Kärntner Nockberge: Speik und Zirbe sorgen für Wohlbefinden

Saftige Blumenwiesen, kristallklare Seen und sanft geschwungene Kuppen – das alles bieten die Kärntner Nockberge. Und über allem liegt ein ganz besonderer Duft, der zwei seltenen Pflanzen zu verdanken ist, die hier wachsen und gedeihen – und so ganz nebenbei auch für menschliches Wohlbefinden sorgen.

Foto: © Kärnten Werbung Franz Gerdl

So erfreut sich die Zirbe, auch „Königin der Alpen“ genannt, nicht nur bei Botanikern großer Beliebtheit: Ihr weiches Holz verströmt dank seiner ätherischen Öle einen angenehmen Duft, der nachweislich beruhigend wirkt. Denn Wissenschaftler fanden heraus, dass die duftenden Öle der Zirbe Kreislauf, vegetatives Nervensystem und den Schlaf positiv beeinflussen können. Was wiederum dazu führt, dass das Herz nachts etwa 3500-mal weniger schlägt und somit weniger Arbeit hat. Kein Wunder, dass Hotels in den Nockbergen wie der gemütliche Trattlerhof in Bad Kleinkirchheim mit Zirbenholzspänen gefüllte Kissen in den Zimmern auslegen oder die Bettgestelle aus Zirbenholz anfertigen lassen, um ihre Gästen einen erholsamen Schlummer zu ermöglichen.

Die Zirbe aus der Familie der Kieferngewächse gedeiht in alpinen Höhenlagen ab 1500 Metern, in die sich ansonsten keine andere Baumart mehr vorwagt, und trotzt beherzt dem rauen Klima und ungünstigen Bodenverhältnissen. Auch arktische Temperaturen steckt sie locker weg und kann bis zu 1000 Jahre alt werden.

Auf den Spuren des „Goldes der Nockberge“

Beruhigendes und Entspannendes aus dem Alpengarten gibt es in den Kärntner Nockbergen noch mehr. Zu den Schätzen der Natur gehört auch das Speik-Kraut, das nur in wenigen hochalpinen Regionen gedeiht. Deshalb bietet das örtliche Tourismusbüro im Sommer regelmäßig Speik-Wanderungen durch die Bergwelt rund um Bad Kleinkirchheim an. Ranger führen die Teilnehmer in die abgelegenen Regionen des Unesco-Biosphärenparks, in denen die unscheinbare Pflanze, das „Gold der Nockberge“, wächst.

Um zu den Speikböden zu gelangen, muss man ziemlich weit hinaufsteigen, die Heilpflanze wächst erst ab einer Höhe von 1800 Metern – und nur in den Nockbergen. Wer den Aufstieg abkürzen will, kann die Nationalparkbahn Brunnach nutzen und die überwältigende Aussicht in die Runde der Kärntner Berge von den Karawanken bis zu den Hohen Tauern genießen.

Foto: speick.de

Weniger spektakulär sieht hingegen das berühmte Baldriangewächs aus. Es wird höchstens 15 Zentimeter hoch und trägt kleine gelbe Blüten. Der würzig-herbe Duft ist dafür umso markanter, denn die Pflanze hat es in sich. Aus den Wurzeln wird ein ätherisches Öl gewonnen, das nicht nur gut riecht, sondern auch beruhigend wirkt, ohne zu ermüden. Deshalb ist der Speik seit vielen Jahrhunderten ein Exportschlager. Schon in der Antike wurden die Kräuter aus den Alpen in den Orient exportiert, wo sie wegen des intensiven Geruchs und der Inhaltsstoffe als Badezusatz und Parfüm heiß begehrt waren. Sogar Kleopatra wusste angeblich die Vorzüge des wohlriechenden Krauts zu schätzen. Um die massenhaft ausgegrabene Heilpflanze zu bewahren, wurde sie im vergangenen Jahrhundert unter strengen Schutz gestellt, heute haben nur einige wenige Bauernfamilien aus der Region die Lizenz zum Speikstechen.

Doch noch immer werden allerlei Geschichten über den Speik erzählt. So trägt die Pflanze den Beinamen „Maria-Magdalenen-Blume“, weil Maria Magdalena mit dem daraus gewonnen Öl den Leichnam Jesu gesalbt haben soll.

„Duftende Strafe“ für Übeltäter

Weniger begeistert dürften frühere Übeltäter über den intensiven Speik-Duft gewesen sein: Wer beispielsweise einen Diebstahl oder Ehebruch begangen hatte, wurde in einen Speik-Stadel, in denen die gesammelten Wurzeln getrocknet und gelagert wurden, gesperrt – mit der Folge, dass der Häftling auch noch Wochen nach Absitzen seiner Strafe intensiv nach dem Alpengewächs roch. Um allen möglichen Missverständnissen vorzubeugen: Wer heutzutage nach Speik duftet, hat nichts verbrochen, sondern verwendet vielmehr eines der kosmetischen Produkte, das aus der Pflanze hergestellt wird.

Tipp:

Klimaneutral im Biosphärenpark
Zirbe und Speik sowie viele weitere Aromen und Essenzen kommen zum Zuge in Bad Kleinkirchheim, dem Thermalkurort zu Füßen des Biosphärenparks Nockberge. Dessen Thermen- und Wellnessangebot zählt zu den besten der Alpenregion. Weil schon seit alters her Natur und warme Quellen Gäste in die Nockberge gelockt haben, gibt es eine Reihe traditionsreicher Hotels. Sehr viel Tradition besitzt der Trattlerhof, der bereits 1520 erstmals erwähnt wurde und 1642 das Schankrecht erhielt.
Seit damals hat sich der Trattlerhof (www.trattlerhof.at) natürlich sehr verändert, wurde umgebaut und vielfach modernisiert. Seinen gemütlichen alpinen Charme hat sich das 4-Sterne-Haus, das schon in fünfter Generation von der Familie Forstnig geleitet wird, aber stets bewahrt. Die Lage im Biosphärenpark sehen die Gastgeber als Verpflichtung: Für ihr vorbildliches Engagement in Sachen Klimaschutz wurden die Gastgeber schon mehrfach ausgezeichnet. Als erstes österreichisches Hotel stellt der Trattlerhof seinen Gästen eigene CO2-Zertifikate aus.