Inhalationen

Bei Atemwegserkrankungen sind Inhalationen mit ätherischen Ölen (Kamille, Latschenkiefernöl) oder mit Fertigpräparaten (Pinimenthol Inhalation, Soledum Balsam) sehr zu empfehlen. Befindet sich kein Inhalationsgerät im Haus, behilft man sich mit einem Topf, halb gefüllt mit heißem Wasser und einem Handtuch über dem Kopf. Besser geht es mit einem zur Inhalation geeigneten Plastikbehälter, mit dem nicht das ganze Gesicht bedampft wird (Soledum, Transpulmin). Dabei ist die Atemtechnik wichtig: Das bewusst tiefe Einatmen sollte, wenn kein Inhaliermundstück verwendet wird, immer durch die Nase erfolgen, auch wenn sie scheinbar „dicht“ ist. Meist öffnet sie sich im Laufe der Anwendung. Das Ausatmen erfolgt dann durch den Mund. Sind die Bronchien stark in Mitleidenschaft gezogen, ist das tiefe Einatmen durch den Mund sinnvoll.

Zehn Minuten Inhalation sind ausreichend. Die Wirkstoffkonzentrationen sollten nicht zu hoch sein, bei reinen ätherischen Ölen oder Gemischen genügen meist fünf bis zehn Tropfen auf etwa einem halben Liter Wasser oder eine Handvoll Kamillenblüten auf die gleiche Menge.

Welchen Vorteil bieten elektrische Inhalationsgeräte?

Bei einer schweren Bronchitis und bei hartnäckigem Husten sowie auch für Asthmatiker sind elektrische Inhalationsgeräte zweckmäßig. Bei ihnen wird die zu inhalierende Wasserdampflösung durch extrem enge Düsen gepresst, wodurch winzigste Tröpfchen der ätherischen Ölmischung entstehen. Diese gelangen beim tiefen Einatmen leicht in die untersten Atemwege, die Alveolen, wohin normaler Wasserdampf – allein schon wegen der Tröpfchengröße – nicht gelangen kann. Inhalationen sind auch bei Säuglingen und Kleinkindern mit speziellen Inhalationsgeräten möglich (MicroDrop, Pari). In vielen Apotheken kann man sich elektrische Inhalationsgeräte gegen eine geringe Gebühr ausleihen.

Wie bereits erwähnt, ist das Auftragen weniger Tropfen ätherischer Öle auf Bettwäsche oder Kleidung (Babix Inhalat) eine sanfte Möglichkeit, die Schleimhäute des Babys frei zu halten. Aus der Umgebung werden die Tropfen über einen längeren Zeitraum gleichmäßig eingeatmet. Raumsprays (zum Beispiel Erkältungsduft mild von Taoasis) haben den gleichen Effekt und erleichtern das Atmen. Eine zweifache Wirkung können Erkältungssalben wie Pinimenthol, Transpulmin oder Bronchoforton entfalten, die auf Brust und Rücken eingerieben werden. Zum einen verdampfen die heilsamen ätherischen Öle durch die Körperwärme und gelangen beim Einatmen in Nase, Rachen und Bronchien. Zum anderen gelangen sie über die Haut in den Blutkreislauf und damit ebenfalls zu den Schleimhäuten des Nasen-Rachen-Raumes (Babix Bronchialbalsam für Babys und Kleinkinder bis zu zwei Jahren).

Eine Sonderform der Inhalation stellen gute Hals-, Rachen- oder Hustenbonbons dar, die wirksame ätherische Öle enthalten, wie Dallmanns Salbei-Bonbons, Rheila oder Em-Eukal sowie Wick Bonbons. Die ätherischen Öle von Pfefferminze und Salbei vermitteln das Gefühl freier Atmung und wirken bei ausreichender Konzentration auch gegen Viren. Ein positiver Nebeneffekt des Lutschens ist, dass der Patient den Mund geschlossen hält und dadurch das Infektionsrisiko verringert.

Eine Nasendusche bzw. -spülung ist eine spezielle Form der Therapie der oberen Atemwege, die – wenngleich gewöhnungsbedürftig – langfristig auch durchaus vorbeugend wirksam werden kann, weil sie sekretlösend wirkt und Krankheitserreger einfacher abfliessen lässt. Die Salzlösung dazu sollte nicht mehr als zwei gestrichene Teelöffel auf einem Liter Wasser enthalten. Wer auf die Prozedur über dem Waschbecken verzichten möchte, kann mittlerweile auch auf handliche, batteriebetriebene Geräte zurückgreifen, die nicht nur die Kochsalzlösung vernebeln und mit Druck in die Nase transportieren, sondern auch eine separate Kammer zum Auffangen der verschmutzten Flüssigkeit haben.