuma sern, Sogoon) und Weidenrinde. Sie zeichnen sich durch ein breiteres Wirkungsspektrum, gute Verträglichkeit und geringe Nebenwirkungen aus. Sie haben sich vor allem zur unterstützenden Behandlung schmerzhafter, chronisch-rheumatischer Erkrankungen bei Patienten aller Altersstufen bewährt.
Traditionell werden „Rheumatees“ zur Ausleitung eingesetzt. Meist enthalten sie Pflanzen mit einem hohen Anteil an Bitterstoffen, die die Entgiftung fördern. Sie sind optimal zur Unterstützung der medikamentösen Therapie geeignet und regen vor allem die Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten durch Leber und Nieren an.

Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass Kombinationen verschiedener Enzyme wie Bromelain, Chymotrypsin, Pankreatin und Papain in etwa 50 Prozent der Fälle die Therapie der rheumatoiden Arthritis verbessern. Hier sei im Besonderen auf Wobenzym plus und Phlogenzym hingewiesen, die nachweislich Entzündungsprozessen entgegen wirken.

Wenn die Gelenke schmerzen, merken wir oft erst, wie wichtig sie für unsere Beweglichkeit und unsere Lebensqualität sind. Häufig entstehen Gelenkschmerzen durch Verschleiß des Knorpels, der mit seiner „Stoßdämpfer“-Funktion für reibungslose und schmerzfreie Bewegungsabläufe sorgt. Untersuchungen haben gezeigt, dass so genanntes Collagen-Hydrolysat (CH-Alpha, Mobiforte, ORTON FLEX) positive Effekte auf die Gelenkgesundheit und auf das Knorpelgewebe haben kann, vor allem bei besonderer Belastung oder im Alter. CH-Alpha verspricht die Neubildung von Knorpelsubstanz, wenn noch zwanzig Prozent der erforderlichen Gesamtmenge vorhanden ist.

Osteoporose – die Krankheit der „alten Damen“
Veränderungen des Knochengewebes können mehrere Ursachen haben. Die Abnahme der Knochendichte und -masse bei erhalten gebliebener Knochenstruktur ist im Alter normal. Viele ältere Menschen „schrumpfen“, sie werden kleiner und zierlicher. In den Knochen, die dem Körper auch als Calciumdepots dienen, findet normalerweise ein ständiger Calciumab- und -einbau statt.

Bei einer Störung dieses Gleichgewichtes, wenn der Calciumabbau überwiegt, entsteht ein Mineralverlust der Skelettknochen, der eine leichtere Brüchigkeit der Knochen zur Folge hat. Bereits im mittleren Lebensalter – oft im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft – kann die „Entkalkung“ des Skeletts beginnen. Massiv tritt die oft schmerzhafte Erkrankung bei Frauen nach den Wechseljahren auf, als direkte Folge der Veränderungen im Hormonstoffwechsel.

Weniger häufig sind Männer betroffen. Zwischen dem 75. und 80. Lebensjahr beträgt der Mineralgehalt der Knochen bei Frauen noch 70 Prozent und bei Männern 85 Prozent des Ausgangswertes. Die Osteoporose bedarf einer ärztlichen Diagnose. Die Arzneitherapie gegen zunehmende Brüchigkeit der Skelettknochen besteht meist in der Gabe von gut resorbierbaren Calciumpräparaten in Kombination mit Vitamin D3 (Colecalciferol), wie zum Beispiel Calcium-Sandoz D Osteo Brausetabletten oder Calcimagon D3. Vorbeugend können diese Präparate ebenfalls eingenommen werden. Die hormonelle Therapie der Osteoporose gehört in die Hand des Arztes. Wichtig ist aktives Bewegen, damit die Durchblutung und der Calciumeinbau in den Wachstumsregionen der Knochen angeregt werden. Durch häufigen Verzehr calciumreicher Kost wie beispielsweise Gemüse oder Chia-Samen kann die Therapie unterstützt werden.